Inhaltsangabe

In der 1952 erstmalig veröffentlichten Novelle »Der alte Mann und das Meer« schildert Ernest Hemingway den erfolgreichen Kampf des alten Fischers Santiago gegen einen ungewöhnlich großen Marlin vor der Küste Kubas. Auf der Heimfahrt verliert Santiago den Fang seines Lebens an angreifende Haie.


Der alte Fischer Santiago ist arm, er schläft auf Zeitungen in einer bescheidenen Hütte und hat kaum das Nötigste zu essen. Zudem ist er seit 84 Tagen ohne Fangerfolg. Anfangs hat ihn Manolin begleitet, ein Junge, den er einst das Fischen gelehrt hat. Nach 40 glücklosen Tagen haben Manolins Eltern ihren Sohn zum Arbeiten auf ein anderes Boot geschickt.

Manolin erinnert sich daran, wie Santiago ihn mit fünf Jahren zum ersten Mal mit hinaus aufs Meer genommen hat. Jetzt geht er Santiago zur Hand, wenn dieser müde und mit einem leeren Boot zurückkehrt. Er versorgt den alten Mann mit Essen und kümmert sich am Abend um die Köder für den nächsten Tag.

Der 85. Tag soll ein Glückstag werden. Aber mehr noch als auf Glück setzt Santiago auf exaktes Arbeiten, wenn er die Leinen auswirft. Er rudert weiter hinaus als sonst, bis tatsächlich etwas anbeißt. Der Fischer begreift bald, dass es sich um einen Marlin, einen Speerfisch, von gigantischer Größe handeln muss, denn der Fisch nimmt das Boot ins Schlepp und zieht es immer weiter aufs offene Meer hinaus. Santiago kämpft gegen den Fisch, doch gleichzeitig redet er mit ihm, fühlt mit ihm und nennt ihn seinen Bruder. Er bedauert, dass Manolin nicht bei ihm ist.

Es dauert zwei Tage und zwei Nächte, bis der Marlin entkräftet aufgibt und an die Oberfläche kommt. Ebenfalls erschöpft und verletzt gelingt es Santiago, ihn zu harpunieren. Der Marlin ist länger als das Boot, und Santiago vertäut ihn längsseits. Dann setzt er das Segel, um mit dem aufkommenden Passatwind das weit entfernte heimatliche Ufer zu erreichen.

Das durch das Harpunieren ins Meer gesunkene Blut lockt einen Hai an, der den Marlin anfällt und ihm damit eine neue blutende Wunde reißt. Es gelingt Santiago zwar den Hai mit seiner Harpune zu töten, doch verliert er dabei die Waffe. Die nächsten zwei Haie, die den Fisch angreifen, kann Santiago mit dem Messer töten, doch beim dritten bricht die Klinge des Messers. Weitere Haie folgen der breiten Blutspur, und dem alten Mann fehlt die Kraft sie mit der Keule, der letzten verbleibenden Waffe an Bord, zu töten.

Als er endlich den Lichtschein von Havanna und damit die rettende Küste erblickt, wird die verbliebene Hälfte des Fisches von einem Rudel von Haien attackiert und restlos aufgefressen.

An Land schleppt Santiago sich schwer erschöpft zu seiner Hütte. Manolin weint um den alten Mann, pflegt die Wunden an seinen Händen und besorgt Essen und Trinken. Er beschließt sich dem Willen seiner Eltern zu widersetzen und von nun an wieder mit Santiago hinauszufahren. Unterdessen wird unten am Meer das achtzehn Fuß lange Fischskelett, das noch immer am Boot festgezurrt ist, von den anderen Fischern bewundert.


Für »Der alte Mann und das Meer« erhielt Hemingway 1953 den Pulitzerpreis, für sein Gesamtwerk 1954 den Nobelpreis. Der einzelgängerische Abenteurer vermochte in seinen Büchern besondere Augenblicke der Begegnung zwischen Mensch und Natur einzufangen. Hier treffen ungleiche Gegner aufeinander. Dem alten Mann ist bewusst, dass der Fisch ihn jederzeit aufgrund seiner Stärke besiegen könnte, und auch wenn Santiago am Ende mit leeren Händen heimkehrt, so hat er sich doch in einem zähen Kampf bewährt. Das ist es, was für ihn zählt, und sein Credo lautet: »Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben.«

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