Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Stilmittel und Redefiguren gesammelt. Die Stilmittel werden kurz erläutert und durch Beispiele ergänzt.
A
Akkumulation
Allegorie
Alliteration
Allusion
Anadiplose
Anakoluth
Anapher
Anastrophe
Annominatio
Ankündigung
Anrede
Antiklimax
Antithese
Antonomasie
Aposiopese
Apostrophe
Archaismus
Asyndeton
Akkumulation
Allegorie
Alliteration
Allusion
Anadiplose
Anakoluth
Anapher
Anastrophe
Annominatio
Ankündigung
Anrede
Antiklimax
Antithese
Antonomasie
Aposiopese
Apostrophe
Archaismus
Asyndeton
C
Chiasmus
Chiffre
Contradictio in adjecto
Correctio
E
Ellipse
Emphase
Enallage
Epanalepse
Epanodos
Epipher
Epiphrase
Epitheton ornans
Euphemismus
Exclamatio
L
Litotes
P
Parabel
Parallelismus
Parenthese
Paronomasie
Periphrase
Personifikation
Pleonasmus
Polysyndeton
Polyptoton
S
Sustentio
Synästhesie
Synekdoche
Synonym
Symploke
Z
Zeugma
- Akkumulation
- Gehäufte Aneinanderreihung mehrerer Unterbegriffe anstelle des zusammenfassenden Oberbegriffs:
- Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städte und Felder
- Allegorie
- Systematisierte Metapher, bildhaft belebte Darstellung eines abstrakten Begriffs oder Gedankens:
- Justitia – Gerechtigkeit
- Fortuna – Glück
- Alliteration
- Stabreim (gleicher Anlaut der betonten Silben aufeinanderfolgender Wörter):
- bei Nacht und Nebel
- bei Wind und Wetter
- der Rubel rollt
- gut und gern
- Haus und Hof
- klipp und klar
- mit Kind und Kegel
- mit Mann und Maus
- mit Schimpf und Schande
- mit Zittern und Zagen
- nicht wanken und nicht weichen
- null und nichtig
- von Pontius zu Pilatus
- Allusion
- Anspielung:
- Sie wissen, was ich meine.
- Es wäre ja nicht das erste Mal.
- Anadiplose
- Wiederholung des Endes eines Satzes am Anfang des folgenden:
- Er ging in den Wald, in den Wald des Romantikers.
- Anakoluth
- Herausfallen aus der Bauart des Satzes; Satzstörung, Satzbruch:
- Es geschieht oft, dass, je freundlicher man ist, nur Undank wird einem zuteil.
- Sie schlägt, die Rüstung ihm vom Leibe reißend, / Den Zahn schlägt sie in seine weiße Brust …
- Anapher
- Steigernde Wortwiederholung am Anfang eines Wortes, eines Verses oder einer Strophe:
- Wir fordern, dass … Wir fordern, dass …
- Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll
- Wer nie sein Brot mit Tränen aß, / Wer nie die kummervollen Nächte / Auf seinem Bette weinend saß. (Johann Wolfgang von Goethe)
- Anastrophe
- Umkehrung der geläufigen syntaktischen Wortstellung:
- des Glaubens wegen
- Annominatio
- Auf Ähnlichkeit zweier Wörter beruhendes Wortspiel:
- Der Rheinstrom ist worden zu einem Peinstrom (Schiller)
- Eile mit Weile
- Ankündigung
- Ankündigung kommender Passagen oder Informationen:
- Diese Hintergründe muss ich Ihnen näher erklären …
- Anrede
- Hinwendung an den Adressaten:
- Meine Damen und Herren …
- Antiklimax
- Aneinanderreihung von Wörtern mit abnehmender Gewichtung; Übergang von stärkeren zu schwächeren Ausdrücken:
- Urahne, Großmutter, Mutter, Kind … (Gottfried August Bürger)
- Antithese
- Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe und Gedanken:
- Freund und Feind
- Heiß geliebt und kalt getrunken
- Himmel und Hölle
- Wasser und Wein
- Antonomasie
- Umschreibung, bei der ein Eigenname für einen Gattungsnamen steht:
- Demosthenes statt großer Redner
- Aposiopese
- Verschweigen des Wichtigen; bewusstes Abbrechen des Satzes vor der wichtigen Aussage:
- Du wirst doch nicht …
- Es war eine Zeit – Lasst mich allein, Kameraden. (Schiller: Die Räuber)
- Apostrophe
- Abwendung vom anwesenden Publikum, Anruf von visionären Gestalten:
- Alter Freund! Immer getreuer Schlaf, fliehst du mich?
- Archaismus
- Veralteter sprachlicher Ausdruck, altertümliches Wort:
- Wams – Jacke
- gülden – golden
- darob – deswegen
- Allianz – Heirat, Ehe
- weiland – einst, früher
- Asyndeton
- Reihung ohne Konjunktion:
- Der König sprach ’s, der Page lief
- Er kam, sah, siegte
- Befehl
- Anordnung, Anweisung, Befehl:
- Geh!
- Beispiel
- Ein Baum, wie beispielsweise die Fichte
- Bild
- Zusammenfassende Bezeichnung für Metapher, Vergleich, bildhafte Ausdrucksweise.
- Chiasmus
- Überkreuzstellung:
- Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn.
- Chiffre
- Zeichen, dessen Inhalt rätselhaft und letztlich nicht zu erfassen ist:
- Erkanntes Leben
- Contradictio in adjecto
- Widerspruch zwischen Substantiv und Adjektiv
- schwarze Milch
- Correctio
- Zurücknahme eines Ausdrucks und dessen Ersatz durch einen sachgemäßeren:
- Die Schulaufgabe ist schlecht, nein geradezu miserabel ausgefallen.
- Ellipse
- Auslassung eines Worts, Satzteils:
- Je schneller, desto besser.
- Emphase
- Nachdrückliche Hervorhebung eines Wortes zur Gefühlsverstärkung:
- Menschen! Menschen! falsche heuchlerische Krokodilsbrut!
- Enallage
- Umstellung, bei der das Beiwort nicht beim Beziehungswort steht, sondern beim vorhergehenden/nachfolgenden Hauptwort:
- den besten Becher Weines
- Epanalepse
- Wiederholung eines Wortes/einer Wortgruppe:
- Lass sausen durch den Hagedorn, lass sausen, Kind, lass sausen
- Epanodos
- Wiederholung von Worten in umgekehrter Reihenfolge:
- Wer nicht kann, was er will, der wolle, was er kann.
- Epipher
- Wiederholung der Schlusswendung in aufeinander folgenden Sätzen, Versen, Strophen:
- Nicht jetzt, sagte er, wir sehen uns später, sagte er.
- Epiphrase
- Syntaktisch scheinbar beendeter Satz erhält Nachtrag zur Abrundung:
- Mein Retter seid ihr und mein Engel.
- Epitheton ornans
- Schmückendes Beiwort in formelhafter Verwendung:
- eulenäugige Athene
- Euphemismus
- Beschönigende Bezeichnung:
- vollschlank statt fett
- entschlafen statt sterben
- Exclamatio
- Ausruf:
- Stirb!
- Figura etymologica
- Verb verbunden mit einem stammverwandten Substantiv:
- einen Kampf kämpfen
- eine Schlacht schlagen
- Hendiadyoin
- Verdopplung; zwei Wörte für eines:
- schläfrig und müde
- Homoioteleuton
- Endungsgleichheit, (End-)Reim:
- Viel Rabatz in diesem Satz!
- Hyperbel
- Übertreibung:
- ein Balken im Auge
- eine Ewigkeit warten
- ein Meer von Tränen
- ein Mund wie ein Scheunentor
- himmelhoch
- Ich fühle eine Armee in meiner Faust. (Schiller)
- wie Sand am Meer
- Hysteron proteron
- Verkehrung der richtigen Reihenfolge:
- Ihr Mann ist tot und lässt sie grüßen. (Goethe: Faust I)
- Gleichwohl, als der Knecht schreckenblass, wenige Momente nachdem der Schuppen hinter ihm zusammenstürzte, mit den Pferden, die er an der Hand hielt, daraus hervortrat, fand er den Kohlhaas nicht mehr. (Kleist: Michael Kohlhaas)
- Inversion
- Umstellung der Satzteile:
- In seinen Armen das Kind war tot.
- Ironie
- Das Gegenteil des Gesagten ist gemeint:
- Du bist mir aber ein Schöner.
- Isolog
- Gedankenparallelität
- Katachrese
- Vermengung nicht zusammengehörender Begriffe:
- Der Zahn der Zeit, der schon manche Träne getrocknet hat, wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen.
- Klimax
- Steigerung:
- Er weint, er ist bezwungen, er ist unser!
- […] das ist schlecht; die Welt wird schlecht, sehr schlecht. (Georg Büchner: Woyzeck)
- Kyklos
- Wiederholung des Anfangsworts als Schlusswort des Satzes:
- Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!
- Litotes
- Untertreibung, bei doppelter Verneinung nur scheinbare Verkleinerung:
- Er war nicht gerade ein Held.
- Metapher
- Verwendung eines Worts in übertragener Bedeutung:
- Die Sonne lacht.
- Der Fuß des Berges.
- Metonymie
- Eingebürgerte Wortersetzung:
- Leder für Ball
- Goethe lesen
- eine Tasse trinken
- einen Ford fahren
- Neologismus
- Wortneuschöpfung:
- Er kehrte kampfesmüde heim
- Onomatopoesie
- Lautmalerei:
- Es knistert und knastert
- Oxymoron
- Verbindung von zwei sich widersprechenden Ausdrücken:
- alter Knabe
- beredtes Schweigen
- bittere Süße
- Parabel
- Beispielhafte Erzählung.
- Parallelismus
- Gleichlauf der Satzglieder:
- Nacht ist es nun, nun werden … Nacht ist es nun, nun erst …
- Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee.
- Parenthese
- Einschub:
- Ich möchte Ihnen, ich fasse mich ganz kurz, über die Vorgänge berichten.
- Paronomasie
- Spiel mit gleichlautenden Wörtern:
- Heide – Heide
- Lärche – Lerche
- Periphrase
- Umschreibung eines Begriffs durch Einzelmerkmale:
- der Allmächtige für Gott
- Personifikation
- Vermenschlichung eines Gegenstands:
- Kunst und Naturwissenschaft gehen Hand in Hand
- Pleonasmus
- Hinzufügen eines Wortes, das schon im Substantiv enthalten ist:
- alter Greis (Greis = alter Mann)
- aufoktroyieren (oktroyieren = auferlegen, aufzwingen)
- bisheriger Status quo (Status quo = bisheriger Status)
- einsuggerieren (suggerieren = einflößen)
- Einzelindividuen (Individuum = einzelne Person, Einzelwesen)
- heiße Thermalquellen (Themalquellen = heiße Quellen)
- hinzuaddieren (addieren = hinzuzählen, hinzufügen)
- neu renovieren (revonieren = erneuern)
- weißer Schimmel (Schimmel = weißes Pferd)
- Polysyndeton
- Vielverbundenheit:
- Und es wallet und siedet und brauset und zischt
- Polyptoton
- Wiederholung eines Wortes in verschiedenen Beugungsformen:
- Aug um Auge
- Rhetorische Frage
- Scheinfrage:
- Wer glaubt denn das noch?
- Repetitio
- Wiederholung:
- Bald da, bald dort
- Sustentio
- Überraschung:
- Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung
- Synästhesie
- Vermischung mehrerer Sinnesgebiete:
- Golden wehn die Töne, süß spricht das Herz
- Synekdoche
- Ein Teil steht für das Ganze oder umgekehrt:
- Lenz statt Jahr
- Klinge statt Schwert
- Synonym
- Sinnverwandtes Wort:
- leuchten für scheinen
- Symploke
- Verbindung von Anapher und Epipher:
- Was ist der Toren höchstes Gut? Geld! Was verlockt selbst die Weisen? Geld!
- Tautologie
- Wiederholung des Gesagten mit sinnverwandtem Wort:
- einzig und allein
- im Großen und Ganzen
- immer und ewig
- nackt und bloß
- nie und nimmer
- stets und ständig
- voll und ganz
- Tricolon
- Dreigliedriger Ausdruck:
- veni, vidi, vici
- Vergleich
- Veranschaulichung:
- stark wie ein Löwe
- Wortspiel
- Vgl. Annominatio und Paronomasie:
- Jesuiter – Jesuwider
- Zeugma
- Verbindung zweier Sätze oder Substantive durch ein Verb, das nur zu einem passt; Beziehung eines Prädikats auf verschiedene Satzglieder:
- Er hob die Augen und das Bein gen Himmel.
- Er schlug das Fenster und den Weg zum Bahnhof ein.
- Er schlug die Stühl’ und Vögel tot.
- Ich hatte Kopfschmerzen und unerwarteten Besuch.
- Nimm dir Zeit und nicht das Leben.
- Sie reist mit Ehemann und Regenschirm.
Plural: Zeugmas oder Zeugmata.