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Erlkönig

Figuren

Figurenkonstellation

Erlkönig – Figurenkonstellation
  • Erlkönig

    In der dänischen Vorlage heißt die entsprechende Figur der »Elfenkönig« – es spricht aber nur seine Tochter; Goethe macht den König selbst zum Verführer und übernimmt Herders Übersetzungsfehler. So gerät er in die Nähe zu Elementargeistern wie Nixen, Najaden, Salamander und Gnomen – Verbildlichungen und Vermenschlichungen (wenigstens teilweise) von Naturkräften. Erlen wachsen vorwiegend an Gewässerrändern oder in Feuchtgebieten: Dies könnte als Verbindung zum sonst im Singspiel »Die Fischerin« und in der eng benachbarten Ballade »Der Fischer« dominanten Wassermotiv gesehen werden (so auch der »Strand«, an dem die Blumen wachsen). Der Erlkönig hat eine Familie, hat Mutter und Töchter. Nur der Knabe sieht und hört ihn; der Vater führt die Sinneseindrücke des Jungen auf Naturphänomene zurück, die eine aufgeregte Phantasie vermenschlichen könnten.

  • Vater

    Der Vater erreicht am Ende der Ballade »den Hof«. Ist es sein Hof? Sein Zuhause? Denkbar wäre auch, dass er an dem Hof nur angestellt ist. Kurz: Über Alter, Stand, Beruf der Figur gibt es keine Informationen. Er versucht seinen Sohn zu beruhigen, indem er dessen Wahrnehmungen auf Naturphänomene zurückführt. Am Ende überfällt aber auch ihn ein Grausen und er beeilt sich, nach Hause zu kommen. In der Eröffnungsstrophe wird suggeriert, er biete dem Jungen zuverlässigen Schutz und Vertrautheit.

  • Der Knabe

    Dass der Knabe beim Vater sein Gesicht verbirgt, setzt den Dialog in Gang. Er wird vom Erlkönig angesprochen, ihm gilt der Verführungsversuch. Dabei äußert das Kind nur Angst, nicht auch, dass es die Angebote verlocken. Über sein genaues Alter wissen wir nichts, und auch sonst keine Details. Es ist in der Ballade das Opfer.

Veröffentlicht am 12. August 2024. Zuletzt aktualisiert am 12. August 2024.