Ein Mann reitet mit seinem Sohn vor sich durch eine stürmische Nacht. Der Sohn versteckt sich ängstlich beim Vater, und als dieser ihn nach der Ursache seiner Angst fragt, fragt der Sohn, ob der Vater nicht auch den Erlenkönig mit Krone und Schweif sehe. Doch der Vater beruhigt sein Kind: Was es sehe, sei nichts als ein Nebelstreif.
Der Erlkönig redet das Kind aber an: Er fordert es auf, mit ihm zu gehen und lockt es mit Spielen, die er mit ihm spielen möchte, mit bunten Blumen an einem Strand und mit goldenen Gewändern der Mutter. Die ängstliche Nachfrage des Kindes beim Vater beantwortet dieser mit der Erklärung: Es sei nur der in den dürren Blättern säuselnde Wind, den das Kind gehört habe.
Wieder redet der Erlkönig das Kind an: Seine Töchter sollen es bedienen, einwiegen, mit ihm tanzen und singen – sie seien die Anführerinnen des nächtlichen Reigentanzes. Der Knabe sieht die Töchter an einem düsteren Ort und weist den Vater darauf hin: Der sieht nur alte, graue Weiden.
Der Erlkönig erklärt dem Kind seine Liebe und droht, sollte es sich nicht fügen, mit Gewalt. Das Kind klagt schon während es von dem Erlkönig angefasst wird. Der Vater antwortet nicht auf die Klage. Ihn überkommt ein Grausen, er reitet schneller, das Kind ächzt. Als er mit Mühe den Hof erreicht hat, ist das Kind tot.