- Inhaltsangabe
- Zusammenfassung und Analyse
- Vorspiel: Eine Straße in der Hauptstadt von Sezuan (7)
- Szene 1: Ein kleiner Tabakladen (18)
- Zwischenspiel: Unter einer Brücke (30)
- Szene 2: Der Tabakladen (32)
- Szene 3: Abend im Stadtpark (44)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager in einem Kanalrohr (53)
- Szene 4: Platz vor Shen Te’s Tabakladen (56)
- Zwischenspiel vor dem Vorhang (65)
- Szene 5: Der Tabakladen (67)
- Zwischenspiel vor dem Vorhang (81)
- Szene 6: Nebenzimmer eines billigen Restaurants in der Vorstadt (83)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (93)
- Szene 7: Hof hinter Shen Te’s Tabakladen (96)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (109)
- Szene 8: Shui Ta’s Tabakfabrik (111)
- Szene 9: Shen Te’s Tabakladen (118)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (130)
- Szene 10: Gerichtslokal (132)
- Epilog
- Figuren
- Zitate und Textstellen
- Historischer Hintergrund und Epoche
- Aufbau des Werkes
- Sprache und Stil
- Interpretation
- Rezeption und Kritik
- Prüfungsfragen
- Glossar
- Quellenangaben
Der gute Mensch von Sezuan
Zwischenspiel vor dem Vorhang (65)
Zusammenfassung
Shen Te singt »Das Lied von der Wehrlosigkeit der Götter und Guten«. Nur mit starken, mächtigen Verbündeten könne man gute Taten vollbringen, heißt es darin. Dabei zieht sie sich die Maske von Shui Ta an. Am Ende der Szene trägt sie das Kostüm des Shui Ta.
Analyse
Erst in dieser Szene wird auf der Bühne gezeigt, dass Shen Te und Shui Ta identisch sind. Allerdings erscheint es unwahrscheinlich, dass die Rezipienten des Stückes nicht schon vorher um die Identität der beiden Figuren wissen sollten.
Knopf hebt hervor, dass Shui Ta durch einen typischen Vorgang des Theaterspiels als »Fiktion zweiter Ordnung« (Knopf 2001, S. 429) erschaffen werde: durch das Soufflieren (25). In der vorliegenden Szene wird ein anderes Theatermittel, das in der Regel tunlichst vor den Zuschauern verborgen wird, auf offener Bühne dargestellt: das Anlegen der Maske (Knopf 2001, S. 429).
Die Demaskierung Shui Tas findet eigentlich erst in der Maskierung Shen Tes statt. Diese paradoxale Wendung zeigt, wie Shui Ta und Shen Te dialektisch miteinander verknüpft sind. Shui Ta ist die nachträglich ermöglichende Antithese, Element der negativen Bestimmung Shen Tes, da diese ohne ihn gar nicht zu existieren vermöchte. Shui Ta ist, was Shen Te in »Das Lied von der Wehrlosigkeit der Götter und Guten«, einfordert: der »starke Helfer« (65), der dem Nützlichen das nötige Glück erkämpft.