- Inhaltsangabe
- Zusammenfassung und Analyse
- Vorspiel: Eine Straße in der Hauptstadt von Sezuan (7)
- Szene 1: Ein kleiner Tabakladen (18)
- Zwischenspiel: Unter einer Brücke (30)
- Szene 2: Der Tabakladen (32)
- Szene 3: Abend im Stadtpark (44)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager in einem Kanalrohr (53)
- Szene 4: Platz vor Shen Te’s Tabakladen (56)
- Zwischenspiel vor dem Vorhang (65)
- Szene 5: Der Tabakladen (67)
- Zwischenspiel vor dem Vorhang (81)
- Szene 6: Nebenzimmer eines billigen Restaurants in der Vorstadt (83)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (93)
- Szene 7: Hof hinter Shen Te’s Tabakladen (96)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (109)
- Szene 8: Shui Ta’s Tabakfabrik (111)
- Szene 9: Shen Te’s Tabakladen (118)
- Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (130)
- Szene 10: Gerichtslokal (132)
- Epilog
- Figuren
- Zitate und Textstellen
- Historischer Hintergrund und Epoche
- Aufbau des Werkes
- Sprache und Stil
- Interpretation
- Rezeption und Kritik
- Prüfungsfragen
- Glossar
- Quellenangaben
Der gute Mensch von Sezuan
Zwischenspiel: Wangs Nachtlager (130)
Zusammenfassung
Die Götter erscheinen Wang zum letzten Mal im Traum. Er berichtet ihnen von der Verhaftung Shui Tas und darüber, dass niemand um den Verbleib Shen Tes wisse. Die Götter zeigen sich erschüttert. Shen Te, sagen sie, sei der einzige gute Mensch gewesen, den sie auf ihrer langen Reise getroffen hätten.
Sie erinnern sich an ihren Auftrag: Wenn es keine guten Menschen gibt, dann ist die Welt verworfen. Sie schwanken zwischen Verzweiflung und Wut. Nach einem kurzen Disput aber fassen sie sich und entscheiden sich, Shen Te zu suchen.
Analyse
Die Götter sind zunehmend mitgenommen: »Sie haben sich sehr verändert. Unverkennbar sind die Anzeichen langer Wanderung, tiefer Erschöpfung und mannigfaltiger böser Erlebnisse« (130). Gleichwohl kann es durchaus als Element der Komödie verstanden werden, wenn auch die Götter in Mitleidenschaft gezogen werden.
Es heißt in den Regieanweisungen: »Einem ist der Hut vom Kopf geschlagen, einer hat ein Bein in einer Fuchsfalle gefangen, und alle drei gehen barfuß« (130). Damit wird gezeigt, dass auch die Götter den Umständen unterworfen sind. Mächtig sind sie nicht – sie erscheinen geradezu menschlich in ihrer Schwäche.
Auch moralisch sind sie angegriffen, wobei es individuelle Unterschiede zwischen ihnen gibt. Der zweite Gott mahnt noch zur »Haltung« (130), worauf der erste nur noch entgegnet: »Wozu da noch Haltung? Wir müssen abdanken, wenn sie nicht gefunden wird! Was für eine Welt haben wir vorgefunden? Elend, Niedrigkeit und Abfall überall!« (130). Und der dritte Gott lässt sich sogar zu der Aussage hinreißen: »Die Welt ist unbewohnbar, ihr müßt es einsehen« (131).
Doch am Ausgang des Zwischenspiels haben sie wieder Hoffnung gefasst und beschließen, Shen Te zu suchen. Mehr denn je ist sie ihre Hoffnung geworden. Wobei diese paradoxale Wendung, die dazu führt, dass ein Mensch die Hoffnung der Götter verkörpert und nicht umgekehrt, ein weiteres Vorkommnis antitheologischer Komik ist.