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Die Judenbuche

Inhaltsangabe

Droste-Hülshoffs »Die Judenbuche« beschreibt einen Zeitraum von etwa 1730 bis 1790. Die Hauptperson ist Friedrich Mergel, der 1738 im Dorf B. geboren wird, 1760 in den Verdacht gerät, einen jüdischen Geldverleiher erschlagen zu haben, flieht und 1788 in das Dorf zurückkehrt. Friedrich Mergel stammt aus einer schwierigen Familie. Der Vater hat ein starkes Alkoholproblem und wird im Rausch häufig gewalttätig. Eines Nachts bleibt der Vater aus und wird am frühen Morgen tot aufgefunden. Als Vaterersatz tritt der Bruder der Mutter Margret, Simon, auf. Er unterweist Friedrich in vielen Geschäften, bei denen es nicht unbedingt legal zugeht. 

Eines Tages bringt Friedrich einen Jungen mit nach Hause, der ihm so ähnlich sieht, dass selbst Margret die beiden miteinander verwechselt. Der kognitiv eher eingeschränkte Junge namens Johannes wird von Margret aufgrund der Ähnlichkeit für ein uneheliches Kind ihres Bruders gehalten. Demnach wären Friedrich und Johannes Cousins. Das Verhältnis zwischen den beiden ist durch eine klare Hierarchie gekennzeichnet, Friedrich ist der Anführer, Johannes folgt.

Bald hat sich Friedrich eine wichtige Rolle in den Geschäften des Onkels erarbeitet. Diese Rolle steigt der Halbwaise allerdings zu Kopf. Wo er auch auftritt, ist es ihm besonders wichtig, von anderen bewundert zu werden. Durch aggressives Verhalten und zur Schau getragene Statussymbole gelingt es Friedrich, sich im Dorf B. einen Ruf als Erfolgsmensch zu erarbeiten. Einzig Wilm, der Sohn der Familie Hülsmeyer, versagt ihm die Anerkennung, weswegen Friedrich Wilm so gut es geht aus dem Weg geht.

Friedrich ist Anfang zwanzig und auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Auf einer Feier im Dorf B. betätigt er sich als Rädelsführer. Sein augenscheinlich eher fragiles Selbstgefühl erleidet dabei aber zwei signifikante Kränkungen. Halbwaise Friedrich ist in den Besitz einer wertvollen Uhr gekommen. Als er gegenüber einem Schweinehirten mit der Uhr prahlt, schaltet sich Wilm Hülsmeyer ein und deutet an, die Uhr sei lediglich über Schulden finanziert. Schließlich tritt der Mann auf, der Friedrich die Uhr tatsächlich finanziert hat. Es handelt sich dabei um Aaron, einen jüdischen Schlachter, der auch Geld verleiht. Er stellt Friedrich auf dem Fest zur Rede und wird von Friedrich vor die Tür gedrängt.

In dieser Nacht stirbt Aaron. Die Leiche wird von seiner Frau gefunden, die den Gutsbesitzer alarmiert. Der Verdacht fällt wegen der Vorkommnisse auf dem Fest schnell auf Friedrich. Die ortsansässigen Schützen wollen ihn festnehmen, müssen aber feststellen, dass er geflohen ist. Neben Friedrich ist auch Johannes abgängig.

Aufgefunden wurde Aaron bei einer großen Buche, die von der jüdischen Gemeinde gekauft und mit einer hebräischen Inschrift versehen wird. Übersetzt lautet die Inschrift: »Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast« (129). Doch ob Friedrich wirklich der Mörder ist, wird durch das Geständnis eines anderen Mannes mindestens fraglich.

Beinahe dreißig Jahre sind vergangen, als eine Person in der Weihnachtszeit in das Dorf B. kommt. Die Person trägt deutliche Zeichen ausgestandener Gefahren und erzählt, sie sei Jahrzehnte in türkischer Sklaverei gewesen. Laut Selbstaussage handelt es sich bei der Person um den mit Friedrich entflohenen Johannes. Der angebliche Johannes übernimmt leichte Kuriertätigkeiten im Dorf und wird durch den Gutsherrn versorgt.

Eines Tages aber bleibt Johannes länger aus als üblich. Durch einen Zufall schließlich findet ein Förster den erhängten Mann in der sogenannten Judenbuche, also genau dort, wo Aaron erschlagen worden war. Als mehrere Personen den Erhängten abnehmen, fällt der Blick des Gutsbesitzers auf eine Narbe am Hals des Leichnams. Anhand dieser Narbe erkennt der Gutsbesitzer, dass es sich bei dem Mann nicht um Johannes, sondern um Friedrich gehandelt hat. 

 

Veröffentlicht am 10. Dezember 2024. Zuletzt aktualisiert am 10. Dezember 2024.