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Momo

3.Teil:Kapitel 17+18

Zusammenfassung

Momo hat Angst vor der geplanten Verabredung mit dem grauen Herren und meidet das Amphitheater. In der Nacht hat sie einen seltsamen Traum, in dem es ihr nicht gelingt, ihren Freunden zu helfen. Nach diesem Traum verändert sich Momos Angst und verwandelt sich in das Bedürfnis, den grauen Herren zu begegnen und ihren Freunden um jeden Preis zu helfen. Deshalb will sie ins Amphitheater zurückkehren, verirrt sich jedoch und erreicht einen großen leeren Platz mit einer großen Turmuhr in der Nähe.

Um Mitternacht erscheinen die grauen Herren tatsächlich genau dort. Sie versuchen, Momo mit Tricks zu überlisten. Sie behaupten, sie könnten alles wieder »normal« für sie und ihre Freunde machen, wenn sie nur tue, was sie sagen. Doch Momo erkennt, dass das eine Lüge ist.

Ihr Ziel ist es, Meister Hora dazu zu bringen, ihnen die gesamte Zeit der Menschen zu überlassen. Momo soll ihnen dabei helfen, sie zu Meister Hora zu führen. Die grauen Herren bedrängen sie und Momo verrät, dass nur die Schildkröte Kassiopeia den Weg zu Meister Hora kennt, woraufhin die grauen Herren verschwinden.
In diesem Augenblick kehrt Kassiopeia zu Momo zurück und die beiden fliehen gemeinsam vor den grauen Herren, die sich an ihre Spur geheftet haben. Die Schildkröte führt Momo mit ihrer besonderen Fähigkeit, die Zukunft ein wenig vorauszusehen, durch die Straßen der Stadt.

Schließlich erreichen sie die »Niemals-Gasse». Die grauen Herren, die Momo und Kassiopeia heimlich verfolgt haben, damit sie sie zu Meister Hora führen, versuchen diese unwirkliche Zone zu betreten. Sie beginnen sich jedoch buchstäblich in Nichts aufzulösen, bis sie schließlich völlig verschwinden. Momo und Kassiopeia gelangen unversehrt in Meister Horas Haus.

Analyse

Dieses Kapitel zeigt den Höhepunkt der psychologischen Manipulation durch die grauen Herren. Sie setzen nicht nur Angst ein, sondern auch Täuschung, um Momo auf ihre Seite zu ziehen (vgl. 251).

Die Tatsache, dass die grauen Herren nun versuchen, die gesamte Zeit zu stehlen, zeigt, dass sie sich nicht mit kleinen Gewinnen zufriedengeben (vgl. 252). Sie wollen die absolute Macht - eine Kritik an einem System, das immer mehr fordert, bis nichts mehr übrig bleibt.

Momo beweist hier großen Mut. Trotz ihrer Angst durchschaut sie die Lügen der grauen Herren. Sie erkennt, dass es nicht nur um sie selbst geht, sondern um alle Menschen (»Und die Menschen? Was wird dann aus denen?« (252)) - eine wichtige Entwicklung in ihrer Rolle als Heldin.

Kapitel 18 thematisiert die Auflösung der grauen Herren als Folge ihrer eigenen Existenzweise. Sie sind Wesen, die sich nur von gestohlener Zeit ernähren, und sobald ihnen diese Grundlage entzogen wird, verschwinden sie (vgl. 260). Das zeigt eine zentrale Botschaft des Romans: Zeit ist keine abstrakte Ressource, die gehortet werden kann, sondern ein lebendiger Bestandteil des Daseins.

Die Flucht Momos und Kassiopeias ist auch ein Beispiel für den Gegensatz zwischen hektischer, zielloser Verfolgung (die grauen Herren) und einer besonnenen, intuitiven Navigation (die Schildkröte). Die grauen Herren sind zwar zahlreich, aber sie agieren mechanisch und vorhersehbar. Momo und Kassiopeia hingegen folgen einem tieferen Wissen - nicht durch hektische Planung, sondern durch ein Gespür für den richtigen Moment (vgl. 259).

Veröffentlicht am 26. Juni 2025. Zuletzt aktualisiert am 26. Juni 2025.