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John Maynard

Zwischenstück (V. 44-45)

Zusammenfassung

Nach der Katastrophe ist das Feuer aus, das Schiff zerstört, aber alle Passagiere und Besatzungsmitglieder sind – bis auf einen – gerettet.

Analyse

Das vom Hauptteil und vom Epilog abgesetzte Verspaar resümiert die Katastrophe in vier verknappten Sätzen: In den ersten drei Sätzen fehlt das Kopulaverb (sein), wird also das Subjekt gleich mit dem Prädikativ verbunden. Nur der letzte Satz ist grammatisch vollständig.

Dem materiellen Resümee im ersten Vers folgt das menschliche Resümee im zweiten Vers. Die Erwähnung des ausgegangenen Feuers markiert einen Zeitpunkt innerhalb der Geschichte, in der die Gefahr endgültig vorüber ist. Typischerweise kann erst mit einigem Abstand das Ausmaß des Schadens ermessen – können Überlebende gezählt, Vermisste gemeldet werden. Das Fehlen nur eines Menschen dokumentiert das Opfer Maynards wie auch dessen Effizienz: Wirklich bedurfte es nur eines Menschen, der sein Leben hinzugeben bereit war, um alle zu retten.

Rhythmisch wird das Verspaar durch die regelmäßige Mittelzäsurierung geprägt. Beide Verse sind bis auf eine Silbe rhythmisch identisch (in Vers 44 die zweite Senkung »verschwelt«). Die vier Sätze haben 5, 5, 5 und 4 Silben.

Gewissermaßen wiederholt sich durch die Nicht-Nennung desjenigen, der fehlt, die Struktur aus Frage und Antwort vom Prolog. Natürlich weiß der Leser schon, wer der Fragliche ist. Dennoch gewinnt die Nennung John Maynards im Epitaph der Schlussverse durch die vorangegangene Nicht-Nennung an Wirkung.

Veröffentlicht am 25. Januar 2025. Zuletzt aktualisiert am 25. Januar 2025.