Die Dystopie ist aus 18 Kapiteln aufgebaut, die unterschiedliche Längen aufweisen. Anhand dieser Kapitel sind verschiedene Gliederungen des Werks möglich. Reiner Poppe unterteilt es in zwei Abschnitte: Kapitel 1-9 mit der Beschreibung der Zivilisation, die Zweifel von Sigmund und Helmholtz sowie der Aufenthalt im Reservat. Kapitel 10-18 beschreiben Michels Kontakt mit der Neuen Welt sowie seinen damit verbundenen Niedergang. Der Aufbau entspricht demnach älteren Utopien, die Huxley ins Gegenteil kehrt. (Poppe, 30)
Eine andere Einteilung, wie sie zum Beispiel Christoph M. Peters vornimmt, orientiert sich an der Handlung und deren Spielorten. Der erste Teil beschreibt die Geschehnisse und das System der Neuen Welt (Kapitel 1-6), der zweite Teil den Aufenthalt im Reservat (Kapitel 6-9) und der dritte Teil die Rückkehr und folgende Entwicklung in der Zivilisation (Kapitel 10-18).
Der erste Teil dient dabei zur Einführung. Das totalitäre System des Weltstaates und seine darin agierenden Figuren werden etabliert. Erste Themen, darunter Normung und genetische Manipulation, Befriedigung sexueller Begierde, Soma als universelle Droge und Lösung sowie die Erhebung der Stabilität und des Gemeinwohls über die individuelle Freiheit des Einzelnen, werden vorgestellt und sich daraus entwickelnde Konflikte vorbereitet. Im zweiten Teil kommen die Figuren Filine und Michel hinzu. Besonders der Kontrast zwischen Reservat und Zivilisation sowie Michels Perspektive sorgen für ansteigende Spannung. Das 9. Kapitel dient als Übergang, die Charaktere treten deutlicher hervor. Mit dem 10. Kapitel erfolgt die Rückkehr in die Zivilisation. Konflikte werden ausgebaut und verdichten sich. Die Steigerung ist deutlich im 15. Kapitel mit Michels und Helmholtz’ öffentlichen Aufbegehren spürbar. Horst Mühlmann beschreibt dies als »turning point« (Mühlmann, 71). Die Spannung steigt in Kapitel 16 rapide an und erreicht im 17. Kapitel ihren Höhepunkt mit der direkten Konfrontation von Michel und Mustafa Mannesmann. Das Aufeinanderprallen der gegensätzlichen Weltanschauungen und die dabei erfolgende Reduktion auf zwei Figuren gleicht einem Kammerspiel (Hasenbach, 43) oder einem Showdown (Peters, 53). Die Auflösung des Konflikts und das rasche Ende des Romans werden in Michels Rückzug und Selbstmord im 18. Kapitel aufgezeigt. Der von ihm vorgenommene Akt der Selbstläuterung und Reinigung kann mit der Katharsis der klassischen Komödie verglichen werden. (ebd., 53)
Die Handlung spielt 632 nach Ford, was dem Jahr 2540 n. Chr. entspricht, und findet damit weit in der Zukunft statt. Der Zeitraum erstreckt sich über mehrere Wochen bis Monate, teilweise an aufeinanderfolgenden Tagen. Genauso gibt es aber auch Zeitsprünge: »Zwölf Tage später« (248). Die Handlung ist chronologisch aufgebaut. Es gibt jedoch Ausnahmen: Im 3. Kapitel überlappen sich die gleichzeitig stattfindenden Stränge. Hier wird die Technik des szenischen Erzählens angewandt. Kapitel 8 beinhaltet eine große Rückblende, eine Analepse, in der Michels Kindheit beschrieben wird. Eine kurze Prolepse findet sich im 13. Kapitel: »Zweiundzwanzig Jahre, acht Monate und vier Tage nach diesem Augenblick geschah es, daß ein vielversprechender alpha-minus [...] an Trypanosomiasis starb – der erste Fall seit mehr als einem Jahrhundert.« (188) Die Handlung ist in sich geschlossen und eindimensional – alle Ereignisse unterliegen der Haupthandlung.
Die Spielorte beschränken sich hauptsächlich auf die Stadt Berlin (im Original London), das Wildreservat in Neu-Mexiko und Michels Aufenthalt in der Lüneburger Heide (im Original Surrey, England).