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Brave New World (Schöne neue Welt)

Inhaltsangabe

Eine Gruppe junger Studenten wird vom Direktor persönlich durch die Brut- und Normzentrale geführt, wo die künstliche Befruchtung und anschließende Heranreifung der Embryonen in Flaschen erfolgt. Spezielle Verfahren ermöglichen die Unterteilung in Alphas, Betas, Gammas, Deltas und Epsilon. In den letzten drei Gruppen werden mit Hilfe des Bokanowsky-Verfahrens Dutzendlinge erzeugt – genetisch identische Geschwister, die durch ihre Normung die Belegschaft für eine ganze Fabrik bilden können. Die Konditionierung und Einteilung der Menschen in Kasten sichert eine stabile Gesellschaft. 

Die Studenten haben das Glück, den Weltaufsichtsrat Mustafa Mannesmann kennenzulernen, der ihnen die Errungenschaften der Weltordnung erklärt. Worte wie »Mutter«, »Vater« oder »Familienleben« sind den Studenten fremd und peinlich. Sie verbinden damit Übel und Krankheit. Nach Krieg und Aufständen wurde das totalitäre System eingeführt und jegliche Zeugnisse von Geschichte, Kultur und Religion vernichtet. Die Menschen sind nun glücklich. Triebe und sexuelle Begehren dürfen und sollen jederzeit ausgelebt werden. Ständige Unterhaltung unterbindet die Entstehung von Gefühlen oder Gedanken. Die synthetische Droge Soma kommt zum Einsatz, sollten solche doch entstehen. Auch das Altern wird unterdrückt.

Der Psychologe Sigmund Marx weicht durch seinen schmächtigen Wuchs und seine Abneigung gegenüber den Verhaltensnormen von den typischen Merkmalen eines Alpha Plus ab. Die Leute sprechen abwertend über ihn. Sigmund fühlt sich als Außenseiter und hat das dringende Bedürfnis, sich zu beweisen. Soma lehnt er ab. Er möchte sich selbst erfahren und umgeht Menschenmassen oder übliche Freizeitaktivitäten. Bei Frauen hat er wenig Erfolg. Die Beta Lenina Braun ist dennoch an ihm interessiert. Als Systemtreue schrecken ihn seine Ansichten jedoch ab. Trotzdem nutzt sie die Möglichkeit, mit ihm eines der Reservationen zu besuchen.

Als der Direktor ihn wegen seines Verhaltens nach Island versetzen will, sieht Sigmund darin eine Chance zum Aufbegehren. Sein Freund Helmholtz stellt das System ebenfalls infrage. Anders als Sigmund ist er in diesem sehr angesehen. Trotzdem sehnt er sich nach einem Mehrwert, einer Möglichkeit, etwas auszudrücken. Sigmunds Schwächen stoßen ihm auf. Als er ihm verkündet, dass der Direktor tatsächlich seine Stelle neu besetzen will, ist Sigmunds rebellische Ader verflogen.

Im Wildreservat ist Lenina von der Lebensweise der Bewohner entsetzt. Am meisten schockiert sie der Anblick von Filine. Die Frau ist vor vielen Jahren mit ihrem damaligen Freund zu Besuch im Reservat gewesen. Bei einem Spaziergang verletzte sie sich und wurde von Jägern der Malpais ins Dorf gebracht. Ihr Begleiter tauchte nicht mehr auf. Allerdings war Filine schwanger und gebar ihren Sohn Michel im Reservat. Die Rückkehr in die Neue Welt wagte sie nicht aufgrund ihrer Scham, Mutter zu sein. Sigmund erkennt anhand von Filines Berichten und den zuvor gehörten Erinnerungen des Direktors, dass dieser Michels Vater sein muss. Er kontaktiert den Weltaufsichtsrat und bittet darum, die beiden zurück in die Neue Welt zu bringen, um gegen den Direktor vorzugehen.

Michel ist wie Sigmund ein Außenseiter und wird im Dorf ausgegrenzt. Filine lebt nach den in der Zivilisation erlernten Regeln und hat viele Liebhaber. Dafür wird sie von den Dorffrauen bestraft. Sie betäubt sich mit Alkohol, da Soma nicht zur Verfügung steht, und beschuldigt Michel für ihr Schicksal. Gleichzeitig erkennt sie, dass er ihr großes Glück beschert. Michel fühlt sich einsam. Sein einziger Trost ist das Lesen. Filines Liebhaber Popé bringt ihm ein Werk von Shakespeare, dessen Worte er verinnerlicht. Als er Lenina begegnet, verliebt er sich sofort in sie. Seine hohen moralischen Ansprüche halten ihn aber davon ab, ihr nahe zu kommen.

Zurück in der Brut- und Normzentrale plant der Direktor, an Sigmund ein öffentliches Exempel zu statuieren. Die Vorstellung von Filine und Michel boykottiert dieses. Der Direktor legt sein Amt nieder. Michel, der Wilde genannt, wird zur Attraktion, Sigmund zu seinem Wächter. Er genießt das Ansehen, dass er dadurch gewinnt. Endlich fühlt er sich wichtig. Die Freundschaft zu Helmholtz geht in die Brüche. Michel ist von den Gepflogenheiten und dem sozialen System der Neuen Welt verstört. Besonders der Anblick der identischen Dutzendlinge setzt ihm zu. Als Michel sich weigert, Sigmund weiter zu unterstützen, endet Sigmunds Höhenflug. Die Menschen begegnen ihm wieder verachtend. Er fühlt sich noch schlechter als zuvor. Helmholtz verzeiht ihm. Er und Michel werden gute Freunde, was Sigmund eifersüchtig werden lässt.

Lenina findet Michel immer attraktiver. Sie entwickelt Sehnsucht, Gefühle und Begehren. Sie beschließt, Michel zu verführen. Ihr Vorgehen stößt aber auf vehemente Ablehnung. Michel wird handgreiflich und beschimpft sie. Gleich darauf fordert ein anderes Ereignis seine Aufmerksamkeit: Filine liegt im Sterben. Diese hatte sich nach der Rückkehr in die Zivilisation einem endlosen und lebensbedrohlichen Soma-Rausch hingegeben, der nun ihre Atemwege angreift. Er sucht sie in der Klinik auf. Filine befindet sich bereits im Delirium, sie erkennt ihren Sohn kaum und wird von laufenden Apparaten berieselt. Im Saal werden zusätzlich Kinder auf den Tod genormt. Der rücksichtslose Umgang der Dutzendlinge und die Art und Weise, wie Filine zu Tode kommt, sind zu viel für Michel.

Vor der Klinik stößt er auf zwei Bokanowsky-Gruppen während der Soma-Verteilung. Michel geht dazwischen. Er will etwas verändern, verspricht den Leuten Freiheit und wirft das Soma weg. Sigmund und Helmholtz stoßen dazu. Helmholtz unterstützt seinen Freund begeistert, Sigmund hingegen hält sich zurück. Er ist unschlüssig, wie er sich verhalten soll und fürchtet die Hinrichtung seiner Freunde. Die Polizei trifft ein. Mit Soma und Betäubung wird die Menge kontrolliert. Michel und Helmholtz müssen auf die Wache, ebenso Sigmund, der als ihr Freund bekannt ist.

Es kommt zur Anhörung vor dem Weltaufsichtsrat. Hier fällt Sigmund seinen Freunden in den Rücken und bittet um eine zweite Chance. Der WAR lässt ihn ruhigstellen. Er führt eine lange Diskussion mit Michel über Welt- und Wertvorstellungen, an der Michel am Ende das Recht auf Krankheit, Alter, Unglück, Gott, Freiheit usw. fordert. Während Helmholtz und Sigmund auf Inseln verbannt werden, will Mustafa Mannesmann das Experiment mit Sigmund fortsetzen. Dieser bezieht darauf einen alten Leuchtturm außerhalb der Stadt. Er will allein sein, Buße tun und niemals vergessen, was mit Filine geschehen ist. Immer wieder geißelt er sich selbst, was schließlich Reporter auf den Plan ruft. Michel wird erneut zur Attraktion. Scharen an Flugzeugen mit Schaulustigen treffen ein und fordern die Darbietung mit der Geißel. Auch Lenina sucht ihn auf. Bei ihrem Anblick verliert Michel den Verstand und schlägt sowohl auf sie als auch sich selbst ein. Eine Massenbewegung in Form einer Bußorgie entsteht.

Michel erwacht am nächsten Morgen allein. Er wird sich über das Geschehene bewusst und versinkt in Scham- und Schuldgefühlen. Darauf nimmt er sich das Leben.

Veröffentlicht am 14. Oktober 2024. Zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2024.