Der Autor selbst macht in einem Vorwort von 1946 auf die Fehler seines jüngeren Ichs aufmerksam. Dennoch verzichtete er auf eine Überarbeitung des Romans in der Annahme, damit nicht nur Fehler, sondern auch Gelungenes zu löschen. Eine Veränderung wünschte er sich für Michel:
- Wollte ich das Buch aufs neue schreiben, böte ich dem Wilden eine dritte Möglichkeit. Zwischen der utopischen und primitiven Alternative des Dilemmas läge die Möglichkeit normalen Lebens – bereits einigermaßen verwirklicht in einer Gemeinschaft von Verbannten und Flüchtlingen aus der ›schönen neuen Welt‹, die innerhalb einer Reservation leben. (11)
Dieses Szenario erklärte er in seinem Vorwort folglich ausführlicher.
Auf die Dystopie folgten nach ihrem Erscheinen 1932 ambivalente Reaktionen. Lobend wurde sich zu Fantasie und Ironie geäußert, so beispielsweise Granville Hicks, der »Brave New World« als »a somewhat amusing book« bezeichnete. (Hasenbach, 96) Das Werk erntete aber auch Kritik, zum Beispiel an konstruierten Charakteren oder mangelhafter Story. (ebd., 96)
Die Verkaufszahlen waren allerdings erfreulich. Die erste Übersetzung ins Deutsche erfolgte bereits 1932 von Herberth E. Herlitschka unter dem Titel »Welt – wohin?«. Dabei passte er Namen und Handlungsorte an. George Orwell und Ray Bradbury ließen sich von Huxley zu den Dystopien »1984« und »Fahrenheit 451« inspirieren. 1956 erschien eine Hörspielfassung, die der Autor selbst einsprach. 1980 kam es zur ersten Fernsehproduktion, der 1998 eine zweite folgte. Der amerikanische Regisseur Ridley Scott plante 2008 einen Kinofilm, der allerdings nie endgültig umgesetzt wurde. Unter dem Originaltitel erschien 2019 ein Serienformat, das die Buchvorlage jedoch stark adaptiert. Weiterhin kam es zu Produktionen für Theater und Musical.
Auch die Literaturwissenschaft setzte sich mit der Thematik auseinander. Richard H. Beckham stellte dabei die Funktion der Satire heraus: »As satire, the book’s purpose is to examine the failings of human behavior in order to encourage reform.« (Hasenbach, 99) Die marxistische Literaturwissenschaft, welche den Sozialismus in den Fokus rückt, übte Kritik am Roman in Form des verfehlten Individualismus und einem totalitären Staat als einzige Möglichkeit. (ebd., 100)
Die Thematik aus »Schöne neue Welt« ist anhand der raschen Entwicklung von Wissenschaft und Weltgeschehen nach wie vor interessant und wichtig. Der Bioethiker Leon R. Kass verweist in einem Aufsatz aus dem Jahr 2000 auf die Aktualität. Sabine Hasenbach fasst weitere seiner Aussagen mit den Worten: »Literatur als wichtiges Mittel zur Bewusstseinsbildung« zusammen. (ebd., 101)