Bergkristall
Figuren
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Konrad
Konrad ist der Sohn des Platzschusters, der sich mit seiner Schwester bei der Rückkehr von Millsdorf nach Gschaid auf dem Berg verirrt. Ihn zeichnen Mut, Verstand, Orientierungsvermögen, Besonnenheit und Opferbereitschaft auf. Er überlässt seiner Schwester die wärmeren Kleidungsstücke und mehr Proviant und er kümmert sich darum, dass sie in der Nacht nicht einschläft, indem er sie durch eine List zur Einnahme des Kaffees bewegt.
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Sanna
Sanna ist die Tochter des Platzschusters und die jüngere Schwester Konrads. Sie darf ihn nach Millsdorf nur begleiten, wenn die Verhältnisse günstig sind. Auf dem Berg und in der Nacht folgt sie ihrem Bruder bedingungslos. Auch sie zeichnet sich durch eine beeindruckende emotionale Festigkeit aus, denn sie verzweifelt nicht und nimmt große Anstrengungen auf sich. Das Nordlicht, das sie oben auf dem Berg mit dem Bruder gesehen hat, hält sie für die Erscheinung des Christkindleins.
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Sebastian, der Schuster
Der Platzschuster in Gschaid hat sein Handwerk von seinem Vater geerbt, dies Erbe jedoch erst nach einer Zeit des Ausschweifens angenommen. In seiner Jugend wandert und klettert er selbst im Gebirge, jagt leidenschaftlich gerne, kleidet sich absonderlich und verschwendet den Gewinn, den er beim Schießen macht. Erst, nachdem er sich als Schuster doch niedergelassen hat, wirbt er um die reiche Färberstochter aus dem Nachbarort und ist dank seiner Hartnäckigkeit erfolgreich. Er ist jetzt, dank seiner Erfahrungen auf dem Berg, ein besonders tüchtiger und erfolgreicher Schuster.
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Susanna, die Färberstochter
Die Färberstochter heiratet Sebastian, sie ist die Mutter von Konrad und der nach ihr benannten Sanna. Sie wird als liebende Ehefrau und Mutter dargestellt, die aber doch in Gschaid bis zu der in der Erzählung beschriebenen Heiligen Nacht nicht richtig heimisch wird. Sie fürchtet, ihr Mann würde die Kinder nicht so lieben wie sie selbst.
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Der Färber
Der Vater Susannas, der reiche Färber aus Millsdorf, wird als eher geiziger, hartherziger Geschäftsmann vorgestellt, der seine Tochter im Haus hält und vor den Bewerbern zu schützen sucht. Er überlässt sie Sebastian nur unter der Bedingung, dass sie keine Mitgift mit in die Ehe bringt, und knüpft die Vererbung der Färberei an Sanna und Sebastian an deren Wert: Wenn sie das Erbe nicht wert seien, ginge es direkt auf ihre Kinder. In der Heiligen Nacht, die in der Erzählung geschildert wird, geht er das erste Mal nach dem Eheschluss selbst hinüber nach Gschaid. Er kennt sich auf dem Berg offenbar gut aus, denn er kann am Abend ihres Verschwindens anhand geringer Spuren den Weg, den die Kinder nehmen mussten, richtig vorhersagen.
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Die Großmutter
Die Großmutter ist das eigentliche Ziel der Wanderung der Kinder nach Millsdorf, sie bewirtet ihre Enkel, spricht mit ihnen, sie gibt ihnen die Weihnachtsgeschenke mit und der Tochter den besonders starken Kaffee. Sie ist, anders als ihr Mann, der Färber, selbst in der ersten Zeit der Ehe, wo sie noch rüstiger war, öfter nach Gschaid hinübergegangen. Sie wird insgesamt als eine liebevolle Großmutter charakterisiert.
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Der alte Tobias
Der alte Tobias ist der einzige andere Bewohner Gschaids, der namentlich genannt wird. Es handelt sich um den einzigen Konkurrenten in Sebastians Gewerbe, einen Schuster also, der aber sein Gewerbe nicht zentral auf dem Platz, sondern am Rand der Ortschaft hat. Es handelt sich auch nicht wirklich um Konkurrenz, denn es besteht eine Art von Arbeitsteilung zwischen den beiden Schustern: Der alte Tobias übernimmt das Flickwerk, Sebastian hingegen die Anfertigung von neuem Schuhwerk.
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Der Eschenjäger
Der junge Eschenjäger ist wohl ein besonders tüchtiger Kletterer, denn er hat mit einem fremden Herrn einmal den Gschaider Schneeberg, den Gars, bestiegen und des zum Zeichen eine rote Fahne aufgestellt, die der fremde Herr dann dem Pfarrer von Gschaid geschenkt hat und die bei der Rettung der Kinder ebenfalls als Signal dient. Er gehört in die Gruppe derer, die die Kinder als erstes finden.
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Der Hirte Philipp
Auch der Hirte Philipp ist in der Gruppe derer, die die Kinder am Morgen des ersten Weihnachtstages finden und in die Sideralphütte hinabbringen. Er ist der, der in das Horn bläst, das die Kinder hören.
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Der Holzknecht Michael
Bei der Suchaktion schickt der Färber den Holzknecht Michael nach Gschaid, nachdem er erkannt hat, dass die Kinder den Berg hinaufgegangen sein mussten. Er kehrt zum Färber fast oben am Gletscher, und kann ihn schon über die Auffindung der Kinder informieren.