Don Karlos

Inhaltsangabe

Das Drama »Don Karlos« ist eines der berühmtesten Werke von Friedrich Schiller. Der Dichter verfasste das Werk zwischen 1783 bis 1787 und veröffentliche es unter dem vollständigen Titel »Don Karlos, Infant von Spanien« noch 1787, wo es im Sommer des gleichen Jahres erstmals zur Aufführung kam. Das Stück beschreibt Ereignisse vor dem Hintergrund des durch die spanische Besetzung der Niederlande ausgelösten Achtzigjährigen Krieges. Die Protagonisten sind König Philipp II. von Spanien, dessen Sohn Don Karlos, die Königin Elisabeth von Valois und einstige Geliebte des Thronfolgers und weitere Charaktere des spanischen Hofes. Eng verwoben mit den politischen Geschehnissen sind familiäre Konflikte rund um die Königsfamilie.


Die Titelfigur Don Karlos ist der Sohn des spanischen Königs Philipp II., dessen Regentschaft vom Januar 1556 bis zum September 1598 andauerte. Der einstmals politisch sehr interessierte Prinz widmet seine ganze Aufmerksamkeit nur noch Elisabeth von Valois, in die er unsterblich verliebt ist. Allerdings hat sein Vater, der König, diese Frau inzwischen geheiratet, wodurch Elisabeth zur Stiefmutter von Don Karlos wird. Der kann Elisabeth nun nur noch aus der Ferne bewundern, während sein Vater von tiefem Misstrauen gegenüber seinem Sohn durchdrungen ist. Vor diesem Hintergrund begegnen sich Don Karlos und sein Jugendfreund Marquis von Posa in Aranjuez wieder. Der Vertraute ist aus den Niederlanden zurückgekehrt, wo er politische Konflikte bereinigen soll. Um eine dort drohende Eskalation zu verhindern, will der Marquis von Posa den Prinzen dazu bewegen, in die Provinz Flandern zu reisen, um dort zu vermitteln. Don Karlos hat daran aber kein Interesse und vertraut sich seinem Jugendfreund an. Er gesteht seine Gefühle, die er für Elisabeth hegt und bittet den Marquis, ein heimliches Treffen zu arrangieren, was dieser auch tut. Im Verlauf dieser Zusammenkunft erklärt Elisabeth von Valois ihrem ehemaligen Verlobten aber, dass sie ihr Dasein nun ausschließlich dem König und dem Land gewidmet habe. Sie fordert Don Karlos auf, seine ganze Kraft ebenfalls in den Dienst der spanischen Krone zu stellen. Der Prinz beschließt, diesem Rat zu folgen. Dazu muss er seinem misstrauischen Vater mit Entschlossenheit, aber auch mit Demut gegenübertreten. König Philipp II. bleibt aber skeptisch, erklärt seinen Sohn für eine Statthalterschaft in Flandern für inkompetent und besetzt den Posten stattdessen mit dem Herzog von Alba, einem weitaus älteren Hitzkopf und Draufgänger.

Don Karlos verbleibt also am spanischen Hof und bekommt unverhofft einen Liebesbrief mit der Einladung zu einem heimlichen Treffen. Voller Vorfreude und Begeisterung kommt er der Einladung nach, denkt er doch, der Brief stamme von seiner einstigen Verlobten Elisabeth. Was der Prinz nicht weiß ist, dass die Verfasserin eigentlich die Prinzessin von Eboli ist, die ebenfalls einem Irrtum erliegt und dem Prinzen gegenüber ihre Gefühle offenbart. Im weiteren Verlauf stellt sich durch einen Brief des Königs an die Prinzessin heraus, dass Prinzessin von Eboli eine Geliebte des Königs ist, die mit dem Grafen von Silva vermählt werden soll, um in der Öffentlichkeit keinen Verdacht zu erregen. Don Karlos darf diesen Brief an sich nehmen. Er will damit seiner Stiefmutter Elisabeth die Augen öffnen, die er immer noch liebt. Prinzessin von Eboli ist allerdings durch die Zurückweisung des Prinzen schwer gekränkt und will sich sowohl an Don Karlos wie auch an Elisabeth dafür rächen.

Dieses Vorhaben ist ganz im Sinne von Herzog Alba und Pater Domingo, zwei Gegenspielern von Don Karlos. Ihr Plan sieht vor, der Königin einige Briefe von Don Karlos zu stehlen, um sie dem König zu präsentieren. Der Prinz informiert zeitgleich seinen Jugendfreund, dem Marquis von Posa von den Verwicklungen. Der rät allerdings zunächst zur Verschwiegenheit und richtet den Blick des Prinzen wiederum auf das politische Geschehen. Der König erfährt unterdessen von dem heimlichen Treffen zwischen Don Karlos und Elisabeth. Außerdem wird das Gerücht gestreut, dass der König nicht der Vater von Elisabeths Tochter sei, woraufhin er den Tod der beiden Verliebten beschließt.

Der König erkennt, dass am Hof inzwischen Missgunst, Intrigen und Verrat regieren und stößt bei seiner Suche nach vertrauenswürdigen Beratern auf den Marquis von Posa. Der willigt nach anfänglichem Zögern ein und wird Minister, Vertrauter und schließlich auch Spion des Königs – allerdings nur dem Anschein nach. Der Marquis schmiedet mit dem Prinzen und Elisabeth ein Komplott gegen den König. Als er in den Unterlagen des Sohnes (wie beabsichtigt) die von der Prinzessin gestohlenen Briefe von Elisabeth findet, erlässt der König einen Haftbefehl gegen seinen Sohn.

Der oberste Leibwächter Graf von Lerma informiert den Prinzen über die Ereignisse. Als Don Karlos die vermeintlich Verbündete Prinzessin Eboli aufsucht, wird er vom Marquis von Posa dort festgenommen, was das Ende der geplanten Verschwörung gegen den König markiert. Als der Herzog von Alba den Haftbefehl gegen den Prinzen aufheben will, weigert der sich aber. Nur der König selbst solle ihn freilassen und seinen Ruf wieder herstellen. Daraufhin beschließt der Marquis von Posa sich selbst zu opfern, um seinen Freund zu retten, was er schließlich auch tut. Das trifft König Philipp II., der den Maquis als Vertrauten betrachtete, sehr. Es entbrennt ein heftiger Disput zwischen Vater und Sohn, während das Volk für die Freilassung des Prinzen demonstriert. Der König und auch der Großinquisitor haben da andere Absichten und wollen den Tod des Prinzen. Der hat sich heimlich in die Gemächer der Königin geschlichen, wo der König ihn schließlich entdeckt und an die Inquisition übergibt.


Die Kernaussage des Dramas in fünf Akten ist die durch gesellschaftliche Konventionen bedingte Einengung. Die Möglichkeiten, sich selbst und seine persönlichen Ziele zu verwirklichen, werden durch gesellschaftliche Vorgaben, Ansichten und Handlungsweisen stark eingeschränkt. Außerdem ist das Drama ein Plädoyer dafür, seine Gefühle (Don Karlos – Elisabeth) nicht zu verstecken, selbst wenn sie unpopulär oder gesellschaftlich nicht anerkannt sind. Freiheit und Toleranz sind zwei wesentliche Aussagen der literarischen Aufklärung. Ferner finden sich in dem Drama auch Tugend und Verstand, die hier vom Marquis von Posa verkörpert werden.


Hinweis: Eine alternative Schreibweise des Dramentitels bzw. der Hauptfigur ist »Don Carlos«. Bei der Anfertigung von Arbeiten für den Deutschunterricht solltest du dich für eine Schreibweise, also entweder »Carlos« oder »Karlos« entscheiden und diese dann konsequent verwenden.