Eine Inhaltsangabe zu schreiben ist nicht schwer. Dennoch gibt es einige Dinge, die man falsch machen kann.

Mit der folgenden Liste vermeidet ihr unnötige Fehler beim Schreiben der Inhaltsangabe.

Die vier häufigsten Fehler beim Schreiben von Inhaltsangaben:

  1. Falsche Zeit

    Da die Handlung des Werkes meist in der Vergangenheit spielt, ist man schnell dazu verleitet, die Inhaltsangabe auch in dieser Zeitform zu schreiben.

    Eine Inhaltsangabe wird immer in der Gegenwartsform (Präsens) geschrieben. Niemals in der Vergangenheit!

    Falsch: »Faust war ein Gelehrter, der nach Wissen strebte.«

    Richtig: »Faust ist ein Gelehrter, der nach Wissen strebt.«

  2. Unwichtige Informationen

    Dramen, Romane und Geschichten sind gespickt mit Einzelheiten und genauen Beschreibungen von Personen, Situationen und Schauplätzen. Da passiert es schnell, dass man in der Inhaltsangabe solche Details wiedergeben möchte.

    Eine Inhaltsangabe enthält nur die notwendigen und wichtigen Informationen der Handlung. In eine Inhaltsangabe gehören keine unwichtigen Details.

    Falsch: »Eines Nachts sitzt Faust in seinem Studierzimmer. Auf seinem Schreibtisch und in den Regalen stapeln sich Bücher, Studien und Zeichnungen. Faust stellt Überlegungen zum Sinn des Lebens an. Dabei trinkt er Wein, während es später und später wird. Gute Antworten auf Fausts Fragen wollen sich nicht einstellen.«

    Richtig: »Eines Nachts sitzt Faust in seinem Studierzimmer. Er macht sich Gedanken zum Sinn des Lebens, findet jedoch keine Antworten.«

  3. Wörtliche Rede

    Es wäre bequem, Aussagen und Dialog direkt aus dem Originaltext in die Inhaltsangabe zu übernehmen.

    Eine Inhaltsangabe gibt die Handlung in eigenen, sachlichen Worten wieder. Daher wird keine wörtliche Rede verwendet.

    Falsch: »Margarete fragt: ›Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?‹«

    Richtig: »Als beide sich wieder treffen, sprechen sie über Gretchens Religiosität und Fausts gegensätzliche Vorstellungen.«

  4. Zitate

    Zitate sind in einer Inhaltsangabe ebenso fehl am Platz wie die wörtliche Rede. Anders als in einer Interpretation wird nicht auf Textstellen verwiesen.

    Falsch: »Zurück in der Stadt begegnet Faust dem jungen Gretchen. Er denkt: ›Beim Himmel, dieses Kind ist schön‹ (Vers 2609).«

    Richtig: »Zurück in der Stadt begegnet Faust dem jungen Gretchen. Er ist von dem Mädchen verzückt.«