Von Mäusen und Menschen

Inhaltsangabe

In seinem 1937 erschienenen Roman »Von Mäusen und Menschen« (Originaltitel: »Of Mice and Men«) schildert John Steinbeck die tiefe Freundschaft zwischen zwei amerikanischen Landarbeitern, dem geistig behinderten Lennie und dem lebensgewandten George. Ihr » Amerikanischer Traum« von einer eigenen Farm scheitert auf brutale Weise. Der Roman spielt in den 1930er Jahren in Kalifornien.

Deutsche Übersetzung

Der Roman »Of Mice and Men« erschien 1940 in der Übersetzung von Elisabeth Rotten erstmals auf Deutsch unter dem Titel »Von Mäusen und Menschen«. 2002 veröffentlichte der Verlag »dtv« eine Neuübersetzung von Mirjam Pressler.


Lennie und George ziehen in den 1930er Jahren durch das ländliche Kalifornien. Sie verdienen ihren kargen Lebensunterhalt als Wanderarbeiter auf Farmen. Lennie ist geistig zurückgeblieben, dabei gutmütig, ehrlich und seinem Freund George treu ergeben. Er liebt alles, was schön und weich ist, und will es berühren. Zugleich verfügt er über unbändige körperliche Kraft. George sorgt für seinen Freund und übernimmt Verantwortung für ihn. Ihre Freundschaft bewahrt sie beide vor der Einsamkeit in der Welt der einzelgängerischen Landarbeiter.

Ihre Arbeitsstelle müssen die Freunde verlassen, weil Lennie das Kleid einer Frau anfasst, und nicht mehr loslassen kann. Die Frau fühlt sich bedroht und erstattet Anzeige. Auf dem Weg zur nächsten Farm übernachten sie am Ufer des Salinas-Flusses. Für den Fall, dass Lennie erneut in Schwierigkeiten gerät, treffen die Freunde eine Vereinbarung: Lennie soll sich bei diesem Rastplatz verstecken und auf George warten.

In seiner Tasche hält Lennie eine Maus verborgen, die er beim Streicheln versehentlich getötet hat. George schleudert sie wegen der möglichen Infektionsgefahr ans andere Flussufer. Dann träumen die Freunde laut ihren gemeinsamen Traum von einer eigenen Farm mit einer Kaninchenzucht für Lennie.

Auf der neuen Farm stellt George sich und Lennie vor. Er redet und denkt für beide, weist aber daraufhin, dass Lennie gut und hart arbeiten kann. Lennie hält sich an eine zuvor getroffene Absprache und schweigt. Den Juniorchef Curley und die anderen Arbeiter macht das misstrauisch. Einzig der Rosspfleger Slim erkennt Lennies kindliches Wesen und die tiefe Verbundenheit zwischen den Freunden. Er schenkt Lennie einen Welpen, den dieser fortan unentwegt streicheln möchte.

Nach der Begegnung mit dem streitsüchtigen Curley und dessen schöner Frau, die versucht, mit den Landarbeitern anzubändeln, spürt Lennie das Unheil, das in der Luft liegt. Er versucht George zum Weiterziehen zu überreden. Doch George verlangt von seinem Freund nur, jeder Gefahr aus dem Weg zu gehen und sich auf kein Gespräch einzulassen.

Schon am ersten Abend geht Curley auf Lennie los, der die Schläge stoisch erträgt. Erst als George ihn auffordert sich zu wehren, fasst Lennie nach Curleys Hand und zermalmt sie, ohne es zu merken. Curley weiß, dass er schuld ist. Man einigt sich darauf zu behaupten, er habe sich die Hand bei einem Unfall verletzt. Curleys einsame und gelangweilte Frau sucht weiterhin den Kontakt zu den Arbeitern. Sie hat es besonders auf den hilflosen Lennie abgesehen.

Der alte Candy hat Ersparnisse, die er in die Farm von Lennie und George einbringen will; der Traum vom eigenen Land scheint näher zu rücken. Lennie verbringt jede freie Minute in der Scheune bei seinem jungen Hund. Eines Tages tötet er das Tier unbeabsichtigt durch einen seiner unkontrollierten Schläge. Er ist traurig und wütend. Vor allem fürchtet er, dass George ihm nun nicht die Sorge für die Kaninchen übertragen wird.

In dieser Verfassung trifft ihn Curleys Frau in der Scheune an. Lennie versucht, sich vor ihren Annäherungsversuchen zu schützen. Ihrer Aufforderung, ihr weiches Haar zu streicheln, kann er jedoch nicht widerstehen. Lennie greift immer kräftiger zu. Als die Frau zu schreien beginnt und flüchten will, gerät er in Panik. Er packt und schüttelt sie und bricht ihr dabei ungewollt das Genick. Lennie begreift, dass er in ernsten Schwierigkeiten steckt. Er flüchtet zu der Stelle am Flussufer und wartet auf George.

Als die Landarbeiter die Leiche der Frau entdecken, machen sie Jagd auf Lennie. George kommt den Männern zuvor und findet Lennie: Er grämt sich, weil er seinen Freund enttäuscht hat. George redet beruhigend auf ihn ein. Während er für Lennie ein letztes Mal ihren gemeinsamen Traum ausmalt, tötet er ihn mit einem Genickschuss, um ihn vor der Lynchjustiz zu retten. Slim begreift, dass George mit Lennie auch seinen eigenen Traum von einem besseren Leben und damit einen Teil von sich selbst getötet hat. Seite an Seite gehen sie auf der Landstraße zurück.


»Von Mäusen und Menschen« ist einer der bekanntesten Romane des Literaturnobelpreisträgers John Steinbeck. Poetische Naturbetrachtungen stehen neben eindringlichen Schilderungen des rauen und harten Lebens der amerikanischen Landarbeiter in den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise. Vor diesem Hintergrund entwickelt John Steinbeck die bewegende Geschichte einer Freundschaft, die Gemeinsamkeit und Zusammenhalt über die Interessen des Individuums stellt. Der »American Dream« von Lennie und George scheitert auf tragische Weise. Dennoch ist dieses Meisterwerk der amerikanischen Erzählkunst getragen von Hoffnung und dem Glauben an das Gute im Menschen.