Inhaltsangabe

Ferdinand von Saars 1874 erschienene Novelle »Die Steinklopfer« spielt zur Zeit des Baus der Semmeringbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Orte der Handlung sind die Bergregion des Semmering und Wien. Im Mittelpunkt stehen Tertschka und Georg, denen das Leben sehr zugesetzt hat. Sie finden bei ihrer harten Arbeit im Steinbruch zueinander und verteidigen ihre Liebe gegen alle Widrigkeiten.

I

Die Semmering-Bahn ist fast fertig gebaut, als der wegen Krankheit ausgemusterte Soldat Georg Huber beim Aufseher erscheint. Der teilt ihn zum Steineklopfen am nächsten Tag ein. Keiner der anderen Arbeiter nimmt Notiz von Georg, nur Tertschka, die Stieftochter des Aufsehers, zeigt ihm einen Schlafplatz in der armseligen Hütte, wo die Kolonne haust.

II

Unter Tertschkas Anleitung arbeitet der geschwächte Georg am nächsten Tag im Steinbruch. Tertschka hält sich wie immer fern von den anderen. Sie teilt ihr weniges Brot mit Georg. In langen Gesprächen über ihr hartes Los und eintöniges Leben finden beide in der folgenden Zeit Trost. Der Aufseher ist brutal und beutet die Arbeiter, besonders seine Stieftochter, aus. Heimlich verabreden sich Tertschka und Georg zum Kirchgang. Sie verbringen einen Sonntag zusammen und gestehen sich ihre Liebe.

III

Georg und Tertschka halten ihre Liebe geheim, bis der Aufseher sie bei einer Umarmung ertappt. Er schlägt Georg und kündigt ihm. Georg beschließt, um sein Glück kämpfen. In der Hütte kommt es zum Streit um Tertschka und der Aufseher droht Georg mit der Polizei. Georg kündigt seinerseits an, die tyrannische Herrschaft des Aufsehers zur Anklage zu bringen. Als der Aufseher sich mit einem Messer auf Georg stürzt, verteidigt dieser sich mit einem Hammer und der Aufseher wird tödlich getroffen. Georg lässt sich widerstandslos abführen.

IV

Georg wird in ein Militärgefängnis in Wien gebracht. Ihn plagen Reue und Sorge um Tertschka. Diese arbeitet inzwischen in Wien auf einer Baustelle. Der Auditor verschleppt den Fall und vergeblich spricht Tertschka bei ihm vor. In ihrer Not wendet sie sich an den Obersten des Platzkommandos. Wahrheitsgemäß schildert sie ihm den Fall und der Oberst verspricht, sich für sie einzusetzen. Bald darauf kommt Georg frei, weil die viermonatige Untersuchungshaft sowie seine tadellose Führung und der Umstand der Notwehr auf die verhängte Strafe angerechnet werden.

Der Oberst erinnert sich einer großen Liebe in jungen Jahren, von der er betrogen wurde. Seither konnte er nicht mehr an echte Gefühle glauben – bis er Tertschka und Georg begegnete. Deshalb will er den beiden helfen.

Aus dem letzten Abschnitt ergibt sich, dass Tertschka und Georg seit fünfzehn Jahren in einem Bahnwärterhäuschen leben und arbeiten. Sie haben zwei Kinder.

Die Novelle gehört zur Epoche des Poetischen Realismus (1848 – 1890). Die Semmeringbahn war die erste Gebirgsbahn Europas. Bis zu 20.000 Arbeiter haben sie mit einfachsten Mitteln errichtet. Etwa 1.000 von ihnen verloren dabei durch Unfälle und Krankheiten wie Typhus und Cholera ihr Leben. Ferdinand von Saar hat das Schicksal zweier einfacher Menschen jener Zeit herausgegriffen, literarisch bearbeitet und ihnen damit ein Denkmal gesetzt.


Zusammenfassung von Mia Sabinger /  Inhaltsangabe.de.
Veröffentlicht am 23. Januar 2014, zuletzt aktualsiert am 26. März 2017.