Literaturepochen

Was sind Literaturepochen?

Literaturepochen unterteilen die Literaturgeschichte in Abschnitte, um Orientierung und eine Hilfestellung bei der Zuordnung von literarischen Texten zu geben.

Erst die Kenntnis der Entstehungszeit und des kulturellen Hintergrunds eines Textes ermöglicht es, ihn zu verstehen und zu deuten.

Wortbedeutung: Epoche

Der Begriff Epoche leitet sich vom griechischen Wort epoché ab und bedeutet Haltepunkt oder Einschnitt.

Bei der Festlegung auf genaue Jahreszahlen einer Epoche gibt häufig unterschiedliche Meinungen; Anfang und Ende einer Literaturepoche können nicht immer exakt festgelegt werden. Die Grenzen zwischen ihnen sind häufig fließend und manche Literaturepochen überlappen sich oder laufen zeitlich parallel, wie etwa der Biedermeier und das Junge Deutschland.

Mitunter kann es auch schwierig sein, einen Autor einer bestimmten Literaturepoche zuzuordnen. Einige Autoren haben Werke geschrieben, die Verbindungen zu verschiedenen Epochen aufweisen. So erstreckt sich das Gesamtwerk von Goethe oder auch Schiller beispielsweise auf mehr als eine Epoche.

Literaturgeschichte

Die Literaturgeschichte ist ein Teilgebiet der Literaturwissenschaft und befasst sich mit zeitlichen Verlauf von National- bzw. Weltliteratur. Dabei wird vorausgesetzt, dass Literatur und deren Geschichte untrennbar verbunden ist mit der Sprachgeschichte, der Kulturgeschichte und der politischen Geschichte eines jeweiligen Landes.

Für gewöhnlich nutzen Literaturhistoriker die verschiedenen Epochen, um die Literaturgeschichte in Abschnitte einzuteilen und diese voneinander abzugrenzen. Allgemeine Annahme ist dabei, dass jede Zeit ihre ganz eigenen Merkmale (kulturell, politisch, wirtschaftlich etc.) hat und diese sich in der Literatur widerspiegeln.

Frühmittelalter (ca. 500–1180)

In der europäischen Geschichte bezeichnet das Mittelalter die Kulturepoche zwischen der Antike und Neuzeit. Die Literatur des Frühmittelalters bestand vorwiegend aus religiösen Texten, da häufig nur Mönche und andere kirchliche Würdenträger lesen und schreiben konnten. Zur besseren Einordnung wird die Literatur im Mittelalter in drei Abschnitte gegliedert: althochdeutsche Literatur (ca. 760–1060), frühmittelhochdeutsche Literatur (ca. 1060–1120) und vorhöfische Literatur (ca. 1120–1180).

Wichtige Autoren
  • Otfrid von Weißenburg
  • Williram von Ebersberg
  • Hildegard von Bingen

Hochmittelalter (1170–1250)

Im Hochmittelalter lösten Fürstenhöfe und Ritterburgen die Klöster als Zentren des literarischen Schaffens ab und der Minnesang erlebte seine Blütezeit. An den den Adelshöfen übernahmen Ritter die Rolle von Dichtern, Komponisten und Minnesängern. Im Zuge dessen entstanden zahlreiche Heldensagen (Heldenepos), Abenteuererzählungen und die ritterliche Dichtung. Literatur war im Hochmittelalter vorrangig Auftragskunst, die die Autoren auf reiche Gönner anwies.

Wichtige Autoren
  • Hartmann von Aue
  • Wolfram von Eschenbach
  • Neidhart von Reuental
  • Gottfried von Straßburg
  • Walther von der Vogelweide

Spätmittelalter (1250–1500)

In der Epoche des Spätmittelalters entstanden die ersten Stadtchroniken und das Bürgertum in den Städten gewann an Bedeutung im Hinblick auf die Themen der Literatur. Das Volkslied löste den Minnesang ab und zahlreiche Gedichte entstanden. Mit der Erfindung des Buchdrucks am Ende des Spätmittelalters vervielfachte sich die Zahl der verfügbaren Schriften innerhalb kürzester Zeit.

Wichtige Autoren

  • Johannes von Tepl
  • Meister Eckhart
  • Mechthild von Magdeburg

Renaissance (1350–1600)

Der Begriff Renaissance stammt aus dem Französischen und heißt »Wiedergeburt«. Die Epoche beschreibt die Schwelle zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit. Eine Wiederentdeckung der griechisch-römischen Antike und Abkehr der christlichen Philosophie des Mittelalters kennzeichneten die Renaissance. Durch den Humanismus rückte der Mensch in den Mittelpunkt und Volksbücher mit Sagen, Legenden oder Fabeln erfreuten sich großer Beliebtheit.

Wichtige Autoren

  • Hermann Bote
  • Sebastian Brant
  • Ulrich von Hutten
  • Hans Sachs
  • Johannes von Tepl

Barock (1600–1720)

War die Dichtung der Renaissance oftmals noch in lateinischer Sprache verfasst, so begann im Barock die Zeit der deutschsprachigen Literatur. Herrschende Staatsform war der Absolutismus, der als gottgewollt verstanden wurde. Deswegen erfolgte im Barock eine erneute Hinwendung zu Gott. Zentrale Motive der Literatur waren: Vanitas (Vergänglichkeit), Memento mori (Bedenke, dass du sterben wirst) und Carpe diem (Nutze den Tag).

Wichtige Autoren

  • Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
  • Andreas Gryphius
  • Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
  • Daniel Casper von Lohenstein
  • Martin Opitz

Aufklärung (1680–1800)

Durch Gedanken der Aufklärung emanzipierte sich das Bürgertum zunehmend von den absolutistischen Herrschern und der Kirche. Es gab immer mehr freie Schriftsteller, die sich keinem Fürsten verpflichtet sahen. Im Zeitalter der Vernunft, wie die Aufklärung auch genannt wird, sollten sich alle Menschen von ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien. Deswegen erlebten Bildungsromane und Fabeln einen Aufschwung, da sich mit ihnen moralische Normen und erzieherische Inhalte hervorragend vermitteln ließen.

Wichtige Autoren

  • Christian Fürchtegott Gellert
  • Johann Christoph Gottsched
  • Friedrich von Hagedorn
  • Immanuel Kant
  • Friedrich Gottlieb Klopstock
  • Gotthold Ephraim Lessing
  • Christoph Martin Wieland

Empfindsamkeit (1740–1790)

Die Empfindsamkeit ist eine Strömung innerhalb der Aufklärung und kann als Erweiterung dieser Epoche verstanden werden. Lag der Fokus der Aufklärung auf der reinen Vernunft (Ratio), erfolgte nun eine Ergänzung durch die Empfindungen (Emotio). Das Bildungsbürgertum betonte das Private stärker und intensives Lesen (z. B. in Lesegesellschaften) wurde gesellschaftsfähig. Der Roman gewann zunehmend an Bedeutung.

Wichtige Autoren

  • Samuel Richardson
  • Laurence Sterne
  • Friedrich Gottlieb Klopstock
  • Sophie von La Roche
  • Christian Fürchtegott Gellert

Sturm und Drang (1770–1790)

Die Epoche des Sturm und Drang prägte den Begriff des »Genies« als Urbild des schöpferischen Menschen. Das Genie folgte seinem Herzen und seinem Gefühl mit dem Ziel der freien Selbstentfaltung und unterwarf sich weder Autoritäten noch bestehenden Regeln. Stürmer und Dränger waren meist junge Autoren, die stärker gegen die vernunftsfokussierte Aufklärung rebellierten als die Vertreter der Empfindsamkeit. Wichtigste literarische Gattung des Sturm und Drang war das Drama.

Wichtige Autoren

  • Gottfried August Bürger
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Johann Gottfried Herder
  • Friedrich Maximilian Klinger
  • Jakob Michael Reinhold Lenz
  • Friedrich Schiller

Weimarer Klassik (1786–1832)

Die Weimarer Klassik war geprägt vom Wunsch nach Harmonie, Sittlichkeit und menschlicher sowie ästhetischer Vollendung. Sie bildete den Gegensatz zum Sturm und Drang, den Widersprüche und Konflikte zwischen der Gesellschaft und dem Individuum kennzeichneten. Autoren der Klassik lehnten politische Umwälzungen ab und strebten nach Frieden und Ausgleich. Zentrale Vertreter der Epoche waren Goethe und Schiller.

Wichtige Autoren

  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Johann Gottfried Herder
  • Friedrich Schiller
  • Christoph Martin Wieland

Im Umkreis von Weimarer Klassik und Romantik:

  • Heinrich von Kleist
  • Friedrich Hölderlin

Romantik (1790–1830)

Der beginnenden Industrialisierung und dem Gesellschaftswandel begegneten die Romantiker mit einer Ablehnung der Wirklichkeit und der Betonung fantastischer Gegenwelten. Vertreter der Romantik sahen in der wilden und ungezähmten Natur einen Ort der Zuflucht vor der lebensfeindlichen Stadt. Das Mittelalter wurde verklärt und als heile Gegenwelt dargestellt. In der Romantik waren epische Kurzformen (Märchen, Novellen und Erzählungen) oft beliebter als lange Romane.

Wichtige Autoren

Biedermeier (1815–1848)

Im Biedermeier wurde den konfliktreichen Umwälzungen des 18. Jahrhunderts eine heile Welt der Ich-Bezogenheit gegenübergestellt. Genügsamkeit, Einfachheit und Kontrolle über die eigenen Leidenschaften galten als tugendhaft. Die Autoren des Biedermeier waren kaum politisch. Das Glück sahen sie in der Harmonie von Häuslichkeit und Familie. Einige Motive der Romantik z. B. Naturverbundenheit wurden auch vom Biedermeier aufgenommen.

Junges Deutschland (1825–1848)

Die Schriftsteller des Jungen Deutschland waren zumeist Intellektuelle, studentische Burschenschaften und Personen des Bürgertums. Sie sahen sich in einer politischen und gesellschaftlichen Verantwortung. Damit bildet diese kurze Epoche einen Kontrast zum unpolitischen Biedermeier. Mit der Herausgabe von Zeitungen, Broschüren und Manifesten waren die Vertreter des Jungen Deutschland maßgeblich daran beteiligt, dem modernen Journalismus den Weg zu ebnen.

Wichtige Autoren

  • Ludwig Börne
  • Karl Gutzkow
  • Heinrich Laube

Vormärz (1825–1848)

Durch das Verbot von Werken des Jungen Deutschland radikalisierten sich die Literaten des Vormärz zunehmend und rückten die politischen Ideale und das gesellschaftliche Engagement noch stärker in den Fokus ihrer Arbeit. Mit ihren Werken wollten sie den Kampf und die Auflehnung gegen die bestehenden politischen und sozialen Verhältnisse unterstützen. Mit zahlreich veröffentlichten politischen Gedichten und Liedern trat die Lyrik als vorherrschende Literaturgattung des Vormärz in Erscheinung.

Wichtige Autoren

Bürgerlicher Realismus (1848–1890)

Im Realismus erfolgte eine Fokussierung auf die Wirklichkeit. Die Schriftsteller lehnten die bisherigen Ideen hinter der Literatur ab. Sie verzichteten bewusst auf Idealisierung (Klassik) und Verklärung (Romantik). In den Texten des Realismus sollte das Typische, Wesentliche im Mittelpunkt stehen. Dabei wurde Wert auf eine einwandfreie, klare und schlichte Sprache gelegt. Bildungsromane und Balladen waren die beliebtesten literarischen Textsorten des Realismus.

Wichtige Autoren

Naturalismus (1880–1900)

Die Literatur des Naturalismus war geprägt von den Entwicklungen in der Technik, Medizin, und Industrie, die den Glauben an Gott und das Jenseits stark in Frage stellten. Kritik übten die Autoren vor allem am wachsenden gesellschaftlichen Elend, das eine Folge der Industrialisierung war und im Zuge dessen sich Großstädte zu Metropolen entwickelten. Die zentralen Themen waren: Probleme der unteren sozialen Schichten, Not der Fabrikarbeiter, Alkoholismus, Kriminalität und die detaillierte Schilderung der hässlichen Seiten des Lebens.

Wichtige Autoren

  • Hermann Conradi
  • Gerhart Hauptmann
  • Arno Holz
  • Max Kretzer
  • Johannes Schlaf

Fin de Siécle und Moderne (1890–1914)

Die Epoche der Moderne wird häufig mit dem Begriff Fin de Siècle (französisch: Ende des Jahrhunderts) in Verbindung gebracht. Dieser Sammelbegriff bündelt verschiedene, nicht klar voneinander abzugrenzende Literaturströmungen um die Jahrhundertwende: Décadence, Symbolismus, Jugendstil, Impressionismus, Neuromantik. Eine Gemeinsamkeit war die Abkehr vom Naturalismus und das Einläuten der Moderne als neue Epoche. Mit der Entdeckung des Unterbewusstseins durch Freud entwickelte sich die Erzähltechnik des inneren Monologs.

Impressionismus (1890–1920)

Zunächst bezeichnete der Begriff Impressionismus eine Epoche in der bildenden Kunst. Erst später wurde dieser Begriff auch auf andere Kunstgattungen wie Musik und Literatur übertragen. Die Autoren des Impressionismus zielten darauf ab, spontane Sinneseindrücke einzufangen und den Blick auf die Welt als (flüchtige) Stimmung zu vermitteln. Der Fokus der Werke richtete sich auf die innere subjektive Wirklichkeit.

Wichtige Autoren

Expressionismus (1910–1925)

Das literarische Leben zur Zeit des Expressionismus spielte sich vor allem in den Großstädten ab. Aufgrund der Kriegserfahrungen und neuer politischer Spannungen trat eine Ästhetik des Hässlichen in den Vordergrund. Das Hässliche zeigte sich insbesondere in den Schilderungen von Gewalt, Tod, Leid und Verwesung. In der Sprache erfolgte eine Auflösung des grammatisch korrekten Satzbaus.

Wichtige Autoren

  • Gottfried Benn
  • Georg Heym
  • Georg Trakl
  • Georg Kaiser

Neue Sachlichkeit / Weimarer Republik (1918–1933)

Der Begriff Neue Sachlichkeit wird für die Literatur der Weimarer Republik verwendet. Charakteristisch ist eine Ablehnung des subjektiv ausgerichteten Expressionismus und eine Hinwendung zur sehr sachlichen Wiedergabe der Alltagswelt. In der Literatur zeigte sich dies deutlich in der Verwendung einer emotionslosen, nüchternen und distanzierten Sprachwahl. Die Wiedergabe der Realität erfolgte häufig in Form von Essays.

Wichtige Autoren

  • Bertolt Brecht
  • Alfred Döblin
  • Lion Feuchtwanger
  • Erich Kästner
  • Erich Maria Remarque
  • Kurt Tucholsky

Exilliteratur (1933–1945)

Die nationalsozialistische Herrschaft hatte Einfluss auf das gesamte wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Leben. Viele Autoren, Künstler und Intellektuelle mussten aus politischen oder rassistischen Gründen um ihr Leben fürchten und verließen Deutschland. Es gab keine einheitlichen formalen Merkmale (Stil, Sprache und Inhalt), die die Exilliteratur prägten. Einigkeit herrschte in der Ablehnung und Bekämpfung des Nationalsozialismus. Warnung vor und Aufklärung zum NS-Regime waren dabei das gemeinschaftliche Ziel der Exilautoren.

Wichtige Autoren

  • Bertolt Brecht
  • Lion Feuchtwanger
  • Mascha Kaléko
  • Hans Sahl

Innere Emigration (1933–1945)

Während des NS-Regimes flohen nicht alle Autoren vor der Gewalt ins Ausland. Diejenigen, die in Deutschland blieben, aber dennoch nicht mit dem NS-Regime sympathisierten, wählten den Weg der Inneren Emigration und bildeten eine geistige Opposition. Entweder wählten sie unpolitische Themen oder übten Kritik mithilfe einer verschlüsselten Sprache aus. Man spricht von »Kritik zwischen den Zeilen« oder einem »getarnten Schreiben«.

Wichtige Autoren

  • Stefan Andres
  • Ernst Jünger
  • Erich Kästner
  • Oskar Loerke

Trümmerliteratur (Nachkriegsliteratur) (1945–1950)

Nach dem Krieg lagen viele Städte in Trümmern, die Menschen waren traumatisiert und der Alltag war von Hunger und existenzieller Not geprägt. Die Autoren der Trümmerliteratur waren entweder Heimkehrer (Krieg, Exil, Konzentrationslager) oder junge Schriftsteller, die dazu aufriefen, die gegenwärtige Realität authentisch darzustellen. Die wichtigste Form der Literatur war die Kurzgeschichte, in der meistens eine Alltagssituation beschrieben wurde. Auch die Frage nach der Schuld bzw. Mitschuld am Kriegsgeschehen wurde vielfach thematisiert.

Wichtige Autoren

  • Bertolt Brecht
  • Heinrich Böll
  • Paul Celan
  • Wolfgang Borchert
  • Günter Grass

Literatur der 1950er-Jahre

Die 1950er-Jahre waren vom Wiederaufbau und dem wirtschaftlichen Aufschwung geprägt. Der Anstieg des Konsums durch das Wirtschaftswunder verdrängte die gesellschaftliche und auch literarische Aufarbeitung der Vergangenheit. Es herrschte ein generelles Misstrauen gegenüber Ideologien und des damit verbundenen Missbrauchs der Sprache. Demzufolge suchten die Autoren nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Die Verwendung von Chiffren und Gleichnissen war stilprägend.

Wichtige Autoren

  • Wolfgang Koeppen
  • Max Frisch
  • Friedrich Dürrenmatt
  • Hans Magnus Enzensberger

Literatur der 1960er-Jahre

Mit dem Kalten Krieg wuchs die Angst vor einem Atomkrieg bzw. vor einem möglichen Dritten Weltkrieg. Auch das Wirtschaftswunder geriet Mitte der 1960er ins Stocken und es kam zu Massenentlassungen. Zwischen der älteren und der jüngeren Generation entstand ein Konflikt, was sich in Studentenrevolten äußerte und eine Politisierung der Literatur in den 1960er-Jahren zur Folge hat. Die Verwendung von Materialien wie Zeugenaussagen, Fotos und Dokumenten löste die Grenze zwischen literarischen und nicht-literarischen Formen auf. Demnach trat der Dokumentarismus als beliebte literarische Form an die Stelle der Kurzgeschichte.

Wichtige Autoren

  • Heinrich Böll
  • Ernst Jandl
  • Ingeborg Bachmann

Neue Subjektivität (1970–1979)

In den 1970er-Jahren erfolgte eine Akzentuierung hin zu mehr Innerlichkeit, privaten Beziehungen und individuellen Befindlichkeiten. Die Neue Subjektivität bildete die Gegenbewegung zur politisierenden Literatur der 1960er-Jahre. In der feministischen Bewegung entstand die Frauenliteratur, die traditionelle Rollenbilder in Frage stellte. Viele Autoren schrieben Werke mit autobiografischem Bezug, die Themen der Selbstfindung und -erfahrung aufgriffen.

Wichtige Autoren

  • Peter Handke
  • Karin Struck
  • Martin Walser

Postmoderne und Popliteratur (1980–2000)

Der Begriff Postmoderne (wörtlich: Nachmoderne) hat sich in den 1980er-Jahren etabliert. Innerhalb der Postmoderne erfolgte eine Überwindung der Moderne durch eine extreme Vielfalt und Mischung verschiedener Stilrichtungen. Die Popliteratur beschrieb die Wirklichkeit als von Medien, Werbung und Konsum geprägt. Dabei erfolgte eine Aufwertung des Lustprinzips (Hedonismus). Prägendes Merkmal war die Intertextualität, bei der Bezüge zu anderen literarischen und nicht-literarischen Texten in ein Werk einflossen.

Wichtige Autoren

Literatur der DDR (1950–1989)

In der DDR war der Literaturbetrieb vom Staat gesteuert und damit ideologisch geprägt. Literatur galt als ein Instrument, um eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen und die Politik zu legitimieren. Einer staatskritische Meinung wurde mit Zensur und Unterdrückung begegnet. Dennoch erfolgte im Gegensatz zur BRD eine konsequente Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. In der Literatur erfuhr die Arbeiterklasse eine starke Aufwertung und wurde zum Ideal erhoben.

Wichtige Autoren

  • Christa Wolf
  • Sarah Kirsch
  • Wolf Biermann

Tendenzen der Gegenwartsliteratur (ab ca. 1990)

Unter dem Begriff Gegenwartsliteratur werden die literarischen Entwicklungen seit der Wiedervereinigung Deutschlands zusammengefasst. Die Globalisierung und Digitalisierung sind kennzeichnend für die Gegenwart. Literatur wird in Events eingebunden (Buchmessen, Poetry Slam etc.) und anhand ihrer Vermarktbarkeit bewertet. Der traditionelle Buchmarkt wird durch eine neue Publikationsplattform (Internet) ergänzt. Blogs erzeugen neue Schreibformen (Netzliteratur).

Wichtige Autoren

  • Daniel Kehlmann
  • Herta Müller
  • Bernhard Schlink

↑ Zurück zur Übersicht