Stilmittel sind Ausdrucksmittel, die einen bestimmten Stil kennzeichnen. Dabei kann es sich zum Beispiel um den Stil eines Werks, eines Autors oder Künstlers oder den Stil einer Epoche handeln. Stilmittel finden sich in der Literatur, der bildenden Kunst sowie in der Musik.

Was sind rhetorische Stilmittel?

Rhetorische Stilmittel sind sprachliche Ausdrucksmittel. Rhetorische Stilfiguren weichen – absichtlich oder unabsichtlich – vom alltäglichen Sprachgebrauch ab. Sie heben einzelne Teile eines Textes oder einer Rede hervor: durch Betonung, Veranschaulichung oder besondere Einprägsamkeit.

Funktion und Wirkung rhetorischer Stilmittel

Rhetorische Stilfiguren können:

  • Gefühle transportieren;
  • eine Rede lebendiger und emotionaler machen;
  • Texte unterhaltsamer und kurzweilig machen;
  • die Wirkung und Überzeugungskraft eines Textes oder eines Wortbeitrags erhöhen;
  • mit wenigen Worten eine hohe Aussagekraft erzeugen und dadurch Texte verdichten;
  • überraschen und Aufmerksamkeit erzwingen;
  • Bilder erzeugen, die sich im Kopf festsetzen.

Vor allem der letzte Punkt macht rhetorische Stilmittel für die Werbung zum Beispiel unentbehrlich. Anwendungsgebiete sind also sowohl Literatur und sprachlicher Alltag als auch Politik und Werbung.

Die 5 wichtigsten Stilmittel

  1. Metapher
  2. Alliteration
  3. Oxymoron
  4. Euphemismus
  5. Ellipse

Liste der Stilmittel von A bis Z

Insbesondere für Interpretationen und Textanalysen ist es wichtig, rhetorische Figuren und andere sprachliche Mittel zu kennen und identifizieren zu können. Die Übersicht wichtiger Stilmittel und Redefiguren auf dieser Seite soll dabei helfen. Zu jedem Begriff gibt es eine kurze Erläuterung sowie Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen.

Denn Beispiele für den Einsatz sprachlicher Stilmittel lassen sich nahezu überall finden: in den Literaturgattungen Epik, Drama und Lyrik, in politischen Reden, im Journalismus und in der Werbung. Nicht zuletzt in der Alltagssprache verwenden wir regelmäßig sprachliche Mittel, etwa um bestimmte Aussagen zu unterstreichen.

Akkumulation
Eine Akkumulation (auch: Accumulation, Reihung) ist eine Figur der Worthäufung; anstelle des zusammenfassenden Oberbegriffs (in den Beispielen: Glück, Welt, Gestirne und Reichtum) steht die gehäufte Aneinanderreihung mehrerer Unterbegriffe :

  • »Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!« (Goethe, »Faust I«)
  • »Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städte und Felder« (Paul Gerhardt)
  • »Sonne, Mond und Sterne« (aus einem Kinderlied)
  • »Ich war an Kunst / und Gut / und Stande groß und reich« (Paul Fleming)
Allegorie
Eine Allegorie ist ein bildlicher Ausdruck. Die Allegorie ist das Gemeinte, im Unterschied zum Symbol, welches das Gemeinte bedeutet. Ein abstrakter Begriff oder Gedanke wird bildhaft belebt dargestellt:

  • »Justitia« = Gerechtigkeit
  • »Fortuna« = Glück
  • »Amor« = Liebe
Alliteration
Die Alliteration ist eine Klangfigur, bei der die betonten Silben aufeinanderfolgender Wörter den gleichen Anfangslaut (Anlaut) haben:

  • »bei Nacht und Nebel«
  • »bei Wind und Wetter«
  • »der Rubel rollt«
  • »gut und gern«
  • »Haus und Hof«
  • »klipp und klar«
  • »mit Kind und Kegel«
  • »mit Mann und Maus«
  • »mit Schimpf und Schande«
  • »mit Zittern und Zagen«
  • »nicht wanken und nicht weichen«
  • »null und nichtig«
  • »von Pontius zu Pilatus«

Ausführliche Erklärung zur Funktion sowie zahlreiche Beispiele: Alliteration.

Allusion
Eine Allusion ist eine Anspielung oder Andeutung auf etwas, das als bekannt vorausgesetzt werden kann, zum Beispiel ein bestimmter Sachverhalt oder eine Figur aus der Literatur:

  • »Sie wissen, was ich meine.«
  • »Es wäre ja nicht das erste Mal.«
  • »Den Kaffee hat mir der Don Juan aus dem Marketing spendiert.«
Anadiplose
Eine Anadiplose ist die Wiederholung des Endes eines Satzes am Anfang des folgenden:

  • »Er ging in den Wald, in den Wald des Romantikers.«
  • »Fern im Süd das schöne Spanien, Spanien ist mein Heimatland.« (E. Geibel)
  • »Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen, Wind und Wellen spielen nicht mit seinem Herzen.« (Goethe)

Die Anadiplose ist eine Sonderform der Epanalepse.

Anakoluth
Ein Anakoluth ist der Bedeutung nach ein »Mangel an Zusammenhang«. Der Begriff beschreibt das Herausfallen aus der Bauart des Satzes. Die Satzstörung erfolgt z. B. durch einen Einschub oder einen Satzbruch:

  • »Es geschieht oft, dass, je freundlicher man ist, nur Undank wird einem zuteil.«
  • »Sie schlägt, die Rüstung ihm vom Leibe reißend, / Den Zahn schlägt sie in seine weiße Brust …«
  • »– Sie dringen herauf – belagern die Türe – warum zag ich so vor dieser bohrenden Spitze? – Die Türe kracht – stürzt – unentrinnbar! – Ha! So erbarm du dich meiner!« (Schiller, »Die Räuber«)
Anapher
Die Anapher ist eine rhetorische Figur der Wiederholung. Die Eindringlichkeit des Gesagten wird verstärkt, indem dasselbe Wort oder dieselbe Wortgruppe am Anfang mehrerer aufeinanderfolgender Verse, Strophen oder Sätze stehen:

  • »Wir fordern, dass … Wir fordern, dass …«
  • »Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll« (Goethe)
  • »Wer nie sein Brot mit Tränen aß, / Wer nie die kummervollen Nächte / Auf seinem Bette weinend saß.« (Goethe)
  • »Endlich blüht die Aloe, / Endlich trägt der Palmbaum Früchte.« (Johann Christian Günther)
Anastrophe
Eine Anastrophe ist die Umkehrung der geläufigen syntaktischen Wortstellung, d. h. des üblichen Satzbaus:

  • »des Glaubens wegen« = wegen des Glaubens
  • »zweifelsohne« = ohne Zweifel
Annominatio
Ein Annominatio ist ein auf der Ähnlichkeit zweier Wörter beruhendes Wortspiel. Siehe: Paronomasie
Ankündigung
Eine Ankündigung ist ein sprachliches Ausdrucksmittel, das auf kommende Passagen oder Informationen hinweist:

  • »Diese Hintergründe muss ich Ihnen näher erklären …«
  • »Woher kommt das? das will ich euch verkünden« (Schiller, »Wallenstein«)
Anrede
Die Anrede ist eine (unerwartete) Hinwendung an den Adressaten. Mit diesem sprachlichen Ausdrucksmittel wird die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhöht oder die Eindringlichkeit des Gesagten verstärkt:

  • »Meine Damen und Herren …«
  • »Ach neige, du Schmerzensreiche, dein Antlitz gnädig meiner Not!« (Goethe)
Antiklimax
Die Antiklimax ist eine rhetorische Figur: die Aneinanderreihung von Wörtern mit abnehmender Gewichtung; der Übergang von stärkeren zu schwächeren Ausdrücken im Gegensatz zur Klimax :

  • »Urahne, Großmutter, Mutter, Kind …« (Gottfried August Bürger)
  • »Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen« (Goethe, »Faust I«)
Antithese
Die Antithese ist ein Stilmittel und eine rhetorische Figur. Es handelt sich um eine Gegenüberstellung logisch gegensätzlicher Begriffe oder Gedanken. Durch Alliteration oder Parallelismus kann diese Redefigur noch verstärkt werden:

  • »Freund und Feind«
  • »Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang« (Schiller, Das Lied von der Glocke)
  • »Heiß geliebt und kalt getrunken«
  • »Himmel und Hölle«
  • »Wasser und Wein«
Antonomasie
Die Antonomasie ist eine Umnennung. Man unterscheidet zwei Varianten: 1. Der Eigenname durch charakteristische Eigenschaften oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe ersetzt. 2.: Umschreibung, indem der Gattungsname durch einen typischen Vertreter ersetzt wird:

  • »der Gallier« = Jesus
  • »der Dichterfürst« = Goethe
  • »Demosthenes« = großer Redner
  • »Krösus« = reicher Mann
  • »Herkules« = starker Mensch

Die Antonomasie ist ein Sonderfall der Synekdoche.

Aposiopese
Die Aposiopese ist eine rhetorische Figur. Das eigentlich Wichtige wird verschwiegen; es handelt sich um das bewusste Abbrechen des Satzes vor der Hauptaussage. Die Ergänzung wird dem Zuhörer überlassen:

Die Aposiopese ist eine Art der Ellipse.

Apostrophe
Die Apostrophe ist eine rhetorische Gedankenfigur. Sie bezeichnet die Abwendung vom anwesenden Publikum und den Anruf meist abwesender, Personen, oft auch visionärer Gestalten:

  • »Alter Freund! Immer getreuer Schlaf, fliehst du mich?« (Goethe, »Egmont«)
  • »Frisch, Gesellen, seid zur Hand« (Schiller, Das Lied von der Glocke)
  • »Freude, schöner Götterfunken […]« (Schiller, Ode an die Freude)
Archaismus
Der Archaismus ist ein sprachliches Mittel. Er ist die bewusste Nachahmung altertümlicher Worte oder Wendungen, er nutzt Ausdrücke, die zur Entstehungszeit eines Textes bereits veraltet sind:

  • »Wams« – Jacke
  • »gülden« – golden
  • »darob« – deswegen
  • »Allianz« – Heirat, Ehe
  • »weiland« – einst, früher
Assonanz
Die Assonanz ist ein sprachliches Ausdrucksmittel. Es handelt sich um den Gleichklang der Vokale in mindestens zwei Wörtern:

  • Jahr und Tag
  • Rang und Namen
  • Geben und Nehmen

Mehr Informationen und weitere Beispiele auf der Seite Assonanz.

Asyndeton
Ein Asyndeton ist eine Reihung gleichgeordneter Wörter oder Satzteile; es gibt keine verbindende Konjunktion (zum Beispiel und oder oder):

  • »Er kam, sah, siegte.«
  • »Alles rennet, rettet, flüchtet. (Schiller, Das Lied von der Glocke)
  • »Er muss auf unsere Fragen / ein Vieh, ein Baum, ein Bild, ein Marmor Antwort sagen.« (Andreas Gryphius)
  • »Der König sprach’s, der Page lief.«
Befehl
Ein Befehl kann als sprachliches Ausdrucksmittel verstanden werden. Er beinhaltet eine Anordnung oder eine Anweisung:

  • »Geh!«
  • »Lass es!«
  • »Schweig!«
Beispiel
Ein Beispiel macht eine Aussage deutlicher und verständlicher. In der Rhetorik erhellt ein beispielhafter Einzelfall einen Sachverhalt, eine Lehre oder einen Vorgang:

  • »Ein für Nordeuropa typischer Baum, wie beispielsweise die Fichte, […]«
  • »Vormals eher seltene Wettererscheinungen, wie zum Beispiel Starkwinde oder Starkregen, treten nun gehäuft auf.«
Bild
Das Bild ist eine zusammenfassende Bezeichnung für bildhafte sprachliche und rhetorische Mittel. Dazu zählen u. a. die Metapher oder der Vergleich. Bilder können auch durch starke gefühlsmäßige Anteilnahme (Lyrik) oder Beschreibungen (Prosa) des Dichters entstehen.
Chiasmus
Der Chiasmus ist eine rhetorische Stilfigur. Er meint eine symmetrische Überkreuzstellung von Satzgliedern, die sich entweder in ihrer Anordnung oder ihrer Bedeutung entsprechen:

  • »Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn.«
  • »Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns / Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.« (Brecht, »Wahrnehmung«)
  • »Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit.« (Schiller, »Wallenstein«)
Chiffre
Eine Chiffre ist ein rhetorisches Stilmittel, besonders in modernen Gedichten. Chiffren enthalten Zeichen, dessen Inhalt rätselhaft und schwer oder letztlich gar nicht zu erfassen ist:

  • »Erkanntes Leben«
  • »Ich habe zu Hause ein blaues Klavier […]« (Else Lasker-Schüler, Mein blaues Klavier)
Contradictio in adjecto
Contradictio in adjecto ist ein rhetorisches Stilmittel und eine Abart des Oxymoron. Es geht dabei um einen (echten oder scheinbaren) Widerspruch zwischen Substantiv und Adjektiv:

  • »schwarze Milch« (Paul Celan, Todesfuge)
  • »die armen Reichen«
  • »offenes Geheimnis«
Correctio
Die Correctio ist ein beliebtes rhetorisches Mittel; sie ist die Zurücknahme eines schwächeren Ausdrucks und dessen Ersatz durch einen wirkungsvolleren oder sachgemäßeren, eine Selbstberichtigung mit dem Ziel der Ausdruckssteigerung:

  • »Die Schulaufgabe ist schlecht, nein, geradezu miserabel ausgefallen.«
  • »Die Partei hat deutliche Stimmenverluste erlitten, was sage ich, es handelt sich um einen historischen Absturz.«
Ellipse
Die Ellipse ist ein Stilmittel der Auslassung. Die Dringlichkeit oder Konzentration wird erhöht, indem einzelne Wörter oder ganze Satzteile weggelassen werden:

  • »Je schneller (wir handeln), desto besser (ist es für alle).«
  • »Was (können wir) tun?«
Emphase
Die Emphase ist ein nachdrückliche Hervorhebung eines Wortes zur Verdeutlichung oder Gefühlsverstärkung:

Enallage
Die Enallage ist eine Verschiebung der Wortbeziehungen; das Beiwort steht nicht beim Beziehungswort, sondern beim vorhergehenden/nachfolgenden Hauptwort:

  • »den besten Becher Weines« = den Becher besten Weines
  • »mit einem blauen Lächeln seiner Augen« = mit einem Lächeln seiner blauen Augen (Heinrich Federer, »Papst und Kaiser im Dorf«)
  • »eine warme Flasche Milch« = eine Flasche warmer Milch
Enumeration/Enumeratio
Die Enumeration ist eine Aufzählung und entspricht der Stilfigur der Akkumulation.
Epanalepse
Die Epanalepse ist Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Anfang oder am Ende des Satzes:

  • »Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an« (Goethe, »Erlkönig«)
  • »Lass sausen durch den Hagedorn, lass sausen, Kind, lass sausen« (Gottfried August Bürger, Lenore)
  • »Der Nebel steigt, es fällt das Laub;/ Schenk ein den Wein, den holden!/ Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden,/ ja vergolden!« (Theodor Storm, »Oktoberlied«)

Eine Sonderform der rhetorischen Figur der Epanalepse ist die Anadiplose.

Epanodos
Das sprachliche Mittel Epanodos ist die Wiederholung eines Satzes, wobei die Worte in umgekehrter Reihenfolge stehen:

  • »Das Ende kommt, es kommt das Ende.« (Altes Testament, Hesekiel 7,6)
  • »Wer nicht kann, was er will, der wolle, was er kann.« (Leonardo da Vinci)
  • »Ich preise den Herrn, den Herrn preise ich.«
Epiphora
Die Epiphora (auch Epipher oder Epistrophe) ist eine Wiederholung desselben Wortes oder der Schlusswendung in aufeinander folgenden Sätzen, Versen oder Strophen:

  • »Nicht jetzt, sagte er, wir sehen uns später, sagte er.«
  • »Ich fordere Moral, du lebst Moral.«
  • »Mit mir verwandt sind wie mein eignes Haar, / So eins mit mir als wie mein eignes Haar.« (Hugo von Hofmannsthal, Gedichte)
  • »Ihr überrascht mich nicht / erschreckt mich nicht.« (Schiller, »Maria Stuart«)
Epiphrase
Die Epiphrase ist eine Stilfigur, die einen scheinbar beendeten Satz mit einem Nachtrag abrundet oder betont.

Epitheton ornans
Ein Epitheton ornans ist ein schmückendes Beiwort, das immer wieder verwendet wird; es ist typisierend und formelhaft:

  • »eulenäugige Athene«
  • »grüne Wiese«
Euphemismus
Ein Euphemismus ist eine rhetorische Figur; das eigentlich Gemeinte wird mildernd formuliert oder erhält eine beschönigende Bezeichnung:

  • »vollschlank« = dick
  • »für immer eingeschlafen« = tot
  • »Seniorenresidenz« = Altenheim
  • »Kundenbetreuer« = Verkäufer
  • »Beitragsanpassung« = Beitragserhöhung
  • »Fehltritt« = Straftat

Weitere Informationen und Beispiele: Euphemismus

Exclamatio
Das Stilmittel Exclamation ist ein Ausruf. Er kann auf eine echte Gefühlsbewegung hinweisen oder als rhetorische Figur eingesetzt werden:

Figura etymologica
Die Figura etymologica ist ein Wortspiel, das der Paronomasie ähnelt. Zwei Wörter desselben Stamms, häufig ein und ein Substantiv, werden verbunden, um den Ausdruck zu steigern:

  • »einen Kampf kämpfen«
  • »eine Schlacht schlagen«
  • »Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir« (Goethe, Erlkönig)
Hendiadyoin
Verdopplung; zwei Wörter für eines:

  • »schläfrig und müde«
Homoioteleuton
Endungsgleichheit, (End-)Reim:

  • »Viel Rabatz in diesem Satz!«
Hyperbel
Starke Übertreibung:

  • »ein Balken im Auge«
  • »eine Ewigkeit warten«
  • »ein Meer von Tränen«
  • »ein Mund wie ein Scheunentor«
  • »fuchsteufelswild«
  • »himmelhoch«
  • »todmüde«
  • »Schneckentempo«
  • »wie Sand am Meer«
  • »Ich fühle eine Armee in meiner Faust.« (Schiller: »Die Räuber«)

Weiterführende Informationen: Hyperbel

Hysteron-Proteron
Verkehrung der richtigen Reihenfolge:

  • »Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen.« (Goethe: »Faust I«)
  • »Gleichwohl, als der Knecht schreckenblass, wenige Momente nachdem der Schuppen hinter ihm zusammenstürzte, mit den Pferden, die er an der Hand hielt, daraus hervortrat, fand er den Kohlhaas nicht mehr.« (Kleist: »Michael Kohlhaas«)
  • »Ich heiße somit Doris und bin getauft und christlich und geboren« (Keun: Das kunstseidene Mädchen)
  • »Lasst uns sterben und uns in die Waffen stürzen!« (Vergil: Aeneis)
Inversion
Umstellung der Satzteile:

  • »In seinen Armen das Kind war tot.«
Ironie
Das Gegenteil des Gesagten ist gemeint:

  • »Schöne Bescherung.«
  • »Du bist mir aber ein Schöner.«
  • »Das hast du ja mal wieder toll gemacht!«
  • »Ich habe ja nichts Besseres zu tun.«
Katachrese
Vermengung nicht zusammengehörender Begriffe; Bildbruch:

  • »Der Zahn der Zeit, der schon manche Träne getrocknet hat, wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen.«
  • »Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.«
Klimax
Die Klimax ist ein rhetorisches Stilmittel der Steigerung:

  • »Er weint, er ist bezwungen, er ist unser!«
  • »Ich kam, sah und siegte.« (Caesar)
  • »[…] das ist schlecht; die Welt wird schlecht, sehr schlecht.« (Georg Büchner: »Woyzeck«)
  • »[…] über manchen schönen, reichen Hof und weiterhin über grüne Hügel und dunkle Täler weg.« (Gotthelf: »Die schwarze Spinne«)
Kyklos
Wiederholung des Anfangsworts als Schlusswort des Satzes:

  • »Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!«
Litotes
Die Litotes gehört zu den Wortfiguren und ist entweder die Bejahung durch doppelte Verneinung bzw. durch Verneinung des Gegenteils oder die Hervorhebung des Gemeinten durch Untertreibung und Abschwächung.

  • »Er war nicht gerade ein Held.«

Detaillierte Informationen: Litotes

Metapher
Eine Metapher ist die Verwendung eines Worts in übertragener Bedeutung; ein Wort wird aus dem gewohnten Zusammenhang auf einen anderen übertragen:

  • »Lebensuhr«
  • »Wipfelmeer«
  • »Kriegsmüdigkeit«
  • »Mauer des Schweigens«
  • »etwas durch die rosarote Brille sehen«

Weitere Informationen und Beispiele: Metapher

Metonymie
Eingebürgerte Wortersetzung:

  • »Leder« = Ball
  • »Goethe lesen«
  • »eine Tasse trinken«
  • »einen Ford fahren«

Details: Metonymie
Siehe auch: Synekdoche

Neologismus
Wortneuschöpfung; neu gebildetes oder kürzlich aus einer anderen Sprache übernommenes Wort:

Onomatopoesie
Lautmalerei:

  • »Es knistert und knastert«
  • »So schreit die Kauz: Pardauz! Pardauz! / Da taut’s, da graut’s, da braut’s, da blaut’s.« (Christian Morgenstern)
Oxymoron
Das Oxymoron ist eine Verbindung von zwei sich widersprechenden Ausdrücken:

  • »alter Knabe«
  • »beredtes Schweigen«
  • »bittere Süße«

Details zu diesem Stilmittel: Oxymoron

Parabel
Beispielhafte Erzählung.
Paradoxon
(Scheinbarer) Widerspruch:

  • »Weniger ist mehr.«
  • »Im Rückschritt liegt der Fortschritt.«
  • »Das einzig Beständige ist die Veränderung.«
  • »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« (Sokrates)
  • »Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein, um tierischer als jedes Tier zu sein.« (Goethe: »Faust I«)
Paralipse
Die Paralipse (auch: Praeteritio) ist eine rhetorische Figur, mit der der Redner vorgibt, einen Sachverhalt übergehen zu wollen. Indem er ihn aber trotzdem erwähnt, hebt er ihn hervor und lenkt die Aufmerksamkeit auf ihn:

  • Dies ist sicher nicht der Augenblick, darauf hinzuweisen, dass …
Parallelismus
Gleichlauf der Satzglieder:

  • »Nacht ist es nun, nun werden … Nacht ist es nun, nun erst …«
  • »Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee.«
  • »Soll ich reden, soll ich schweigen?«

Mehr Informationen zum Stilmittel: Parallelismus

Parenthese
Einschub:

  • »Ich möchte Ihnen, ich fasse mich ganz kurz, über die Vorgänge berichten.«
Paronomasie
Wortspiel mit gleich oder ähnlich lautenden Wörtern:

  • »Das Haus war unbezahlt, nicht aber unbezahlbar.«
  • »Eile mit Weile.«
  • »Wer rastet, der rostet.«
  • »Der Rheinstrom ist worden zu einem Peinstrom.« (Schiller: »Wallenstein«)

Eine andere Bezeichnung für diese Klangfigur ist Annominatio.

Pars pro Toto
Etwas wird durch einen Teil des Ganzen benannt:

  • »unter einem Dach« = in einem Haus
  • »pro Kopf« oder »pro Nase« = pro Person
Periphrase
Umschreibung eines Begriffs durch Einzelmerkmale:

  • »der Allmächtige« = Gott
Personifikation
Vermenschlichung eines Gegenstands; Zuweisung menschlicher Eigenschaften oder Fähigkeiten an Gegenstände, Tiere oder Ähnliches:

  • »Kunst und Naturwissenschaft gehen Hand in Hand«
  • »Die Sonne lacht
  • »Der Wind spielt«
  • »Der Tag verabschiedet sich«
  • »Veilchen träumen schon« (Mörike: »Frühling lässt sein blaues Band«)
Pleonasmus
Hinzufügen eines Wortes, das schon im Substantiv enthalten ist:

  • »alter Greis« (Greis = alter Mann)
  • »aufoktroyieren« (oktroyieren = auferlegen, aufzwingen)
  • »bisheriger Status quo« (Status quo = bisheriger Status)
  • »einsuggerieren« (suggerieren = einflößen)
  • »Einzelindividuen« (Individuum = einzelne Person, Einzelwesen)
  • »harter Diamant« (Diamant = sehr harter Edelstein)
  • »heiße Thermalquellen« (Thermalquellen = heiße Quellen)
  • »hinzuaddieren« (addieren = hinzuzählen, hinzufügen)
  • »leuchtendes Licht« (Licht leuchtet immer)
  • »neu renovieren« (renovieren = erneuern)
  • »runde Kugel« (Kugel = runder Körper)
  • »schwarzer Rabe« (Rabe = schwarzer Vogel)
  • »schwarzer Rappe« (Rappe = schwarzes Pferd)
  • »heiße Flamme« (Flammen sind stets heiß)
  • »weißer Schimmel« (Schimmel = weißes Pferd)
Polysyndeton
Vielverbundenheit; Häufung von Bindewörtern; vermittelt Steigerung und intensive Bewegung:

  • »Und es wallet und siedet und brauset und zischt.« (Schiller: »Der Taucher«)
  • »Denn was er sinnt, ist Schrecken/ und was er sinnt, ist Wut.« (Uhland: »Des Sängers Fluch«)
  • »Und jede nimmt und gibt zugleich und strömt und ruht.« (Meyer: »Der römische Brunnen«)
Polyptoton
Wiederholung eines Wortes in verschiedenen Beugungsformen:

  • »Aug um Auge«
  • »(…) wo Mensch dem Menschen gegenübersteht«
Rhetorische Frage
Scheinfrage; Frage, auf die keine Antwort erwartet wird:

  • »Wer glaubt denn das noch?«
  • »Wer möchte nicht in Frieden Leben?«
  • »Was ist schon normal?«
  • »Machen wir nicht alle mal Fehler?«
  • »Habe ich das nicht gesagt?«
Repetitio
Wiederholung; Wortwiederholung:

  • »Bald da, bald dort«

Sonderfälle der Repetitio sind die Anadiplose, die Anapher sowie die Epipher.

Sarkasmus
Beißender, verletzender Spott:

  • »Goethe hat keinen anderen Schmerz empfunden, als den beleidigter Eitelkeit.« (Wolfgang Menzel)

Mehr zu diesem Stilmittel: Sarkasmus

Stabreim
Der Stabreim ist ein Sonderfall der Alliteration: Die betonten Stammsilben eines Verses werden durch denselben Anlaut hervorgehoben:

  • »Eines weiß ich, das ewig lebet: der Toten Tatenruhm« (Edda)
Sustentio
Überraschung:

  • »Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung«
Symbol
  • »weiße Taube« = Frieden
Synästhesie
Die Synästhesie ist ein Stilmittel, das verschiedenartige Sinneswahrnehmungen vermischt. Es werden mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen, die Reizung eines Sinnesorgans schließt die Reizung eines weiteren Sinns mit ein:

  • »Süß spricht das Herz.« = Schmecken + Hören
  • »schreiendes Rot« = Hören + Sehen
  • »Golden wehn die Töne nieder.« (Brentano, »Abendständchen«) = Sehen + Hören
  • »Ihr Duft war wie herrlicher Gesang von tausend Flötenstimmen.« (Hoffmann: »Der goldne Topf«) = Riechen + Hören
  • »Süßer die Glocken nie klingen« = Schmecken + Hören

Beispiele für die Verwendung der Synästhesie finden sich insbesondere in der Dichtung der Romantik und des Symbolismus.

Synekdoche
Ein Teil steht für das Ganze oder umgekehrt:

  • »Lenz« = Jahr
  • »Klinge« = Schwert
  • »Dach« = Haus

Sonderfall: Antonomasie
Siehe auch: Metonymie

Ausführliche Definition und Beispiele: Synekdoche

Synonym
Sinnverwandtes Wort:

  • »leuchten für scheinen«
Symploke
Verbindung von Anapher und Epipher:

  • »Was ist der Toren höchstes Gut? Geld! Was verlockt selbst die Weisen? Geld!«
Tautologie
Wiederholung des Gesagten mit sinnverwandtem Wort:

  • »einzig und allein«
  • »im Großen und Ganzen«
  • »immer und ewig«
  • »nackt und bloß«
  • »nie und nimmer«
  • »stets und ständig«
  • »voll und ganz«
  • »sauber und rein«
  • »hinter Schloss und Riegel«
Tricolon
Dreigliedriger Ausdruck:

  • »veni, vidi, vici«
Vergleich
Veranschaulichung:

  • »stark wie ein Löwe«
  • »ein Mann wie ein Baum«
  • »flink wie ein junges Reh«
Wortspiel
Vgl. Paronomasie:

  • »Jesuiter – Jesuwider«
Zeugma
Verbindung zweier Sätze oder Substantive durch ein Verb, das nur zu einem passt; Beziehung eines Prädikats auf verschiedene Satzglieder:

  • »Er hob die Augen und das Bein gen Himmel.«
  • »Er schlug das Fenster und den Weg zum Bahnhof ein.«
  • »Er schlug die Stühl und Vögel tot.« (Heinrich Hoffmann)
  • »Ich hatte Kopfschmerzen und unerwarteten Besuch.«
  • »Nimm dir Zeit und nicht das Leben.«
  • »Sie reist mit Ehemann und Regenschirm.«

Plural: Zeugmas oder Zeugmata.

Zynismus
Der Zynismus ist keine rhetorische Figur im eigentlichen Sinne. Darum lässt er sich nicht auf der Ebene der Grammatik oder durch den Nachweis bestimmter sprachlicher Gestaltungsmittel definieren. Vielmehr spricht man von Zynismus, wenn der Redner bzw. Autor eine dafür charakteristische Weltanschauung oder Redehaltung vertritt.

  • »Geh mir nur aus der Sonne.« (Diogenes)

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Kategorisierung von Stilmitteln

Die meisten Stilfiguren lassen sich einer der folgenden vier Gruppen zuordnen:

  1. Wortfiguren (Abweichung von der üblichen Wortwahl)
  2. Satzfiguren (Abweichung vom üblichen Satzbau)
  3. Gedankenfiguren (Abweichung vom Gedankengang)
  4. Klangfiguren (Abweichung von der üblichen Klanggestaltung)

Eine weitere Kategorisierung in der Stilistik bezieht sich auf die Gruppe der Tropen. Ein Tropus ist eine bildliche Stilfigur. Er ersetzt das Gemeinte durch eine andere sprachliche Wendung. Unterschieden wird zwischen sogenannten Grenzverschiebungs-Tropen (Wendung stammt aus dem näheren Umfeld, wie zum Beispiel beim Euphemismus) und Sprung-Tropen (Wendung entstammt einem anderen bildlichen Vorstellungsbereich, wie zum Beispiel bei einer Metapher).

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Quellen und weiterführende Literatur:
Basiswissen Schule Deutsch Abitur, Duden Schulbuchverlag Berlin, Mannheim, Zürich, 2011.
Gero von Wilpert, Sachwörterbuch der Literatur, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2013.