Was sind Stilmittel?

Rhetorische Figuren und Stilmittel werden in der Literatur eingesetzt, um die Wirkung und Überzeugungskraft eines Textes zu erhöhen.

Stilmittel können:

  • Gefühle transportieren;
  • Texte unterhaltsamer und kurzweilig machen;
  • mit wenigen Worten eine hohe Aussagekraft erzeugen und dadurch Texte verdichten.

Auf dieser Seite sammeln wir wichtige Stilmittel und Redefiguren – jeweils mit kurzer Erläuterung und Beispielen. Gerade für Interpretationen und Textanalysen ist es wichtig, rhetorische Figuren zu kennen und identifizieren zu können.

Beispiele für den Einsatz von Stilmitteln finden sich nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Politik, im Journalismus und in der Werbung. Nicht zuletzt in der Alltagssprache verwenden wir regelmäßig sprachliche Mittel, zum Beispiel um bestimmte Aussagen zu unterstreichen.


Liste der Stilmittel

Akkumulation
Eine Akkumulation (auch: Accumulation, Reihung) ist eine gehäufte Aneinanderreihung mehrerer Unterbegriffe anstelle des zusammenfassenden Oberbegriffs:

  • »Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!« (Goethe: »Faust I«)
  • »Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städte und Felder« (Paul Gerhardt)
  • »Sonne, Mond und Sterne« (aus einem Kinderlied)
  • »Ich war an Kunst / und Gut / und Stande groß und reich« (Paul Fleming)
Allegorie
Systematisierte Metapher, bildhaft belebte Darstellung eines abstrakten Begriffs oder Gedankens:

  • »Justitia« = Gerechtigkeit
  • »Fortuna« = Glück
  • »weiße Taube« = Frieden
Alliteration
Stabreim (gleicher Anlaut der betonten Silben aufeinanderfolgender Wörter):

  • »bei Nacht und Nebel«
  • »bei Wind und Wetter«
  • »der Rubel rollt«
  • »gut und gern«
  • »Haus und Hof«
  • »klipp und klar«
  • »mit Kind und Kegel«
  • »mit Mann und Maus«
  • »mit Schimpf und Schande«
  • »mit Zittern und Zagen«
  • »nicht wanken und nicht weichen«
  • »null und nichtig«
  • »von Pontius zu Pilatus«

Weitere Informationen und Beispiele: Alliteration

Allusion
Anspielung:

  • »Sie wissen, was ich meine.«
  • »Es wäre ja nicht das erste Mal.«
Anadiplose
Wiederholung des Endes eines Satzes am Anfang des folgenden:

  • »Er ging in den Wald, in den Wald des Romantikers.«
  • »Fern im Süd das schöne Spanien, Spanien ist mein Heimatland.« (E. Geibel)
  • »Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen, Wind und Wellen spielen nicht mit seinem Herzen.« (Goethe)

Die Anadiplose ist eine Sonderform der Repetitio.

Anakoluth
Herausfallen aus der Bauart des Satzes; Satzstörung, z. B. durch einen Einschub oder einen Satzbruch:

  • »Es geschieht oft, dass, je freundlicher man ist, nur Undank wird einem zuteil.«
  • »Sie schlägt, die Rüstung ihm vom Leibe reißend, / Den Zahn schlägt sie in seine weiße Brust …«
  • »– Sie dringen herauf – belagern die Türe – warum zag ich so vor dieser bohrenden Spitze? – Die Türe kracht – stürzt – unentrinnbar! – Ha! So erbarm du dich meiner!« (Schiller: »Die Räuber«)
Anapher
Steigernde Wortwiederholung am Anfang eines Wortes, eines Verses oder einer Strophe:

  • »Wir fordern, dass … Wir fordern, dass …«
  • »Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll« (Goethe)
  • »Wer nie sein Brot mit Tränen aß, / Wer nie die kummervollen Nächte / Auf seinem Bette weinend saß.« (Goethe)
  • »Endlich blüht die Aloe, / Endlich trägt der Palmbaum Früchte.« (Johann Christian Günther)
Anastrophe
Umkehrung der geläufigen syntaktischen Wortstellung:

  • »des Glaubens wegen« = wegen des Glaubens
  • »zweifelsohne« = ohne Zweifel
Annominatio
Auf Ähnlichkeit zweier Wörter beruhendes Wortspiel. Siehe: Paronomasie
Ankündigung
Ankündigung kommender Passagen oder Informationen:

  • »Diese Hintergründe muss ich Ihnen näher erklären …«
  • »Woher kommt das? das will ich euch verkünden« (Schiller: »Wallenstein«)
Anrede
Hinwendung an den Adressaten:

  • »Meine Damen und Herren …«
  • »Ach neige, du Schmerzensreiche, dein Antlitz gnädig meiner Not!« (Johann Wolfgang von Goethe)
Antiklimax
Aneinanderreihung von Wörtern mit abnehmender Gewichtung; Übergang von stärkeren zu schwächeren Ausdrücken:

  • »Urahne, Großmutter, Mutter, Kind …« (Gottfried August Bürger)
Antithese
Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe und Gedanken:

  • »Freund und Feind«
  • »Heiß geliebt und kalt getrunken«
  • »Himmel und Hölle«
  • »Wasser und Wein«
Antonomasie
Umschreibung, bei welcher der Eigenname eines typischen Vertreters für einen Gattungsnamen steht:

  • »Demosthenes« = großer Redner
  • »Krösus« = reicher Mann
  • »Herkules« = starker Mensch

Die Antonomasie ist ein Sonderfall der Synekdoche.

Aposiopese
Verschweigen des Wichtigen; bewusstes Abbrechen des Satzes vor der wichtigen Aussage:

Apostrophe
Abwendung vom anwesenden Publikum, Anruf von visionären Gestalten:

  • »Alter Freund! Immer getreuer Schlaf, fliehst du mich?«
Archaismus
Veralteter sprachlicher Ausdruck, altertümliches Wort:

  • »Wams« – Jacke
  • »gülden« – golden
  • »darob« – deswegen
  • »Allianz« – Heirat, Ehe
  • »weiland« – einst, früher
Assonanz
Sich auf die Vokale beschränkender Gleichklang zwischen mindestens zwei Wörtern:

  • Jahr und Tag
  • Rang und Namen
  • Geben und Nehmen

Weiterführende Informationen und Beispiele: Assonanz

Asyndeton
Reihung ohne Konjunktion:

  • »Der König sprach’s, der Page lief.«
  • »Er kam, sah, siegte.«
  • »Er muss auf unsere Fragen / ein Vieh, ein Baum, ein Bild, ein Marmor Antwort sagen.« (Andreas Gryphius)
Befehl
Anordnung, Anweisung, Befehl:

  • »Geh!«
  • »Lass es!«
  • »Schweig!«
Beispiel
  • »Ein Baum, wie beispielsweise die Fichte«
Bild
Zusammenfassende Bezeichnung für Metapher, Vergleich, bildhafte Ausdrucksweise.
Chiasmus
Überkreuzstellung:

  • »Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn.«
  • »Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns / Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.« (Brecht: »Wahrnehmung«)
  • »Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit.« (Schiller: »Wallenstein«)
Chiffre
Zeichen, dessen Inhalt rätselhaft und letztlich nicht zu erfassen ist:

  • »Erkanntes Leben«
Contradictio in adjecto
Widerspruch zwischen Substantiv und Adjektiv

  • »schwarze Milch«
Correctio
Zurücknahme eines Ausdrucks und dessen Ersatz durch einen sachgemäßeren:

  • »Die Schulaufgabe ist schlecht, nein geradezu miserabel ausgefallen.«
Ellipse
Auslassung eines Worts, Satzteils:

  • »Je schneller, desto besser.«
Emphase
Nachdrückliche Hervorhebung eines Wortes zur Gefühlsverstärkung:

  • »Menschen! Menschen! falsche heuchlerische Krokodilsbrut!«
Enallage
Umstellung, bei der das Beiwort nicht beim Beziehungswort steht, sondern beim vorhergehenden/nachfolgenden Hauptwort:

  • »den besten Becher Weines« = den Becher besten Weines
  • »mit einem blauen Lächeln seiner Augen« = mit einem Lächeln seiner blauen Augen (Federer: »Papst und Kaiser im Dorf«)
  • »eine warme Flasche Milch« = eine Flasche warmer Milch
Epanalepse
Wiederholung eines Wortes/einer Wortgruppe:

  • »Lass sausen durch den Hagedorn, lass sausen, Kind, lass sausen«
Epanodos
Wiederholung von Worten in umgekehrter Reihenfolge:

  • »Wer nicht kann, was er will, der wolle, was er kann.« (Leonardo da Vinci)
  • »Ich preise den Herrn, den Herrn preise ich.«
Epipher
Wiederholung der Schlusswendung in aufeinander folgenden Sätzen, Versen, Strophen:

  • »Nicht jetzt, sagte er, wir sehen uns später, sagte er.«
  • »Ich fordere Moral, du lebst Moral.«
  • »Mit mir verwandt sind wie mein eignes Haar, / So eins mit mir als wie mein eignes Haar.« (Hugo von Hoffmansthal)
  • »Ihr überrascht mich nicht / erschreck mich nicht.« (Schiller)
Epiphrase
Syntaktisch scheinbar beendeter Satz erhält Nachtrag zur Abrundung:

  • »Mein Retter seid ihr und mein Engel.«
Epitheton ornans
Schmückendes Beiwort in formelhafter Verwendung:

  • »eulenäugige Athene«
  • »grüne Wiese«
Euphemismus
Beschönigende Bezeichnung:

  • »vollschlank« = fett
  • »entschlafen« = sterben
  • »das Zeitliche segnen« = sterben
  • »das Weite suchen« = fliehen
  • »geistige Umnachtung« = Wahnsinn
  • »Seniorenresidenz« = Altenheim

Weitere Informationen und Beispiele: Euphemismus

Exclamatio
Ausruf:

  • »Stirb!«
Figura etymologica
Verb verbunden mit einem stammverwandten Substantiv:

  • »einen Kampf kämpfen«
  • »eine Schlacht schlagen«
Hendiadyoin
Verdopplung; zwei Wörter für eines:

  • »schläfrig und müde«
Homoioteleuton
Endungsgleichheit, (End-)Reim:

  • »Viel Rabatz in diesem Satz!«
Hyperbel
Starke Übertreibung:

  • »ein Balken im Auge«
  • »eine Ewigkeit warten«
  • »ein Meer von Tränen«
  • »ein Mund wie ein Scheunentor«
  • »fuchsteufelswild«
  • »himmelhoch«
  • »todmüde«
  • »Schneckentempo«
  • »wie Sand am Meer«
  • »Ich fühle eine Armee in meiner Faust.« (Schiller: »Die Räuber«)

Weiterführende Informationen: Hyperbel

Hysteron-Proteron
Verkehrung der richtigen Reihenfolge:

  • »Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen.« (Goethe: »Faust I«)
  • »Gleichwohl, als der Knecht schreckenblass, wenige Momente nachdem der Schuppen hinter ihm zusammenstürzte, mit den Pferden, die er an der Hand hielt, daraus hervortrat, fand er den Kohlhaas nicht mehr.« (Kleist: »Michael Kohlhaas«)
  • »Ich heiße somit Doris und bin getauft und christlich und geboren« (Keun: Das kunstseidene Mädchen)
  • »Lasst uns sterben und uns in die Waffen stürzen!« (Vergil: Aeneis)
Inversion
Umstellung der Satzteile:

  • »In seinen Armen das Kind war tot.«
Ironie
Das Gegenteil des Gesagten ist gemeint:

  • »Schöne Bescherung.«
  • »Du bist mir aber ein Schöner.«
  • »Das hast du ja mal wieder toll gemacht!«
  • »Ich habe ja nichts Besseres zu tun.«
Katachrese
Vermengung nicht zusammengehörender Begriffe; Bildbruch:

  • »Der Zahn der Zeit, der schon manche Träne getrocknet hat, wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen.«
  • »Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.«
Klimax
Steigerung:

  • »Er weint, er ist bezwungen, er ist unser!«
  • »Ich kam, sah und siegte.« (Caesar)
  • »[…] das ist schlecht; die Welt wird schlecht, sehr schlecht.« (Georg Büchner: »Woyzeck«)
  • »[…] über manchen schönen, reichen Hof und weiterhin über grüne Hügel und dunkle Täler weg.« (Gotthelf: »Die schwarze Spinne«)
Kyklos
Wiederholung des Anfangsworts als Schlusswort des Satzes:

  • »Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!«
Litotes
Untertreibung, bei doppelter Verneinung nur scheinbare Verkleinerung:

  • »Er war nicht gerade ein Held.«

Detaillierte Informationen: Litotes

Metapher
Verwendung eines Worts in übertragener Bedeutung; ein Wort wird aus dem gewohnten Bedeutungszusammenhang auf einen anderen übertragen:

  • »Lebensuhr«
  • »Wipfelmeer«
  • »Kriegsmüdigkeit«
  • »Mauer des Schweigens«
  • »etwas durch die rosarote Brille sehen«

Weitere Informationen und Beispiele: Metapher

Metonymie
Eingebürgerte Wortersetzung:

  • »Leder« = Ball
  • »Goethe lesen«
  • »eine Tasse trinken«
  • »einen Ford fahren«

Siehe auch: Synekdoche

Neologismus
Wortneuschöpfung; neu gebildetes oder kürzlich aus einer anderen Sprache übernommenes Wort:

Onomatopoesie
Lautmalerei:

  • »Es knistert und knastert«
  • »So schreit die Kauz: Pardauz! Pardauz! / Da taut’s, da graut’s, da braut’s, da blaut’s.« (Christian Morgenstern)
Oxymoron
Verbindung von zwei sich widersprechenden Ausdrücken:

  • »alter Knabe«
  • »beredtes Schweigen«
  • »bittere Süße«

Details zu diesem Stilmittel: Oxymoron

Parabel
Beispielhafte Erzählung.
Paradoxon
(Scheinbarer) Widerspruch:

  • »Weniger ist mehr.«
  • »Im Rückschritt liegt der Fortschritt.«
  • »Das einzig Beständige ist die Veränderung.«
  • »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« (Sokrates)
  • »Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein, um tierischer als jedes Tier zu sein.« (Goethe: »Faust I«)
Parallelismus
Gleichlauf der Satzglieder:

  • »Nacht ist es nun, nun werden … Nacht ist es nun, nun erst …«
  • »Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee.«
  • »Soll ich reden, soll ich schweigen?«

Mehr Informationen zum Stilmittel: Parallelismus

Parenthese
Einschub:

  • »Ich möchte Ihnen, ich fasse mich ganz kurz, über die Vorgänge berichten.«
Paronomasie
Wortspiel mit gleich oder ähnlich lautenden Wörtern:

  • »Das Haus war unbezahlt, nicht aber unbezahlbar.«
  • »Eile mit Weile.«
  • »Wer rastet, der rostet.«
  • »Der Rheinstrom ist worden zu einem Peinstrom.« (Schiller: »Wallenstein«)

Eine andere Bezeichnung für diese Klangfigur ist Annominatio.

Pars pro Toto
Etwas wird durch einen Teil des Ganzen benannt:

  • »unter einem Dach« = in einem Haus
  • »pro Kopf« oder »pro Nase« = pro Person
Periphrase
Umschreibung eines Begriffs durch Einzelmerkmale:

  • »der Allmächtige« = Gott
Personifikation
Vermenschlichung eines Gegenstands; Zuweisung menschlicher Eigenschaften oder Fähigkeiten an Gegenstände, Tiere oder Ähnliches:

  • »Kunst und Naturwissenschaft gehen Hand in Hand«
  • »Die Sonne lacht
  • »Der Wind spielt«
  • »Der Tag verabschiedet sich«
  • »Veilchen träumen schon« (Mörike: »Frühling lässt sein blaues Band«)
Pleonasmus
Hinzufügen eines Wortes, das schon im Substantiv enthalten ist:

  • »alter Greis« (Greis = alter Mann)
  • »aufoktroyieren« (oktroyieren = auferlegen, aufzwingen)
  • »bisheriger Status quo« (Status quo = bisheriger Status)
  • »einsuggerieren« (suggerieren = einflößen)
  • »Einzelindividuen« (Individuum = einzelne Person, Einzelwesen)
  • »harter Diamant« (Diamant = sehr harter Edelstein)
  • »heiße Thermalquellen« (Thermalquellen = heiße Quellen)
  • »hinzuaddieren« (addieren = hinzuzählen, hinzufügen)
  • »leuchtendes Licht« (Licht leuchtet immer)
  • »neu renovieren« (renovieren = erneuern)
  • »runde Kugel« (Kugel = runder Körper)
  • »schwarzer Rabe« (Rabe = schwarzer Vogel)
  • »schwarzer Rappe« (Rappe = schwarzes Pferd)
  • »heiße Flamme« (Flammen sind stets heiß)
  • »weißer Schimmel« (Schimmel = weißes Pferd)
Polysyndeton
Vielverbundenheit; Häufung von Bindewörtern; vermittelt Steigerung und intensive Bewegung:

  • »Und es wallet und siedet und brauset und zischt.« (Schiller: »Der Taucher«)
  • »Denn was er sinnt, ist Schrecken/ und was er sinnt, ist Wut.« (Uhland: »Des Sängers Fluch«)
  • »Und jede nimmt und gibt zugleich und strömt und ruht.« (Meyer: »Der römische Brunnen«)
Polyptoton
Wiederholung eines Wortes in verschiedenen Beugungsformen:

  • »Aug um Auge«
  • »(…) wo Mensch dem Menschen gegenübersteht«
Rhetorische Frage
Scheinfrage; Frage, auf die keine Antwort erwartet wird:

  • »Wer glaubt denn das noch?«
  • »Wer möchte nicht in Frieden Leben?«
  • »Was ist schon normal?«
  • »Machen wir nicht alle mal Fehler?«
  • »Habe ich das nicht gesagt?«
Repetitio
Wiederholung; Wortwiederholung:

  • »Bald da, bald dort«

Sonderfälle der Repetitio sind die Anadiplose, die Anapher sowie die Epipher.

Sarkasmus
Beißender, verletzender Spott:

  • »Goethe hat keinen anderen Schmerz empfunden, als den beleidigter Eitelkeit.« (Wolfgang Menzel)

Mehr zu diesem Stilmittel: Sarkasmus

Sustentio
Überraschung:

  • »Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung«
Synästhesie
Vermischung mehrerer Sinnesgebiete:

  • »Süß spricht das Herz.«
  • »schreiendes Rot«
  • »Golden wehn die Töne nieder.« (Brentano: »Abendständchen«)
  • »(…) ihr Duft war wie herrlicher Gesang von tausend Flötenstimmen.« (Hoffmann: »Der goldne Topf«)
  • »Süßer die Glocken nie klingen«

Beispiele für die Verwendung der Synästhesie finden sich insbesondere in der Dichtung der Romantik und des Symbolismus.

Synekdoche
Ein Teil steht für das Ganze oder umgekehrt:

  • »Lenz« = Jahr
  • »Klinge« = Schwert
  • »Dach« = Haus

Sonderfall: Antonomasie
Siehe auch: Metonymie

Synonym
Sinnverwandtes Wort:

  • »leuchten für scheinen«
Symploke
Verbindung von Anapher und Epipher:

  • »Was ist der Toren höchstes Gut? Geld! Was verlockt selbst die Weisen? Geld!«
Tautologie
Wiederholung des Gesagten mit sinnverwandtem Wort:

  • »einzig und allein«
  • »im Großen und Ganzen«
  • »immer und ewig«
  • »nackt und bloß«
  • »nie und nimmer«
  • »stets und ständig«
  • »voll und ganz«
  • »sauber und rein«
  • »hinter Schloss und Riegel«
Tricolon
Dreigliedriger Ausdruck:

  • »veni, vidi, vici«
Vergleich
Veranschaulichung:

  • »stark wie ein Löwe«
  • »ein Mann wie ein Baum«
  • »flink wie ein junges Reh«
Wortspiel
Vgl. Paronomasie:

  • »Jesuiter – Jesuwider«
Zeugma
Verbindung zweier Sätze oder Substantive durch ein Verb, das nur zu einem passt; Beziehung eines Prädikats auf verschiedene Satzglieder:

  • »Er hob die Augen und das Bein gen Himmel.«
  • »Er schlug das Fenster und den Weg zum Bahnhof ein.«
  • »Er schlug die Stühl und Vögel tot.« (Heinrich Hoffmann)
  • »Ich hatte Kopfschmerzen und unerwarteten Besuch.«
  • »Nimm dir Zeit und nicht das Leben.«
  • »Sie reist mit Ehemann und Regenschirm.«

Plural: Zeugmas oder Zeugmata.

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Kategorisierung von Stilmitteln

Die meisten Stilfiguren lassen sich in vier Gruppen unterteilen:

  1. Wortfiguren (Abweichung von der üblichen Wortwahl)
    • Emphase
    • Hyperbel
    • Litotes
    • Periphrase
    • Metapher
    • Vergleich
  2. Satzfiguren (Abweichung vom üblichen Satzbau)
    • Akkumulation
    • Asyndeton
    • Chiasmus
    • Ellipse
    • Inversion
    • Klimax
    • Polysyndeton
    • Parallelismus
  3. Gedankenfiguren (Abweichung vom Gedankengang)
    • Anrede
    • Antithese
    • Ironie
    • Katachrese
    • Oxymoron
    • Paradoxon
    • Rhetorische Frage
  4. Klangfiguren (Abweichung von der üblichen Klanggestaltung)
    • Alliteration
    • Anapher
    • Epipher
    • Lautmalerei
    • Repetitio
    • Tautologie