Jurek Becker wurde vermutlich am 30. September 1937 in Lodz geboren. Das genaue Datum ist unbekannt: Um den Sohn vor der Deportation zu bewahren, gab sein Vater ihn später im Ghetto für älter aus, als er war. Ab 1939 lebte Jurek im Ghetto von Lodz, danach in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen.

Biografie

Jurek Becker wurde vermutlich am 30. September 1937 in Lodz geboren. Das genaue Datum ist unbekannt: Um den Sohn vor der Deportation zu bewahren, gab sein Vater ihn später im Ghetto für älter aus, als er war. Ab 1939 lebte Jurek im Ghetto von Lodz, danach in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen.

Nach dem Krieg zog Jurek Becker mit seinem Vater, der den Holocaust in Auschwitz überlebt hatte, nach Ost-Berlin. Becker lernte Deutsch, machte 1955 sein Abitur und leistete anschließend Militärdienst in der Nationalen Volksarmee. Er wurde Mitglied der SED und studierte ab 1957 Philosophie in Berlin. Aus politischen Gründen war er 1960 gezwungen die Humboldt-Universität zu verlassen.

Als fest angestellter Drehbuchautor der DEFA schrieb er 1968 das Drehbuch »Jakob der Lügner«, dessen Verfilmung abgelehnt wurde. Becker arbeitete es zum Roman um, der 1969 unter demselben Titel erschien und ein großer Erfolg wurde. 1974 entstand daraus ein DEFA-Film, 1999 eine Hollywood-Produktion.

»Jakob der Lügner« ist der erste Teil einer Romantrilogie, die den Holocaust zum Thema hat. Sie wurde 1976 fortgesetzt mit »Der Boxer«; der dritte Teil »Bronsteins Kinder« erschien 1986.

Auch Beckers zweiter Roman »Irreführung der Behörden« wurde 1973 wohlwollend aufgenommen. Sein Einspruch gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 führte zum Ausschluss aus der SED. 1977 verließ Becker aus Protest gegen die Relegation von Reiner Kunze aus dem Schriftstellerverband der DDR den Verband. Mit einem Ausreisevisum der DDR ging Becker 1977 in die USA und ließ sich 1978 in West-Berlin nieder.

Becker schrieb Aufsätze, Romane und Drehbücher, darunter das Drehbuch für die erfolgreiche Fernsehserie »Liebling Kreuzberg«, für die er 1987 zusammen mit Heinz Schirk und seinem Freund Manfred Krug mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

Becker starb am 14. März 1997 in Sieseby (Schleswig Holstein).

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