Franz Kafka (1883 – 1924) war einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Sein Leben verbrachte er überwiegend in seiner Geburtsstadt Prag. Kafka ist berühmt für seine grotesken und absurden Erzählungen und Romane. Viele davon erschienen postum: Herausgeber war Max Brod (1884 – 1968), sein enger Freund und Nachlassverwalter. Kafkas Werk lässt sich keiner literarischen Epoche oder Strömung zuordnen; sein Stil gilt als einzigartig. Bis in die Gegenwart haben sich Generationen von Lesern in seinen Werken erkannt.

Tabellarischer Lebenslauf

1883 Geburt am 3. Juli 1883 in Prag
1889 Besuch der »Deutschen Knabenschule« bis 1893
1893 Besuch des »Staatsgymnasiums mit deutscher Unterrichtssprache in Prag-Altstadt«
1901 Abitur und Beginn des Studiums an der »Deutschen Karl-Ferdinands-Universität zu Prag« (erst Chemie, dann Jura)
1905 Aufenthalt in einem Sanatorium
1906 Volontär in einer Prager Anwaltskanzlei
1906 Promotion zum Doktor der Rechte
1907 Aushilfskraft bei der Versicherung »Assicurazioni Generali« in Prag
1908 Aushilfsbeamter in der »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag«
1912 Selbstmordgedanken
1913 Beförderung zum Vizesekretär der Versicherung
1914 Verlobung mit Felice Bauer; Auflösung der Verlobung wenige Wochen später
1917 Erneute Verlobung mit Felice Bauer
1917 Erkrankung an Tuberkulose
1917 Erneute Auflösung der Verlobung Felice Bauer
1919 Verlobung mit Julie Wohryzek; die Heirat scheitert
1920 Beförderung zum Anstaltssekretär der Versicherung
1920 Auflösung der Verlobung mit Julie Wohryzek
1922 Seelisch-körperlicher Zusammenbruch
1923 Umzug von Prag nach Berlin; Kafka lebt mit Dora Diamant zusammen
1924 Schwere Erkrankung (Kehlkopftuberkulose); Aufenthalte in Sanatorien und in der Wiener Uniklinik
1924 Franz Kafka stirbt am 3. Juni 1924 in Klosterneuburg

Biografie

Familie und Kindheit (1883 – 1889)

Franz Kafka kam am 3. Juli 1883 in Prag zur Welt. Er war das erste Kind des jüdischen Kaufmanns Hermann Kafka (1852 – 1931) und dessen Frau Julie, geb. Löwy (1856 – 1934). Franz hatte drei Schwestern: Elli (1889 – 1942), Valli (1890 – 1942) und Ottla (1892 – 1943). Alle drei Frauen wurden deportiert und kamen in Vernichtungslagern der Nazis ums Leben. Die Brüder Georg und Heinrich verstarben bereits als Kleinkinder.

Kafka und sein Vater

Der Vater Hermann wollte die Kinder nach seinen Vorstellungen formen. Er ließ ihnen wenig Freiraum für ihre persönliche Entwicklung; die sozialen Kontakte der Heranwachsenden wurden streng kontrolliert. Darunter litten besonders Franz und seine jüngste Schwester Ottla. Die Mutter hatte einen freundlichen und ausgleichenden Charakter, nach Lösungen für die Konflikte zwischen ihrem Mann und den Kindern suchte sie jedoch nicht.

In Briefen, Tagebüchern und Prosatexten setzte sich Kafka zeit seines Lebens mit der Beziehung zu seinem Vater auseinander. Hermann Kafka hatte sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet. Er war körperlich kräftig, zupackend und willensstark, dabei cholerisch und selbstgerecht. Seinen Sohn und dessen Tun wertete er ständig ab. Das ohnehin scheue Kind wurde dadurch immer unsicherer und ängstlicher. Das wiederum machte ihn erneut zur Zielscheibe für den Spott des Vaters. Auch als Erwachsenem gelang es Franz Kafka nicht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

1919 schrieb Franz Kafka den »Brief an den Vater«. Auf mehr als hundert Seiten schildert er die konfliktreiche Beziehung zum Vater. Er sehnt sich nach Versöhnung, hält sie jedoch für unmöglich. Nur die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben gibt Franz Kafka nicht auf. Ungeklärt ist, ob es sich um einen echten Brief oder ein literarisches Werk handelt. Der Brief wurde jedenfalls nicht abgeschickt.

Auch Kafkas Erzählungen »Die Verwandlung« und »Das Urteil« sind geprägt von übermächtigen Vaterfiguren.

Kafkas Schulzeit (1889 – 1901)

Franz Kafka ging in der Prager Altstadt in eine Volksschule mit deutscher Unterrichtssprache. Anschließend konnte er – als einziger Sohn innerhalb der Familie entsprechend privilegiert – ein deutschsprachiges Gymnasium besuchen. Dort war er ein nur mittelmäßiger Schüler. Sein engster Freund in dieser Zeit war der spätere Kunsthistoriker Oskar Pollok. 1901 legte Kafka die Reifeprüfung (Abitur) mit »befriedigend« ab.

Studium und der Beginn lebenslanger Freundschaften (1901 – 1907)

Nach dem Abitur studierte Kafka ab 1901 an der Prager Karl-Ferdinands-Universität zunächst Chemie, bald darauf wechselte er zu Jura. Außerdem versuchte er sich ein Semester lang in Germanistik und Kunstgeschichte. Kafka schloss das Studium der Rechtswissenschaften 1906 mit Promotion ab. Es folgte eine einjährige »Rechtspraxis« am Gericht.

Im zweiten Studienjahr lernte Kafka Max Brod (1884 – 1968) kennen, der ihm enger Freund und später sein Nachlassverwalter wurde. Weitere lebenslange Freundschaften entstanden während der Studienzeit zu Felix Weltsch (1884 – 1964) und Oskar Baum (1883 – 1941).

Tätigkeit im »Brotberuf« (1907 – 1922)

Vom 1. Oktober 1907 an war Kafka für ein knappes Jahr als Aushilfskraft für die Versicherungsgesellschaft »Assicurazioni Generali« tätig. Ab 1908 bis zu seiner krankheitsbedingten Pensionierung 1922 arbeitete Kafka erfolgreich in der »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen« (AUVA): Der ausgezeichnete Jurist stieg vom Aushilfsbeamten zum Konzipisten (Projektleiter) und weiter zum Vizesekretär und Sekretär auf. Als Obersekretär wurde er 1922 aus dem Dienst entlassen.

Trotz dieser vorzeigbaren Karriere bezeichnete Kafka seine Beamtentätigkeit verächtlich als »Brotberuf«. Seiner engen Freundin Milena Jesenská schrieb er: »Mein Dienst ist lächerlich und kläglich leicht … ich weiß nicht, wofür ich das Geld bekomme.« Die Arbeit hielt ihn tagsüber von seiner eigentlichen Berufung ab, dem Schreiben. Seine literarischen Werke entstanden spätabends und nachts.

Kafka und Prag

Franz Kafka verbrachte sein Leben überwiegend in seiner Geburtsstadt Prag, auch wenn er seit seinen Studienzeiten immer wieder davon träumte, die Stadt zu verlassen und nach Palästina auszuwandern. Von Prag aus unternahm er lange Dienstreisen innerhalb Europas oder begab sich zu Ferien- und Kuraufenthalten.

Im Prag gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit der deutschsprachigen Literatur. Franz Kafka war u. a. mit den Schriftstellerkollegen Rainer Maria Rilke und Franz Werfel befreundet. Max Brod hat für diese Zeit den Begriff »Prager Kreis« geprägt. Von einer literarischen Strömung kann man jedoch nicht sprechen. Gemeinsam war den Autoren nur die Zugehörigkeit zu einer isolierten Minderheit:

Prag, die einst stolze Kaiserstadt der Habsburger und seit dem Mittelalter mehrheitlich deutschsprachig, hatte nach Begründung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn im Jahre 1867 an Bedeutung verloren. Durch Zuzug von Menschen aus dem ländlichen Raum ging der Anteil der Deutschen und deutschsprachigen Juden in Prag von etwa 60% (1860) auf etwa 6% (1900) zurück. Trotzdem galt Tschechisch nichts als gleichberechtigte Amtssprache. Deshalb kam es wiederholt zu Ausschreitungen gegen die deutsche Oberschicht.

Während eine Mehrheit der Prager Juden sich für die tschechische Sprache entschied, schloss sich ein kleiner Teil der deutschsprachigen Elite an. Diese jüdische Minderheit war also dreifach isoliert, als Deutschsprachige von den Tschechen, als Juden von den Deutschen und als kulturelle Elite von den einfachen Menschen. Sie suchte im Schreiben Auswege aus der Isolation. So entstand die »Prager deutsche Literatur« (Max Brod).

Die Stadt wirklich hinter sich zu lassen, gelang Franz Kafka erst acht Monate vor seinem Tod: Er zog nach Berlin, um mit Dora Diamant eine neue Existenz aufbauen.

Kafkas Reisen

Das gängige Kafka-Bild vermittelt den Eindruck, der Schriftsteller habe sein Leben zwischen Versicherungsanstalt und Schreibtisch verbracht. Tatsächlich kam Kafka für die damalige Zeit viel herum. Nach dem Abitur, im Sommer 1901, verließ er zum ersten Mal Böhmen und fuhr mit seinem Onkel Siegfried Löwy nach Helgoland und Norderney.

Auf eine Reise mit Max Brod 1909 nach Norditalien folgten 1910 Ferienreisen nach Frankreich und Deutschland. Im folgenden Jahr fuhren Kafka und Brod an die oberitalienischen Seen und besuchten Paris. Die Verbindung mit Felice Bauer zwischen 1912 und 1917 war der Anlass für etliche Reisen nach Berlin. 1913 nahm Kafka in dienstlichem Auftrag an einem Kongress in Wien teil. Von dort fuhr er über Triest, Venedig und Verona in ein Sanatorium nach Riva.

Überhaupt machte Kafkas schwache Konstitution immer wieder private Kuraufenthalte notwendig. Er erholte sich u. a. in Nordböhmen, in der Schweiz und im Harz sowie in Meran und verschiedenen Bädern an der Ostsee.

Kafka und die Frauen

Obwohl Kafka in der Ehe einen hohen Wert sah, blieb er bis zum Ende seines Lebens unverheiratet. Dies trug ihm die Bezeichnung »Junggeselle der Weltliteratur« ein.

Kafka war sein ganzes Erwachsenenleben lang hin- und hergerissen zwischen einem tiefen Verlangen nach Bindung und seiner gleichzeitigen Bindungsangst. In der Beziehung zu Felice Bauer führte dies zwischen 1912 und 1917 zu zwei Verlobungen und zwei Entlobungen.

Eine weitere Verlobung ging Kafka 1919 mit der Kaufmannstochter Julie Wohryzek ein. Erneut geriet er in einen Konflikt über das Für und Wider einer Ehe. Auch seine Eltern waren entschieden gegen die Verbindung zu Julie. Unter diesem Eindruck verfasste Kafka den »Brief an den Vater«. Als die Suche nach einer gemeinsamen Wohnung mit Julie scheiterte, sah Kafka darin ein Zeichen und zog sich zurück. 1920 löst er die Verlobung, schon unter dem Einfluss einer neuen Frau:

Auch die leidenschaftliche Beziehung zu seiner Übersetzerin Milena Jesenská scheiterte. Milena war in Wien unglücklich verheiratet, aber noch nicht bereit, sich von ihrem Mann zu trennen. Je kränker Kafka wurde, desto fordernder und anspruchsvoller erlebte er die lebenstüchtige Milena. 1923 trennte er sich endgültig von ihr.

1923 lernte Kafka an der Ostsee die Kindergärtnerin Dora Diamant kennen, Tochter eines polnischen Juden. Dora Diamant sprach Jiddisch und Hebräisch. Der kranke Schriftsteller war fasziniert von ihrem natürlichen und bescheidenen Auftreten und ihren reifen Anschauungen. Im Umgang mit ihr erlebt Kafka eine nie gekannte Gelassenheit. Die gemeinsamen Heiratspläne konnte das Paar allerdings nicht umsetzen. Kafka und Dora Diamant gingen nach Berlin, wo sie zusammenlebten. Doras liebende, fast schwesterliche Fürsorge tat Kafka gut. Durch ihre aufopfernde Pflege konnte er sich am Ende seines Lebens endgültig vom Einfluss seiner Herkunftsfamilie befreien.

Kafkas Gesundheit

Kafka hat sich in seinen Briefen viele Male zu Ärzten als solchen geäußert. Er vertraute ihnen nicht. Er war ein Anhänger der Naturheilkunde. Unspezifische Krankheitssymptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden oder Gewichtsabnahme, unter denen er litt, versuchte er psychosomatisch zu deuten. Tatsächlich spricht einiges für einen Zusammenhang zwischen körperlichen Symptomen und den zahlreichen Konflikten, von denen Kafka sich zeit seines Lebens bedroht sah.

Minderwertigkeitskomplexe und Schuldgefühle plagten Kafka seit seiner Kindheit. Das schwierige Verhältnis zu seinem dominanten Vater tat ein Übriges. Das Schreiben war für Kafka später zwar ein Ausweg, mit einer tief empfundenen Lebensunfähigkeit zurechtzukommen; zugleich war es von erheblichen Selbstzweifeln begleitet. Ein weiterer Konflikt ergab sich aus der Notwendigkeit eines existenzsichernden Berufs und der ungeliebten Tätigkeit im »Brotberuf«. Auch sein ambivalentes Verhalten gegenüber Frauen zeugt von innerem Widerstreit und Verunsicherung.

Nach einem Blutsturz im August 1917 diagnostizierte man bei Kafka Lungentuberkulose:

»Manchmal scheint es mir, Gehirn und Lunge hätten sich ohne mein Wissen verständigt. ›So geht es nicht weiter‹, hat das Gehirn gesagt, und nach fünf Jahren hat sich die Lunge bereiterklärt, zu helfen.«
Brief an Max Brod

1918 erkrankte Kafka an der Spanischen Grippe. 1922 erlitt er einen Nervenzusammenbruch und wurde danach immer hinfälliger. Gegen Ende seines Lebens erhielt er die Diagnose einer unheilbaren Kehlkopftuberkulose.

Franz Kafka verstarb am 3. Juni 1924 in Kierling bei Klosterneuburg in der Nähe von Wien.

Kafka und sein Schreiben

Die ersten Schreibversuche aus seiner Jugend hat Kafka später selbst vernichtet. Während seines Studiums arbeitete er an Skizzen, Prosagedichten und Erzählungen. Der erste erhaltene literarische Text ist eine Novelle aus dem Jahre 1904: »Beschreibung eines Kampfes«. 1907 entstand das Romanfragment »Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande«. Ab 1908 veröffentlichte Kafka Prosastücke und andere Texte in der Zeitschrift »Hyperion« und der Tageszeitung »Bohemia«. 1911 begann er mit der Arbeit am Roman »Der Verschollene«.

Das Jahr 1912 bedeutete eine Wende für den Schriftsteller: Er gab seinen bis dahin gehegten Wunsch zur Auswanderung endgültig auf und begann, sein einsames Leben in Prag zu akzeptieren. Seine Familie zwang ihm die Verwaltung der verhassten Asbestfabrik des Schwagers auf. In der Folge trug Kafka sich mit Selbstmordgedanken.

Tatsächlich konzentrierte Kafka sich von nun an aufs Schreiben. Wegen seiner Beamtentätigkeit fand er nur nachts zwischen halb elf und zwei Uhr früh Zeit für seine Erzählungen und Romane. Die Arbeit daran fand in fast manisch wirkenden Schüben statt. Er war dann äußerst produktiv. Dazwischen gab es lange Phasen der literarischen Untätigkeit. Damit erklärt sich auch, dass sein Schreiben zur Existenzsicherung nicht ausgereicht hätte.

Der literarische Durchbruch gelang Kafka 1912 mit der Erzählung »Das Urteil«. Es folgten »Die Verwandlung«, »Der Heizer«, »In der Strafkolonie« und weitere Erzählungen sowie die drei großen unvollendeten Romane »Der Verschollene«, »Der Proceß« und »Das Schloß«.

Was bedeutet eigentlich kafkaesk?

Das Adjektiv »kafkaesk« leitet sich vom Namen des Schriftstellers Franz Kafka ab. Dessen Erzählungen sind geprägt von undurchschaubaren Beziehungen, absurden Verwicklungen und unklaren Strukturen der Personen oder Orte. Sie wirken auf einzigartige und unergründliche Weise bedrohlich. Vergleichbare Situationen oder Stimmungen werden mitunter als »kafkaesk« bezeichnet. Das Wort wurde nach Angaben der Duden-Redaktion 1973 erstmals in den Rechtschreibduden aufgenommen.

Kafkas zweigeteiltes Werk

Kafkas Werk lässt sich aufteilen in die Arbeiten, die von ihm zu Lebzeiten autorisiert wurden, und solchen, die postum von Max Brod veröffentlicht wurden. Kafka hatte eigentlich verfügt, sämtliche unveröffentlichten Manuskripte nach seinem Tode zu vernichten. Doch sein Freund Max Brod, von Kafkas Vater zum Nachlassverwalter bestellt, begann, Kafkas Werk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Literaturpreise in Erinnerung an Franz Kafka

Der »Franz-Kafka-Preis« wurde von 1979 bis 2001 alle zwei Jahre von der Stadt Klosterneuburg verliehen. Berühmte Preisträger waren u. a. Elias Canetti, Ilse Aichinger und Stanislaw Lem.

Seit 2001 wird jährlich der »Franz-Kafka-Literaturpreis« von der Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag vergeben. Eine internationale Jury hat damit u. a. Philip Roth, Peter Handke und Amos Oz ausgezeichnet.

Werke von Franz Kafka (Auswahl)

1913
»Das Urteil«
Erzählung, die einen Vater-Sohn-Konflikt thematisiert.
1913
»Der Heizer«
Das erste Kapitel aus dem über Jahre angelegten Romanprojekt »Der Verschollene« als eigenständige Erzählung.
1915
»Die Verwandlung«
Erzählung über die Verwandlung des Handelsreisenden Gregor Samsa in ein Ungeziefer.
1919
»In der Strafkolonie«
Erzählung, die von dem makabren Rechtssystem auf einer abgelegenen Insel handelt.
1920
»Ein Landarzt«
Titel-Erzählung eines Sammelbands mit vierzehn »kleineren« Erzählungen.
1924
»Ein Hungerkünstler«
Vier Erzählungen, die der Autor für die Veröffentlichung vorbereitete, jedoch erst posthum erschienen.
1927
»Der Verschollene«
Romanfragment; in der Veröffentlichung von Max Brod 1927 »Amerika«, nach Kafkas Handschrift seit 1983 »Der Verschollene«.
1925
»Der Prozess«
Romanfragment; 1925 veröffentlicht von Max Brod; seit 1990 nach Kafkas Handschrift »Der Process«.
1952
»Brief an den Vater«
1919 verfasst; 1952 von Max Brod veröffentlicht.
1926
»Das Schloss«
Romanfragment; 1926 von Max Brod in gekürzter Fassung veröffentlicht; 1935 von Max Brod erweitert; 1982 nach Kafkas Handschrift vollständig publiziert.
1937
»Tagebücher«
Veröffentlicht 1937 von Max Brod, 1951 von ihm erweitert, 1990 vollständig publiziert.
1937
»Briefe«
Veröffentlichungen in verschiedener Form 1937, 1958 und ab 1999.

Zitate von Franz Kafka

»Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.«
Kafka, Gesammelte Werke, Tagebucheintrag vom 16. September 1920
»Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.«
Laut Gustav Janouch (1903 – 1968) eine mündliche Äußerung von Franz Kafka
»Das Glück, das dir am meisten schmeichelt, betrügt dich am ehesten.«
Franz Kafka
»Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns.«
Franz Kafka, Briefe 1902 – 1924
»Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.«
Franz Kafka zugeschrieben

Inhaltsangaben

Weiterführende Literatur

Kafka-Biografie von Reiner Stach
Die zwischen 2002 und 2014 publizierte Kafka-Biografie von Reiner Stach gilt als Standardwerk. Sie liegt in drei Bänden vor:
  • Kafka. Die frühen Jahre (1883-1910)
  • Kafka. Die Jahre der Entscheidung (1910-1915)
  • Kafka. Die Jahre der Erkenntnis (1916-1924)
Reiner Stach verbindet ein farbiges Panorama von Kafkas Zeit mit einem einfühlsamen Porträt dieses einzigartigen Menschen. Stachs Bücher sind spannend zu lesen.
Franz Kafka – Bilder aus seinem Leben
Klaus Wagenbach gehört zu den wichtigsten Forschern über Kafka. Er war Mitarbeiter der Kritischen Kafka-Ausgabe (KKA), herausgegeben von Hans-Gerd Koch. Wagenbach besitzt eines der umfangreichsten Bildarchive über Franz Kafka und ist Herausgeber des berühmten Bildbandes »Franz Kafka – Bilder aus seinem Leben«.