William Shakespeare (1564–1616), englischer Dramatiker und Lyriker, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Weltliteratur. Der große Dichter war äußerst produktiv und hinterließ ein faszinierendes literarisches Erbe: Seine 37 Dramen (nach einer anderen Zählung 38), die 154 Sonette und epischen Versdichtungen machten ihn unsterblich.

Wichtige Daten und Ereignisse

1564 Geburt in in Stratford-upon-Avon; Shakespeares genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert, vermutlich der 23. April; gesichert ist das Datum seines Tauftags: der 26. April 1564.
1582 Bestellung eines Aufgebots zur Eheschließung mit der acht Jahre älteren Bauerntochter Anne Hathaway am 17. November 1582; das Datum der Hochzeit ist nicht bekannt; aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
1585 – 1592 Gesicherte Fakten über diese Zeit sind nicht bekannt; manche Biografen oder Forscher bezeichnen sie als »lost years«.
1590 Übersiedlung nach London, vermutlich ohne seine Familie; Beginn einer Karriere als Theatermann.
1590er Von Beginn der 1590er Jahre an Mitglied einer Londoner Theatertruppe, der »Lord Strange's Men«, die sich ab 1594 »Lord Chamberlain's Men« nannten; nach der Thronbesteigung James' I. durfte sich die Truppe »The King's Men« nennen.
1597 Dank seiner Erfolge konnte Shakespeare 1597 eines der stattlichsten Häuser in Stratford-upon-Avon erwerben.
1599 Bau des »Globe Theatre« in London, auch »Shakespeare's Globe« genannt, eine der wohl erfolgreichsten Spielstätten ihrer Zeit.
1611 – 1612 Beendigung der Tätigkeit in London und Umzug nach Stratford-upon-Avon.
1616 Im März 1616 Erstellung eines Testaments; Tod am 23. April im Alter von 52 Jahren in Stratford-upon-Avon.
1623 Sieben Jahre nach Shakespeares Tod Veröffentlichung der ersten Gesamtausgabe seiner Dramen, des First Folio, durch die Theaterkollegen John Heminge und Henry Condell.

Biografie

William Shakespeare wurde 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers John Shakespeare und dessen Frau Mary geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Bekannt ist nur sein Tauftag: der 26. April 1564. Die Lateinschule verließ er vermutlich bereits mit 15 Jahren. Statt eine Universitätsausbildung zu absolvieren studierte der englische Dichter das Leben: Er wurde ein zuverlässiger Chronist seiner Zeit.

Das Elisabethanische Zeitalter (1558–1603), in dem Shakespeare wirkte, war eines der interessantesten der Neuzeit. Es war geprägt von Aufbruch und Veränderung. Die Literatur erlebte eine Blütezeit; das Theater bot handfeste Unterhaltung und war beliebt als Schauplatz für alle Bevölkerungsschichten.

Im Alter von 18 Jahren heiratete William Shakespeare die acht Jahre ältere Bauerntochter Anne Hathaway. Das Datum der Hochzeit ist nicht belegt, doch weiß man von der Bestellung des Aufgebots am 27. November 1582. Das Ehepaar hatte drei gemeinsame Kinder.

Shakespeare lebte vermutlich ab 1590 ohne seine Familie in London. Er wurde zu einer prägenden Figur der dortigen Theaterwelt und hatte bald eine Führungsrolle inne. 1599 wurde in Bankside, einem Vergnügungsviertel Londons, das »Globe Theatre« erbaut. Eigentümer war eine Gemeinschaft von Anteilseignern, zu denen auch William Shakespeare gehörte. Viele der dort aufgeführten Stücke stammten aus seiner Feder. »Shakespeare’s Globe« war wohl die erfolgreichste Spielstätte ihrer Zeit.

Zu Shakespeares bekanntesten Dramen zählen die Tragödien »Romeo und Julia«, »Julius Caesar«, »Hamlet«, »König Lear« und »Macbeth« sowie die Komödien »Ein Sommernachtstraum«, »Der Kaufmann von Venedig« und »Viel Lärm um nichts«. Unter seinen lyrischen Werken nimmt der Zyklus von 154 Sonetten eine herausragende Stellung ein.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Shakespeare wieder in Stratford-upon-Avon. Dort starb er am 23. April 1616 als wohlhabender Mann.

Zur Datierung von Shakespeares Dramen

Shakespeare selbst hat seine Dramen nicht schriftlich aufgezeichnet, denn: Das Repertoire war das Kapital einer Schauspieltruppe, und eine Druckausgabe hätte es auch anderen Ensembles ermöglicht, das Stück aufzuführen. Dennoch erschienen etwa die Hälfte von Shakespeares Dramen zu seinen Lebzeiten als sogenannte Quarto-Ausgabe, bezeichnet nach dem Papierformat. Die Texte basierten auf mündlichen Überlieferungen und waren quasi Raubdrucke. Erst 1623, sieben Jahre nach Shakespeares Tod, erschien die erste Gesamtausgabe seiner Dramen, wiederum benannt nach dem Buchformat, die Folio-Ausgabe.

Da längst nicht von allen Dramen die Tage ihrer Uraufführung bekannt sind, gibt es viele Datierungen, die nicht gesichert sind. Mitunter wird deshalb auf das Datum ihrer Entstehung oder die Veröffentlichung der Folio-Ausgabe zurückgegriffen.

Werke von William Shakespeare (Auswahl)

1594
»The Comedy of Errors«
(dt. »Die Komödie der Irrungen«)
Komödie
1594
»The Taming of the Shrew«
(dt. »Der Widerspenstigen Zähmung«)
Komödie
1597
»Romeo and Juliet«
(dt. »Romeo und Julia«)
Tragödie
1599
»The Tragedy of Julius Caesar«
(dt. »Julius Cäsar«)
Tragödie
1599
»The Life of Henry the Fifth«
(dt. »Heinrich V.«)
Drama
1599
»Much Ado About Nothing«
(dt. »Viel Lärm um nichts«)
Komödie
1602
»The Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark«
(dt. »Hamlet«)
Tragödie
1602
»Twelfth Night, or What You Will«
(dt. »Was ihr wollt«)
Komödie
1603
»As You Like It«
(dt. »Wie es euch gefällt«)
Komödie
1604
»The Tragedy of Othello, the Moor of Venice«
(dt. »Othello, der Mohr von Venedig«)
Tragödie
1604
»The Merry Wives of Windsor«
(dt. »Die lustigen Weiber von Windsor«)
Komödie
1605
»A Midsummer Night's Dream«
(dt. »Ein Sommernachtstraum«)
Komödie
1605
»The Merchant of Venice«
(dt. »Der Kaufmann von Venedig«)
Drama
1606
»Antony and Cleopatra«
(dt. »Antonius und Cleopatra«)
Tragödie
1606
»The Tragedy of Macbeth«
(dt. »Macbeth«)
Tragödie
1606
»The Tragedy of King Lear«
(dt. »König Lear«)
Tragödie

Zitate von William Shakespeare

»Stolz soll der Beutel sein, der Anzug arm,

Denn nur der Geist macht unsern Körper reich.«
William Shakespeare, Der Widerspenstigen Zähmung, 4. Akt, 3. Szene
»Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren.
Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann.«
William Shakespeare, Romeo und Julia, 2. Akt, 2. Szene
»Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein.«
William Shakespeare, Julius Caesar, 3. Akt, 2. Szene
»Zweifle an der Sonne Klarheit,
Zweifle an der Sterne Licht,
Zweifl', ob lügen kann die Wahrheit,
Nur an meiner Liebe nicht.«
William Shakespeare, Hamlet, 2. Akt, 2. Szene
»Alter schützt vor Torheit nicht. (exakt: Wenn mich das Alter auch nicht schützt vor Torheit, doch wohl für Kindischsein.)«
William Shakespeare, Antonius und Cleopatra, 1. Akt, 3. Szene
»Was ist Leben?
Ein Schatten, der vorüberstreicht.«
William Shakespeare, Macbeth, 5. Akt, 6. Szene
»Ein Pferd! Ein Pferd! Ein Königreich für ein Pferd!«
William Shakespeare, Richard III., 5. Akt, 4. Szene

Inhaltsangaben

Weiterführende Literatur

Stephen Greenblatt: Will in der Welt – Wie Shakespeare zu Shakespeare wurde
Bill Bryson: Shakespeare – wie ich ihn sehe
Alan Posener: William Shakespeare