Jenny Erpenbeck

Jenny Erpenbeck, geboren 1967, ist eine bekannte deutsche Regisseurin und Schriftstellerin. Ihre Bücher sind in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Für ihr Werk erhielt die Künstlerin mehrere Stipendien und zahlreiche Auszeichnungen. Erpenbeck ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums und der Berliner Akademie der Wissenschaften.
Geboren am
12. März 1967
Jenny Erpenbeck
Jenny Erpenbeck
Die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck (2012). Foto: Heike Huslage-Koch

Biografie

Jenny Erpenbeck, geboren 1967, ist eine bekannte deutsche Regisseurin und Schriftstellerin. Ihre Bücher sind in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Für ihr Werk erhielt die Künstlerin mehrere Stipendien und zahlreiche Auszeichnungen. Erpenbeck ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums und der Berliner Akademie der Wissenschaften.

Eine Schriftsteller-Dynastie

Jenny Erpenbeck, geboren am 12. März 1967 in Berlin (DDR), stammt aus einer Schriftstellerfamilie: Sowohl ihre Großeltern, Hedda Zinner und Fritz Erpenbeck, beide bekannte Größen im Kulturbetrieb der DDR, als auch ihre Eltern, Doris Kilias und John Erpenbeck, waren literarisch tätig. Der Vater John ist ein bekannter Wissenschaftler, Philosoph und Buchautor.

Die Theaterfrau

Nach dem Abitur absolvierte Jenny Erpenbeck eine Buchbinderlehre. Anschließend sammelte sie ein Jahr lang praktische Erfahrungen an verschiedenen Theatern. 1987 nahm sie das Studium der Theaterwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität auf. Im Jahr 1989 wechselte sie an die Berliner Hochschule für Musik »Hanns Eisler«, wo sie Musiktheaterregie studierte.

Ihre Abschlussarbeit war die Inszenierung von Bartóks Oper »Herzog Blaubarts Burg«. Sie kam 1994 in der Parochialkirche in Berlin Mitte sowie im Kunsthaus Tacheles zur Aufführung. 1995 nahm Erpenbeck eine feste Stelle am Opernhaus Graz als Regieassistentin an. Ab 1997 trat sie mit eigenen Inszenierungen hervor, darunter auch der Uraufführung ihres Stücks »Katzen haben sieben Leben« (2000). In den folgenden Jahren arbeitete die Regisseurin an Opernhäusern in Deutschland und Österreich.

Die Autorin

Neben der Regiearbeit begann Erpenbeck in den 1990er Jahren sich schriftstellerisch zu betätigen. 1999 gab sie ihr Debüt als Prosaautorin mit der »Geschichte vom alten Kind«, einer zeitgenössisch-weiblichen Variation des Kaspar-Hauser-Motivs. In ihrem literarischen Werk nimmt die Autorin sich unterschiedlicher Themen an. Zwischen 2001 und 2017 erhielt sie dafür zahlreiche Würdigungen.

Jenny Erpenbeck ist mit dem Dirigenten Wolfgang Bozic verheiratet und Mutter eines Sohnes. Sie lebt als freie Autorin und Regisseurin in Berlin.

Werke

  • 1999
    Geschichte vom alten Kind
    Novelle
  • 2000
    Katzen haben sieben Leben
    Theaterstück
  • 2001
    Tand
    Erzählungen
  • 2004
    Wörterbuch
    Roman
  • 2008
    Heimsuchung
    Roman
  • 2009
    Dinge, die verschwinden
    Miniaturen
  • 2012
    Aller Tage Abend
    Roman
  • 2015
    Gehen, ging, gegangen
    Roman

Auszeichnungen und Preise

  • 2001
    Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt
  • 2004
    GEDOK-Literaturförderpreis
  • 2006
    Literaturpreis Sylter Inselschreiber (Stipendium)
  • 2008
    Solothurner Literaturpreis
  • 2008
    Heimito-von-Doderer-Literaturpreis
  • 2008
    Hertha-Koenig-Literaturpreis
  • 2009
    Preis der LiteraTour Nord
  • 2010
    Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt
  • 2013
    Aufnahme in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
  • 2013
    Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen
  • 2013
    Evangelischer Buchpreis für »Aller Tage Abend«
  • 2013
    Joseph-Breitbach-Preis
  • 2013
    Thomas-Valentin-Literaturpreis der Stadt Lippstadt
  • 2013
    Poetik-Professur an der Universität Bamberg
  • 2014
    Ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg
  • 2014
    Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster
  • 2014
    Heinrich-Heine-Gastdozentur in Lüneburg
  • 2015
    Independent Foreign Fiction Prize
  • 2015
    Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
  • 2016
    Walter-Hasenclever-Literaturpreis
  • 2016
    Thomas-Mann-Preis
  • 2017
    Premio Strega Europeo