Der Schriftsteller Theodor Fontane wurde 1819 im brandenburgischen Neuruppin geboren. Sein Vater war ein hugenottischer Apotheker. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte Fontane zunächst selbst eine Ausbildung in einer Apotheke. Bereits 1839 erschien seine erste Novelle »Geschwisterliebe«. Darin klingt schon ein zentrales Thema des Schriftstellers an: Liebe und Ehe im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen. Ab 1849 widmete sich Fontane ausschließlich dem Schreiben.

Lebenslauf

1819 Geburt am 30. Dezember 1819 in Neuruppin
1827 Umzug der Familie nach Swinemünde
1836 Nach Beendigung der Schulausbildung Beginn einer Apothekerlehre; bis 1849 arbeitet Fontane in verschiedenen Apotheken in seinem Beruf, darunter auch in der Apotheke seines Vaters in Letschin (Brandenburg)
1839 Erste Veröffentlichung in der Berliner Zeitschrift »Figaro«: Die Erzählung »Geschwisterliebe«
1844 Freiwilliger für ein Jahr im Regiment der Gardegrenadiere »Kaiser Franz« in Berlin; erste Reise nach England
1845 Verlobung mit Emilie Rouanet-Kummer, seiner späteren Ehefrau
1848 Teilnahme als Beobachter an den Straßenkämpfen in Berlin während der »Märzrevolution«; journalistische Beiträge für das liberale Blatt »Berliner Zeitungshalle«
1849 Aufgabe des Apothekerberufs; Leben als Freier Schriftsteller
1850 Heirat mit Emilie Rouanet-Kummer; das Ehepaar bekam sieben Kinder, von denen drei kurz nach der Geburt starben
1852 Zweiter Englandaufenthalt; Beiträge für Zeitungen
1855 Beginn eines mehrjährigen Aufenthalts in England; Arbeit für die deutsche Presse und als Schriftsteller
1856 Emilie und die Kinder übersiedeln nach London
1859 Rückkehr nach Berlin mit der ganzen Familie
1860 Eintritt in die Redaktion der »Neuen Preußischen Zeitung« (Kreuzzeitung)
1861 Veröffentlichung des 1. Bands der »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« (bis 1882 erscheinen insgesamt vier Bände)
1864 Geburt des Sohnes Friedrich, der ab 1888 Verleger der letzten Werke Fontanes wird
1870 Beginn der Arbeit als Theaterkritiker für die »Vossische Zeitung«; Informationsreise durch das besetzte Frankreich und Festnahme als vermeintlicher Spion; Freilassung aufgrund der Intervention des preußischen Ministerpräsidenten und späteren Reichskanzlers Otto von Bismarck
1874 Bis 1876 Reisen mit seiner Frau nach Österreich, Italien und in die Schweiz
1876 Beendigung aller Beschäftigungsverhältnisse und erneuter Beginn der Arbeit als Freier Schriftsteller
1878 Veröffentlichung von Romanen, Erzählungen, Balladen in rascher Folge während der nächsten Jahre
1892 Erkrankung an schwerem Gehirnleiden (Ischämie)
1898 Tod am 20. September 1898 in Berlin und Beisetzung auf dem Friedhof der Französischen Reformierten Gemeinde

Biografie

Der Schriftsteller Theodor Fontane wurde 1819 im brandenburgischen Neuruppin geboren. Sein Vater war ein hugenottischer Apotheker. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte Fontane zunächst selbst eine Ausbildung in einer Apotheke. Bereits 1839 erschien seine erste Novelle »Geschwisterliebe«. Darin klingt schon ein zentrales Thema des Schriftstellers an: Liebe und Ehe im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen. Ab 1849 widmete sich Fontane ausschließlich dem Schreiben.

Fontane engagierte sich in literarischen Zirkeln wie dem berühmten Berliner »Tunnel über der Spree«. Er unterstützte auch die Deutsche Revolution und die Freiheitskämpfer von 1848/49. Neben politischen Schriften verfasste er journalistische Texte und Reiseberichte. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die »Wanderungen durch die Mark Brandenburg«.

Internationale Berühmtheit erlangte Fontane mit seinen Gesellschaftsromanen, die dem »poetischen Realismus« zugerechnet werden. In ihnen übt er Kritik am deutschen Kaiserreich mit seinen überkommenen Konventionen. Zu Fontanes wichtigsten Werken gehören die Romane »Frau Jenny Treibel« (1893) und »Effi Briest« (1896) sowie das große Alterswerk »Der Stechlin« (1899). Von herausragender literarischer Bedeutung sind darüber hinaus seine Balladen wie »John Maynard« (1886) oder »Die Brück‘ am Tay« (1880). Fontane starb im Jahre 1898 hoch geehrt in Berlin.

Werke von Theodor Fontane (Auswahl)

1860
»Jenseit des Tweed«
1878
»Vor dem Sturm«
Roman
1882
»L’Adultera«
Roman
1883
»Graf Petöfy«
Roman
1883
»Schach von Wuthenow«
Erzählung
1886
»John Maynard«
Ballade
1888
»Irrungen, Wirrungen«
Roman
1890
»Stine«
Roman
1892
»Frau Jenny Treibel«
Roman
1892
»Unwiederbringlich«
Roman
1896
»Die Poggenpuhls«
Roman
1896
»Effi Briest«
Roman
1906
»Mathilde Möhring«
Roman
postum veröffentlicht von Josef Ettlinger

Zitate von Theodor Fontane

»Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.
Ausdauer – das ist die Hauptsache.«
Theodor Fontane
»Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.«
Theodor Fontane
»In der Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer Befolgung.«
Theodor Fontane
»Die Talente sind oft gar nicht so ungleich, im Fleiß und im Charakter liegen die Unterschiede.«
Theodor Fontane

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