Peter Härtling (1933 – 2017) war einer der wichtigsten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart. Er ist bekannt als Autor von Künstlerbiografien, Kinderbüchern und als Verfasser autobiografischer Texte.

Biografie

Peter Härtling wurde am 13. November 1933 in Hartmannsdorf bei Chemnitz geboren. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten übersiedelte seine Familie nach Mähren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Familie auf der Flucht vor der Roten Armee über Österreich 1946 nach Nürtingen (Baden-Württemberg). Die Mutter nahm sich im selben Jahr das Leben, nachdem sie  vom Tod des Vaters in russischer Kriegsgefangenschaft erfahren hatte.

Härtling, der mit seiner jüngeren Schwester von Verwandten aufgenommen wurde, besuchte ab 1946 das Max-Planck-Gymnasium. Aus Protest gegen die Haltung seiner Lehrer gegenüber dem Nationalsozialismus verließ er das Gymnasium 1951 ohne Abschluss. Der Maler Fritz Ruoff (1906–1986) wurde 1948 sein Mentor.

Härtlings Berufslaufbahn begann bei der regionalen Tageszeitung. Zwischen 1954 und 1973 war er als Lektor und Autor für verschiedene Zeitungen, Redaktionen und Verlage tätig, ab 1967 als Cheflektor beim S. Fischer Verlag in Frankfurt. 1974 ließ Härtling sich als freier Schriftsteller nieder.

Härtling war eine politische Stimme, die gehört wurde. Als Mitglied der SPD unterstützte er den Wahlkampf von Willy Brandt; er war aktiv unter den Gegnern der Frankfurter Startbahn West; er schrieb Essays und hielt Reden sowie Vorlesungen gegen Krieg und Gewalt.

Zeitlebens erhielt Härtling Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, den Deutschen Bücherpreis, den Gerty-Spies-Literaturpreis, den Corinna-Ehrenpreis oder den Elisabeth-Langgässer-Preis 2015. Allein fünfzehn Schulen in Deutschland sind nach dem Schriftsteller benannt.

Peter Härtling starb nach kurzer Krankheit am 10. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren in Rüsselsheim am Main.

Autobiografische Schriften

Ein Großteil seines Werks ist von autobiografischen Elementen geprägt: Härtling verarbeitete darin seine unruhige Kindheit und die Vertreibungen der Familie. Zu seinen frühen Arbeiten gehören die Romane »Der Stillstand« (1964), »Janek« (1966) oder »Das Familienfest« (1969). Mit »Leben lernen« veröffentlichte er 2005 seine »Erinnerungen«, wie es im Untertitel heißt.

Künstlerbiografien

1976 legte Härtling mit »Hölderlin« die erste seiner Künsterbiografien vor. In zahlreichen weiteren Romanbiografien beschäftigte er sich z. B. mit Schubert, Schumann, E. T. A. Hoffmann oder Fanny Hensel-Mendelssohn. Schließlich erschien im Jahre 2015: »Verdi: Ein Roman in neun Fantasien«.

Kinderbücher

Härtlings große Leidenschaft galt dem Verfassen von Kinderbüchern. In »Das war der Hirbel« (1973) oder »Theo haut ab« (1977) befasste er sich mit den Problemen des Erwachsenwerdens oder den Folgen von Schicksalschlägen auf Kinder. »Ben liebt Anna« erzählt die wehmütige Geschichte einer ersten Liebe. Die vielen Briefe von Kindern beantwortete er – mit Unterstützung seiner Frau Mechthild Maier – stets persönlich.

 

 

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