Judith Hermann, geboren 1970, ist eine deutsche Schriftstellerin. Ihr Debüt gab sie 1998 mit »Sommerhaus, später«; der Erzählungsband wurde als Erfolg gefeiert. Für ihr Werk erhielt Hermann zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kleist-Preis und den Friedrich-Hölderlin-Preis.

Biografie

Judith Hermann wurde am 15. Mai 1970 im damaligen West-Berlin geboren. Das Studium der Germanistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin brach sie ab. Sie schlug sich mit verschiedenen Jobs durch, bevor sie 1995 die Berliner Journalistenschule besuchte. 1996 ging sie für ein Volontariat bei der deutsch-jüdischen Zeitschrift »Aufbau« nach New York.

Erst 1997 begann Hermann zu schreiben, wie sie in einem Interview mit der FAZ erzählte. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte sie ihren ersten Prosaband »Sommerhaus, später.« Von dem Buch hieß es, dass sich eine neue Generation zu Wort melde; Hermann fange mit präzisen Worten und einer poetischen Sprache Alltagssituationen ein. Das Buch wurde in 17 Sprachen übersetzt.

Die Autorin hält sich vom Literaturbetrieb eher fern und tritt öffentlich kaum in Erscheinung. Nach eigener Aussage braucht sie den Rückzug. So dauerte es auch fünf Jahre, bis sie 2003 ihren zweiten Band mit Erzählungen vorlegte: »Nichts als Gespenster«. Einige Episoden daraus wurden 2007 unter demselben Titel für das Kino verfilmt.

Hermanns einziger Roman »Aller Liebe Anfang« wurde 2014 von der Kritik extrem unterschiedlich aufgenommen. 2016 erschienen weitere Erzählungen unter dem Titel »Lettipark«.

Die Autorin lebt mit ihrem Sohn in Berlin Prenzlauer Berg.

Werke von Judith Hermann (Auswahl)

1998
»Sommerhaus, später«
Erzählungen
2003
»Nichts als Gespenster«
2009
»Alice«
Erzählungen
2014
»Aller Liebe Anfang«
Roman
2016
»Lettipark«
Erzählungen

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)

1999Förderpreis zum Bremer Literaturpreis
1999Hugo-Ball-Förderpreis
2001Kleist-Preis
2009Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg
2014Erich-Fried-Preis

Inhaltsangaben