Arthur Schnitzler

Der große österreichische Dramatiker Arthur Schnitzler wurde 1862 in Wien als Sohn eines Arztes geboren. Auch er selbst absolvierte nach dem Gymnasium ein medizinisches Studium, promovierte zum Dr. med. und arbeitete zunächst als Assistenzarzt eines Wiener Klinikums, später als Arzt in seiner eigenen Praxis. Die literarische Tätigkeit spielte bereits seit 1880 eine Rolle in seinem Leben. Er war mit literarischen Größen seiner Zeit wie Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann befreundet und zählte mit seinen Erzählungen und Dramen zu den Kritikern des K.u.K.-Systems.
Geboren am
15. Mai 1862
Gestorben am
21. Oktober 1931
Arthur Schnitzler
Arthur Schnitzler

Biografie

Der große österreichische Dramatiker Arthur Schnitzler wurde 1862 in Wien als Sohn eines Arztes geboren. Auch er selbst absolvierte nach dem Gymnasium ein medizinisches Studium, promovierte zum Dr. med. und arbeitete zunächst als Assistenzarzt eines Wiener Klinikums, später als Arzt in seiner eigenen Praxis. Die literarische Tätigkeit spielte bereits seit 1880 eine Rolle in seinem Leben. Er war mit literarischen Größen seiner Zeit wie Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann befreundet und zählte mit seinen Erzählungen und Dramen zu den Kritikern des K.u.K.-Systems.

Schnitzler zeichnete sich insbesondere durch seine Variationsbreite aus –  er verarbeitete sehr vielfältige Motive, Verhaltensweisen und Hintergründe in seinen Texten. Darüber hinaus war der österreichische Schriftsteller fokussiert auf das Individuum; er thematisierte nicht die breite Öffentlichkeit, sondern bezog Konflikte, Missstände oder Krisen der Gesellschaft und ihrer Bürger stets auf den Einzelnen. Besonders geeignet hierfür erschien ihm die Thematisierung verschiedener Beziehungen und Konstellationen auf partnerschaftlicher respektive sexueller Basis. Zu begründen ist das damit, dass sich am Beispiel solcher Beziehungen alle Eigenschaften und Handlungen der Menschen im Allgemeinen aufzeigen lassen. Auf diese Weise lassen sich Einzelschicksale besonders gut sichtbar machen.

Vor allem seine Dramen, in denen er mit großer Sensibilität die psychische Befindlichkeit seiner Figuren porträtiert und damit indirekt den Blick auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen lenkt, trugen zu seiner Berühmtheit bei. Zu den bekanntesten seiner Bühnenstücke, die auch heute noch häufig auf europäischen Bühnen aufgeführt werden, gehören »Liebelei« (1895), »Reigen« (1896/97) und »Professor Bernhardi« (1912). Auch seine Erzählungen und Novellen zählen zur Weltliteratur und zeichnen sich durch innovative Darstellungsformen wie den inneren Monolog (»Leutnant Gustl«, 1900) aus. Seine »Traumnovelle« (1925) wurde 1999 zur Grundlage von Stanley Kubricks Kinofilm »Eyes Wide Shut«.

Einen enormen Schicksalsschlag im Leben des Schriftstellers stellte der Tod der Tochter Lili dar, die sich am 26. Juli 1928 durch Erschießen das Leben nahm. Arthur Schnitzler starb 1931 an einer Gehirnblutung in Wien. Sein Grab befindet sich auf dem alten jüdischen Friedhof, einem Teil des Wiener Zentralfriedhofes.

Literarische Epochen und Strömungen