Inhaltsangabe

Das Drama »Hexenjagd« (»The Crucible«) von Arthur Miller wurde 1953 uraufgeführt. Es schildert eine historische Begebenheit aus den Anfangsjahren der US-amerikanischen Geschichte: In der Stadt Salem im heutigen Massachusetts kam es 1692 zu einer Jagd auf vermeintliche Hexen. Das Stück spielt von Frühjahr bis Herbst jenen Jahres. Protagonisten sind die siebzehnjährige Abigail Williams und ihr früherer Liebhaber John Proctor. Abigail beginnt Bürger von Salem als Hexen zu diffamieren. So entsteht ein Massenwahn; Menschen nutzen die Gelegenheit unliebsame Gegner loszuwerden. Der strenge Puritanismus in Neuengland leistet dem Vorschub.

Info: Puritanismus

Der Puritanismus entstand im 16. Jahrhundert als Reformbewegung in England. Nach Auffassung seiner Anhänger bestand das Leben aus harter Arbeit und Streben nach irdischem Erfolg. Nur am Erfolg ließ sich gemäß der calvinistischen Prädestinationslehre (Vorherbestimmung) ablesen, ob man zu den von Gott Erwählten gehörte. Vergnügungen wie Theater, Singen und Tanzen waren folglich verpönt und bei Strafe verboten. Selbst das Lesen von Romanen galt als Sünde. Ab 1620 brachten englische Siedler den Puritanismus in die amerikanischen Kolonien an der Ostküste. Dort wurde er zur führenden Religion. Seine strengen Grundsätze gaben den Einwanderern besonders am Anfang Sicherheit und förderten den Zusammenhalt der Gemeinschaft in der Fremde.

Im Frühjahr 1692 hat Reverend Parris in Salem eine Gruppe junger Mädchen beim nächtlichen Tanzen im Wald beobachtet. Ihre Anführerin ist Parris’ Nichte Abigail Williams. Als einige der verschreckten Mädchen erkranken, kommt die Vermutung auf, der Teufel sei im Spiel. Der »Teufelsspezialist« Pastor Hale wird gerufen. Er soll bei der Aufklärung helfen. Aus Angst vor Bestrafung wälzt Abigail die Schuld auf die schwarze Hausangestellte Tituba ab. Unter massivem Druck nennt diese Namen von Salemer Bürgern, die in Gesellschaft des Teufels gesehen wurden. Abigail und andere Mädchen stimmen in die Denunziation ein; eine Massenhysterie bricht aus.

Unter den Verleumdeten sind zahlreiche unschuldige Bürger, deren sich andere entledigen wollen. Abneigung, Misstrauen oder wirtschaftliche Vorteile können die Gründe sein. Auch Elizabeth Proctor gerät unter Anklage. Ihr Mann John hatte Monate zuvor eine Affäre mit Abigail. Während die Liebschaft für John beendet ist, hofft Abigail weiter auf eine gemeinsame Zukunft. Sie denunziert Elizabeth, um das vermeintliche Hindernis aus dem Weg zu räumen.

John durchschaut Abigail schon früh. Als seine Frau in Gefahr ist, handelt er schließlich. Mithilfe seiner Hausangestellten Mary Warren will er Abigails Glaubwürdigkeit hintertreiben. Mary gehört jedoch zu Abigails Gefolgschaft und schafft es nicht, sich ihrer Anführerin entgegenzustellen. Das öffentliche Eingeständnis seines Ehebruchs erscheint John als letzter Ausweg, um Abigail zu entlarven. Um den Namen ihres Mannes zu schützen bestreitet die ahnungslose Elizabeth im Zeugenstand den Seitensprung. John wird verhaftet und Abigail treibt ihr böses Spiel weiter.

Nach mehreren Monaten und hunderten von Anklagen ist der öffentliche Friede in Salem in Gefahr. Hale hat inzwischen erkannt, dass es bei den Prozessen nicht um Gerechtigkeit geht. Er steht jetzt auf Seiten der Beschuldigten und versucht sie zu einem Geständnis zu bewegen. Nur so können sie sich vor der Vollstreckung retten. Viele Menschen folgen seinem Aufruf und verleumden sich selber, einige wenige bleiben unbeugsam und bewahren sich ihre Würde. Unter diesen ist am Ende auch John Proctor. Abigail hat unterdessen die gesamte Barschaft ihres Onkels gestohlen und ist mit einer Freundin geflohen.

Historische Genauigkeit

Arthur Miller hat seinem Werk eine »Anmerkung zur historischen Genauigkeit dieses Stücks« vorangestellt. Obwohl dem Drama akribische Recherchen des Autors zugrundeliegen, könne es nicht als historisch im wissenschaftlichen Sinne gelten. Andererseits hat Miller keinen Zweifel, dass »das Wesentliche eines der seltsamsten und furchtbarsten Kapitel der Menschheitsgeschichte« erfasst wurde. Mitunter wurden mehrere Figuren zu einer »verschmolzen«. Dennoch haben die Schicksale sämtlicher Charaktere ein historisches Vorbild. Bei der Ausgestaltung der Figuren hat sich der Autor mangels Informationen dichterische Freiheiten erlaubt.


Zusammenfassung von Mia Sabinger /  Inhaltsangabe.de.
Veröffentlicht am 20. Oktober 2015, zuletzt aktualsiert am 26. März 2017.

Kurze Zusammenfassung

Im Jahr 1692 bricht in der puritanisch geprägten Stadt Salem ein Hexenwahn aus, nachdem Mädchen bei wilden Tänzen im Wald von Reverend Parris erwischt worden sind. Aus Furcht vor Strafen verfallen einige Mädchen in eine Art Hysterie: Die Sache wird zum Teufelswerk aufgebauscht. Abigail, die ein Verhältnis mit John Proctor hatte, beschuldigt Elizabeth, die Frau ihres einstigen Dienstherrn, falsch, um sie loszuwerden. Elizabeth wird ebenso wie andere rechtschaffene Personen verhaftet und zum Tode wegen Hexerei verurteilt. Auch John Proctor wird verurteilt. Kurz vor seiner Hinrichtung könnte er sein Leben durch die Unterschrift unter ein falsches Geständnis retten. Er bleibt bei der Wahrheit und lässt sich wie ebenfalls unschuldige Mitgefangene hängen.

Zeit: 1692.
Ort: Salem, Massachusetts, USA.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Hexenjagd«.

Kapitelübersicht

I. Akt

1. Szene

Reverend Parris, ein strenger Puritaner, ist in seiner Gemeinde wenig beliebt. In einer Frühlingsnacht im Jahre 1692 hat er einige Mädchen beim verbotenen Tanzen im Wald überrascht. Unter ihnen waren seine Tochter Betty und seine verwaiste Nichte Abigail Williams, 17. Nach ihrer Entdeckung und aus Angst vor Strafe stehen die jüngeren der Mädchen unter Schock: Betty ist ebenso erkrankt wie Ruth Putnam.

Ruths kirchentreue Eltern Ann und Thomas Putnam sind überzeugt, dass die Kinder von dunklen Mächten verhext seien. Mercy Lewis und Mary Warren gehörten zu der Mädchengruppe im Wald und sind besorgt über die Entwicklungen. Abigail, offensichtlich ihre Anführerin, mahnt zur Ruhe. Kurz darauf ist Abigail mit John Proctor, ihrem früheren Arbeitgeber und Liebhaber, allein. Sie bestreitet jeglichen Zusammenhang mit Hexerei und umwirbt ihn zugleich. Für den doppelt so alten Farmer ist die Affäre mit ihr seit sieben Monaten endgültig beendet; Abigails verzweifelte Annäherungsversuche weist er entschieden zurück.

Info: Hexerei

Frauen, die sich in Kräuterheilkunde oder auf anderen Gebieten der Volksmedizin auskannten, gerieten im Mittelalter bis hinein ins 17. Jahrhundert oft in den Verdacht, eine Hexe zu sein. Abergläubische Menschen dichteten ihnen Zauberkräfte an oder vermuteten, dass sie im Bund mit dem Teufel wären. In Zeiten von Unsicherheit und Angst war es überall in Europa gang und gäbe unschuldige Menschen zu denunzieren. Diese wurden dann als Hexen verfolgt und hatten nahezu keine Möglichkeit, den Vorwurf zu entkräften. Gerechtfertigt wurden die Verfolgungen mit dem Bibeltext aus dem 2. Buch Mose, Kap. 22, Vers 18: »Eine Zauberin sollst du nicht leben lassen.« Mit den englischen Siedlern kam der Hexenglauben nach Amerika.

Unterdessen haben sich mehrere Leute im Haus von Parris eingefunden. Der zu Hilfe gerufene Pastor Hale tritt auf. Er gilt als wissenschaftlich gebildet und Spezialist für Erscheinungen des Teufels. Die Anwesenden werden von ihm befragt. Ann Putnam beklagt ihre sieben Fehlgeburten und vermutet Hexerei dahinter. Giles Corey, 83, erwähnt, dass seine Frau nachts Bücher lese. Als Hale bei Betty eine Teufelsaustreibung vornehmen will, verlässt Rebecca Nurse, 72, lebenserfahren und mit gesundem Menschenverstand, die Szene.

Abigail fühlt sich durch Hales Fragen zu den Ereignissen im Wald in die Enge getrieben. Um sich zu schützen schiebt sie die Schuld auf Tibuta, Parris’ schwarze Hausangestellte. Tituba wird von Hale, Putnam und Parris unter Druck gesetzt. Sie beginnt Namen von Salemer Mitbürgern auszustoßen. Diese sollen mit dem Teufel im Bund stehen. Wie in Trance fallen zunächst Abigail, dann Betty ein und nennen weitere Namen.

Info: Salem, Massachusetts

Salem, 1626 von englischen Puritanern gegründet, ist eine Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern nördlich von Boston an der Ostküste der USA. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort aufgrund von Hexenverfolgungen am Ende des 17. Jahrhunderts. Ein Teil der Bürger von Salem gehörten einer radikalen Strömung innerhalb des Puritanismus an und fühlten sich umgeben von »Gottlosen«. Zudem zeigte die andauernde Bedrohung durch die amerikanischen Ureinwohner psychologische Folgen.

Als einige junge Mädchen, darunter Abigail Williams, die Nichte eines Predigers, begannen, sich merkwürdig zu verhalten, vermutete man dahinter das Werk des Teufels. Die Mädchen beschuldigten zunächst Frauen am Rande der Gesellschaft der Hexerei. Schnell entwickelte sich daraus eine Massenhysterie, in deren Verlauf mehr als 100 Menschen verhaftet wurden. Viele von ihnen wurden gefoltert, zwanzig zum Tode verurteilt und auf zum Teil bestialische Weise hingerichtet; ein Mann wurde mit Steinen erdrückt. Erst als die Hexenjagd die Wirtschaft lahmzulegen drohte, schritt der englische König Wilhelm III. ein.


2. Szene

Acht Tage später ist die Stadt in Aufruhr. Täglich werden mehr Menschen der Hexerei angeklagt, darunter Rebecca Nurse und die Frau des alten Corey. Abigail ist eine der Hauptzeuginnen; auch John Proctors Hausangestellte Mary Warren ist vom Gericht amtlich bestellt. Nach einem Verhandlungstag kommt Mary heim und schenkt seiner Frau Elizabeth eine selbstgenähte Puppe.

In Proctors Haus ist die Atmosphäre nach der Affäre mit Abigail noch immer angespannt. Elizabeth erkennt die Gefahr, die von Johns früherer Geliebten ausgeht. Sie verlangt von John, Abigails Glaubwürdigkeit bei Gericht zu untergraben. Überraschend taucht Hale auf. Er will überprüfen, ob die Proctors gute Christen sind. Als er sich mit Ermahnungen verabschiedet, erscheint der Gerichtsschreiber Ezekiel Cheever mit einem Haftbefehl gegen Elizabeth: Sie wird beschuldigt, Abigail mit einer Nadel durchbohrt zu haben. Als Cheever in der Puppe, die Mary mitgebracht hat, eine Nadel findet, gilt dies als Beweis. Trotz Proctors Protesten wird Elizabeth in Ketten abgeführt.


II. Akt

1. Szene

Elizabeth Proctor ist seit 36 Tagen im Gefängnis. In der Nacht vor ihrem Prozess sucht ihr Mann John das Gespräch mit Abigail. Ihm wird schnell deutlich, dass Abigail sich in einer Art Wahnzustand befindet. Mit Ausnahme von John betrachtet sie alle Menschen als Heuchler und Feinde. John sieht nur einen Ausweg seine Frau zu retten: Abigail bei der Verhandlung als Betrügerin zu entlarven und sie als Hure zu verunglimpfen.


2. Szene

Die Prozesse unter Richter Hawthorne finden im Gemeindehaus statt. Sie werden begleitet von Danforth, dem Stellvertreter des Gouverneurs. Beide glauben, die Stimme des Himmels spreche aus den Kindern. Unterdessen sind 400 Menschen im Gefängnis, 72 von ihnen zum Strang verurteilt. Jegliche Verteidigung wird als Angriff auf das Gericht gewertet. Die Tatsache, dass Leute wie Putnam von der Hexenjagd wirtschaftlich profitieren, ignorieren die Richter. Hale beginnt an der Gerechtigkeit zu zweifeln.

Info: Millers Kritik an der McCarthy-Ära

Joseph McCarthy war republikanischer US-Senator zu Beginn des Kalten Krieges und mitverantwortlich für die Hetze gegen Kommunisten in den 1950er Jahren in den USA: Verschwörungstheorien gingen einher mit Verleumdungen, Denunziation und Bespitzelung. Ein ganzer Zeitabschnitt wurde später nach ihm benannt, die McCarthy-Ära (1947 bis 1956). Die Verhöre erinnerten Arthur Miller an die Hexenprozesse in Salem, Massachusetts. Er machte sich auf den Weg nach Salem und begann zu recherchieren. Die Idee zu dem Drama »Hexenjagd« war geboren. Da die Anspielungen auf die aktuelle Politik offenkundig waren, wurde Miller nach der Erstaufführung des Stücks 1953 unter Beobachtung gestellt. Als er sich 1956 weigerte, dem Staat Namen von Kommunisten zu nennen, wurde eine Gefängnisstrafe gegen ihn verhängt. Diese wurde 1958 aufgehoben.

Als Giles Corey die Unschuld seiner Frau beweisen will, wird er des Saales verwiesen. Bei seiner späteren Vernehmung überreicht er Hawthorne und Danforth gemeinsam mit Proctor und Francis Nurse eine Petition: 91 Bürgern setzen sich darin für Martha Corey, Elizabeth Procter und Rebecca Nurse ein. Danforth versucht Proctor von seinen Freunden zu isolieren, indem er ihm mitteilt, dass Elizabeth schwanger und die Vollstreckung des Todesurteil deshalb für ein Jahr ausgesetzt sei. Doch Proctor hält an der mit seinen Freunden verabredeten Strategie fest: Er führt Mary Warren als Zeugin vor. Sie hat eine Woche mit sich gerungen und sagt jetzt aus, niemals irgendwelche Geister gesehen und das Gericht belogen zu haben. Sie sei der Massenhysterie erlegen und habe mitgemacht.

Abigail und die Mädchen um sie herum werden geholt. Als die Richter vom Tanzen im Wald erfahren, scheint die Glaubwürdigkeit der Mädchen zum ersten Mal erschüttert. Gefragt, ob ihre Denunziationen auf Lügen beruhen, reagiert Abigail mit Empörung. Proctor greift zum Äußersten, gesteht seinen Ehebruch und nennt Abigail eine Hure. Abigail widerspricht und Elizabeth wird als Zeugin gerufen. Um den Namen ihres Mannes zu schützen, bestreitet sie den Seitensprung. Für Danforth steht fest, dass John Proctor lügt. Erschüttert versucht Hale sich auf Proctors Seite zu stellen; er beschuldigt Abigail der Falschheit.

Plötzlich stößt Abigail einen grellen Angstschrei aus. Angeblich wolle Mary sie in Gestalt eines gelben Vogels angreifen. Das Gefolge von Mädchen unterstützt Abigails Schauspiel. Mary Warren ist dem Zusammenbruch nahe. Schließlich fällt sie Abigail in die Arme und fleht um Verzeihung. Zugleich nennt sie John Proctor einen Mann des Teufels, der sie zu ihrer Aussage gezwungen habe. John und Corey werden verhaftet. Hale versucht verzweifelt gehört zu werden. Als ihm der Mund verboten wird, verlässt er das Gericht und die Stadt.


3. Szene

Nach weiteren drei Monaten Hexenjagd gerät die Bevölkerung zunehmend in Aufruhr. Parris fürchtet um den öffentlichen Frieden und um sein Leben. Unterdessen sind Abigail und Mercy verschwunden und haben sein gesamtes Geld mitgenommen. Am Tag bevor eine große Anzahl der Gefangenen gehenkt werden soll, kommt Hale zurück. Er bereut seine Beteiligung an den Prozessen und will die Leben der Gefangenen retten. Er versucht sie zu einem falschen Geständnis zu bewegen, woraufhin sie begnadigt werden können. Mehr als hundert Angeklagte folgen Hales Vorschlag. Rebecca Nurse jedoch lehnt dies ab; Giles Corey ist inzwischen als Märtyrer gestorben. Nach langem Ringen weigert sich auch John Proctor den Pakt mit dem Teufel zu gestehen. Vor seinem Tod gelingt die Versöhnung mit seiner Frau Elizabeth.

Info: Auswirkungen der Hexenjagd

In einer Nachbemerkung fasst Miller die Folgen der Hexenjagd in Salem zusammen: Parris wurde seines Amtes enthoben und verließ die Stadt. Abigail soll später in Boston als Prostituierte aufgetaucht sein. Zwanzig Jahre nach der letzten Hinrichtung wurden den Opfern Entschädigungen zugesprochen. Das Richterkollegium legte eine schriftliche Aussage nieder, in dem es um Vergebung bat. Manche Höfe, die den Opfern gehört hatten, blieben dem Verfall überlassen und mehr als hundert Jahre wollte niemand sie bewohnen. In Massachusetts war die Macht der Theokratie, der religiös legitimierten puritanischen Herrschaft, gebrochen.

Hauptpersonen

John Proctor

  • bodenständiger Farmer
  • nicht bibelfest, aber in der Stadt respektiert und gefürchtet
  • hatte eine sexuelle Affäre mit der Hausangestellten Abigail
  • ist um den Erhalt seiner Ehe bemüht und versucht seinen Fehler gutzumachen
  • mutig und direkt (wagt es, Parris und Putnam die Stirn zu bieten; stellt sich der Festnahme seiner Frau entgegen)
  • macht seinen Ehebruch öffentlich, um seine Frau und andere zu retten
  • scheitert mit seinem Plan und kommt ins Gefängnis
  • nimmt sich Elizabeth als Vorbild, bleibt sich selbst treu und gesteht nicht
  • geht seiner Hinrichtung mit Würde entgegen

Elizabeth Proctor

  • ist tief verletzt von Johns Ehebruch
  • selbstsicher und zuversichtlich
  • bewahrt Haltung, als sie verhaftet wird
  • steht zu ihrem christlichen Glauben und leugnet die Existenz von Hexen
  • ehrlich und aufrichtig
  • nur die Liebe zu ihrem Mann ist noch größer als ihre Wahrheitsliebe
  • erkennt eine Mitschuld an Johns Affäre mit Abigail und vergibt ihrem Mann
  • schenkt ihm totale Freiheit: lässt ihn allein über sein Leben oder Sterben entscheiden

Reverend John Hale

  • fühlt sich als Akademiker den einfachen Menschen von Salem anfangs überlegen
  • stellt eigene Untersuchungen an und sucht aufrichtig nach der Wahrheit
  • vertraut in die Gerechtigkeit des Gerichts
  • handelt in guter Absicht
  • schafft es nicht sich Gehör zu verschaffen und verlässt Salem
  • erkennt seine Mittäterschaft und Schuld und kommt zurück
  • gibt seine Prinzipien auf und rät den Opfern sich selbst zu verleumden
  • ist schwächer als die Opfer, die für ihre Überzeugungen sterben

Abigail Williams

  • siebzehnjährige Waise und Nichte von Reverend Parris
  • wurde von dem älteren John Proctor verführt und dann fallen gelassen
  • begehrt John und möchte Elizabeth’ Platz einnehmen
  • kaltblütig und auf ihren eigenen Vorteil bedacht
  • beherrscht ihre Freundinnen
  • genießt ihre Macht über andere und bei Gericht
  • flüchtet mit dem Geld ihre Onkels

Mary Warren

  • Hausangestellte bei den Proctors
  • naiv und leichtgläubig (genießt ihre Wichtigkeit in den Hexenprozessen)
  • Mitläuferin
  • nervös und unsicher, als Elizabeth wegen der Puppe von ihr verhaftet wird
  • zu schwach, um sich Abigail entgegenzustellen
  • denunziert John Proctor

Reverend Samuel Parris

  • ehemaliger Geschäftsmann in der Karibik
  • wichtigtuerisch und selbstgefällig
  • anspruchsvoll
  • unbeliebt in seiner Gemeinde
  • fürchtet um seine Stellung und versucht jeglichen Skandal zu vermeiden
  • hat am Ende Angst vor einem Aufruhr und versucht die Hinrichtungen zu stoppen

Thomas Putnam

  • wohlhabender Farmer, der nach mehr Land giert
  • profitiert von den Hinrichtungen
  • streitsüchtig
  • treuer Kirchgänger

Ann Putnam

  • verbittert und verschroben
  • hat sieben Kinder bei der Geburt verloren
  • sucht nach einem Schuldigen
  • bringt als Erste den »Teufel« ins Gespräch

Zeitgeschichtlicher Hintergrund

  • Arthur Miller wurde am 17. Oktober 1915 als Sohn jüdischer Einwanderer in New York geboren.
  • Er starb im Alter von 89 Jahren am 10. Februar 2005.
  • Der Puritanismus begünstigte die Entwicklung des Hexenwahns.
  • In den 1940-/1950-er Jahren trieb Senator McCarthy in den USA eine Kommunistenjagd voran.
  • 1953 verfasste Miller als Warnung das Theaterstück »The Crucible«.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Hexenjagd«.

Entstehung und Quellen

  • Erste Ideen für »The Crucible« entwickelt Miller während seines Studiums.
  • Plot und Figuren sind eng an historische Fakten angelehnt.
  • Millers literarische Vorbilder: Ibsen und Piscator.
  • Am 22. Januar 1953 wird »The Crucible« im Martin Beck Theatre am New Yorker Broadway uraufgeführt.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Hexenjagd«.

Aufbau des Dramas

»The Crucible« ist in vier Akten wie ein klassisches Drama nach einem fünfstufigen Schema aufgebaut. Das Theaterstück enthält jenseits der Handlung ausführliche Kommentare des Autors zu den historischen Hintergründen und den Figuren.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Hexenjagd«.

Stil und Sprache

Miller entwickelt eine Sprache, die dem modernen Publikum verständlich ist, aber auch den Ton des 17. Jahrhunderts trifft: Besonderheiten sind doppelte Verneinungen, Fehlen des Hilfsverbs »to do« und altmodische Begriffe wie »aye« statt »yes«.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Hexenjagd«.

Interpretationsansätze

Komplexes Drama mit vielfältigen Interpretationsansätzen (u. a. Verhältnis Individuum/Gesellschaft, Rolle der Justiz, Entstehung von Massenwahn).

Zwei wichtige Ansätze:

  • Die Verbindung zwischen der Hexenjagd in Salem und der Kommunistenhetze in den USA der 1950er-Jahre.
  • Die Bedeutung des Gewissens für den einzelnen Menschen (zentrales Thema in Millers Werk).
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Hexenjagd«.