Raymond Bradbury (1920–2012) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er gehört zu den wichtigsten Horror- und Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts. Neben Romanen und Erzählungen verfasste er auch zahlreiche Drehbücher.

Biografie

Der US-amerikanische Schriftsteller Raymond Douglas Bradbury wurde am 22.8.1920 in Waukegan im US-Bundesstaat Illinois geboren. Er gehört zu den wichtigsten Horror- und Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts. Neben Romanen und Erzählungen verfasste er auch zahlreiche Drehbücher.

Berühmt wurde sein Essay »Zen in der Kunst des Schreibens« (1973). Darin empfieht er angehenden Schriftstellern eine Art automatisches Schreiben: einfach drauflostippen, formale Kriterien völlig vergessen, sich ganz dem Fluss der Kreativität überlassen. Erst in späteren Arbeitsphasen sollen die so gewonnenen Ergebnisse dann strukturiert und überarbeitet werden.

Jugend und erste Erfolge

Im Alter von 14 Jahren zog der Sohn eines Amerikaners und einer Schwedin mit seiner Familie nach Los Angeles. Schon als Schüler machte er mit seinem Schreibtalent auf sich aufmerksam. Früh richtete sich sein Interesse auf die Genres Science-Fiction und Phantastische Literatur. Er trat der »Los Angeles Science Fiction League« und dem »Los Angeles Poetry Club« bei. 

Nach dem Schulabschluss schrieb er zunächst als freier Journalist Kurzgeschichten für Zeitschriften und Zeitungen. Die erste Kurzgeschichte, für die er ein Honorar erhielt, war »Pendulum« aus dem Jahr 1941. Sie wurde im Magazin »Super Science Stories« veröffentlicht. 1947 erschien mit »Dark Carnival«, einer Sammlung von Kurzgeschichten, sein erstes Buch.

Literarischer Durchbruch 

Im selben Jahr wurde mit der Veröffentlichung der »Mars-Chroniken«(im Orignal: »The Martian Chronicles«) ein größeres Publikum auf ihn aufmerksam. Es handelt sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die durch einen Handlungsrahmen untereinander verbunden sind: die Besiedelung des Mars durch den Menschen und die Konflikte zwischen Siedlern und marsianischen »Ureinwohnern«. Isaac Asimov, einer der wohl größten Science-Fiction-Autoren aller Zeiten, sagte über dieses Werk: »Auch wenn alles andere, was er geschrieben hätte, verschwände, wäre Bradbury allein schon wegen der Mars-Chroniken eine wichtige Figur in der Geschichte der Science-Fiction.«

Höhepunkt des Schaffens

Das wohl bekannteste Werk Ray Bradburys ist der dystopische Roman »Fahrenheit 451« – nicht zuletzt durch seine Verfilmungen in den Jahren 1966 und 2018.  Er wurde 1953 in Buchform veröffentlicht und reflektiert das politische Klima in den USA der 1950er-Jahre. Es war von politischer Xenophobie und Angst vor kommunistischer Unterwanderung geprägt, gipfelnd in den berüchtigten McCarthy-Anhörungen. Ebenso gibt es Anspielungen auf die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten. Bis ins hohe Alter setzte sich Bradbury für den Erhalt von Bibliotheken und die Verbreitung des Kulturguts Buch ein, etwa durch Fundraising-Veranstaltungen, Buchgespräche und Lesungen mit Kindern.

Tätigkeit für Film und Fernsehen

Ray Bradbury war neben seiner literarischen Tätigkeit auch in der Unterhaltungsbranche erfolgreich. Er schrieb zahlreiche Fernseh- und Kino-Drehbücher, zum Teil unter Pseudonymen wie William Elliott und Douglas Spaulding. So stammt von ihm unter anderem das Skript zu John Hustons Filmklassiker »Moby Dick« (1956), einer Adaption des berühmten Romans von Herman Melville. Mit der TV-Reihe »The Ray Bradbury Theatre« adaptierte er 65 seiner eigenen Kurzgeschichten für Fernsehdrehbücher. »The Halloween Tree« ist ein animiertes Fantasy-Drama von 1993. Es basiert auf einem Roman von Bradbury, den er selbst für die Filmfassung umschrieb. 1994 wurde das Werk mit einem Emmy in der Kategorie »Outstanding Writing« ausgezeichnet.

Privatleben

Ray Bradbury war von 1947 bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 mit Marguerite McClure verheiratet. Der Ehe entstammen vier Töchter.

Im Alter sagte Bradbury über sich selbst: »Ich sah jeden Tag in den Spiegel, und ein glücklicher Mensch blickte mich an. Manchmal frage ich mich, warum ich so glücklich bin. Die Antwort ist, dass ich jeden Tag meines Lebens nur für mich gearbeitet habe – und für die Freude, die aus dem Schreiben und Schaffen entsteht.«

Ray Bradbury starb am 5.7.2012 im Alter von 91 Jahren in Los Angeles.

Werke von Ray Bradbury (Auswahl)

1947
»Dark Carnival«
Kurzgeschichten
1949
»Marionettes«
Kurzgeschichten
1950
»The Martian Chronicles«
(dt. »Die Mars-Chroniken«)
Kurzgeschichten
1953
»Fahrenheit 451«
Roman
1956
»The October Country«
(dt. »Familientreffen«)
Kurzgeschichten
1962
»R is for Rocket«
Kurzgeschichten
1962
»Something Wicked This Way Comes«
(dt. »Das Böse kommt auf leisen Sohlen«)
Roman
1972
»The Halloween Tree«
Roman
1973
»Zen in der Kunst des Schreibens«
Essay
1976
» Long After Midnight«
(dt. »Lange nach Mitternacht«)
Kurzgeschichten
1985
»Death Is A Lonely Business«
(dt. »Der Tod ist ein einsames Geschäft«)
Roman
1990
»A Graveyard For Lunatics«
(dt. »Friedhof für Verrückte«)
Roman
1998
»Ahmed And The Oblivion Machines«
Erzählung
2003
»It Came From Outer Space«
Kurzgeschichten
2006
»Farewell Summer«
Roman

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)

1946Best American Short Story für »The Big Black and White Game«
1954Benjamin Franklin Magazine Award
1954Hugo Award für »Fahrenheit 451« 
1963Oscar-Nominierung für den Animationsfilm »Icarus Montgolfier Wright«
1977World Fantasy Award für das Lebenswerk
1988Bram Stoker Award für sein Lebenswerk
1994Emmy für das Drehbuch zu »The Halloween Tree«
1999Aufnahme in die Science Fiction Hall of Fame
2000National Book Foundation Medal
2000Ein Asteroid des inneren Hauptgürtels wird nach ihm benannt: (9766) Bradbury
2002Bram Stoker Award für »One More for the Road«
2002Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
2007Pulitzer-Preis Special Citation (= besondere Ehrung für das Lebenswerk)

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