Das Drama »Emilia Galotti« ist ein Klassiker der Aufklärung. Im Jahr 1772 wurde das bürgerliche Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing in Braunschweig uraufgeführt.

Inhaltsangabe

»Emilia Galotti« ist ein bürgerliches Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing. Die Uraufführung fand 1772 in Braunschweig statt. Protagonisten sind Emilia Galotti und Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla. Der Adlige ist besessen von der Schönheit des bürgerlichen Mädchens. Seine Versuche, sie für sich zu gewinnen, führen zur Katastrophe. Das Drama spielt in dem fiktiven italienischen Fürstentum Guastalla im 18. Jahrhundert.


Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla empfängt den Maler Conti in seinem Arbeitszimmer. Conti trägt zwei Gemälde bei sich. Ein Bild zeigt die Gräfin Orsina, die bisherige Geliebte des Prinzen. Das andere stellt die bürgerliche Emilia Galotti dar. Der Prinz stellt fest, dass er die Gräfin Orsina nicht mehr anziehend findet. Von Emilia und ihrer Schönheit ist er hingegen entzückt.

Prinz Hettore kauft Emilias Bildnis. Er beschließt für sich, jeden Preis zu zahlen, um auch das Mädchen zu besitzen. Als er seinem Kammerdiener Marinelli seine Gefühle für Emilia gesteht, erfährt er, dass Emilia noch am selben Tag heiraten soll. Ihr Verlobter ist Graf Appiani. Marinelli verspricht dem Prinzen, die Hochzeit zu verhindern. Sein Plan ist es, den Grafen von Emilia wegzulocken. Der Prinz müsse Appiani dafür als Gesandten nach Massa schicken. Unterdessen solle der Prinz in sein Lustschloss in Dosalo reisen. Dort wolle Marinelli ihm Emilia zuführen.

Doch der Prinz versucht zunächst allein, Emilia für sich zu gewinnen: Während der Messe in der Kirche erzwingt der Prinz eine Begegnung mit Emilia. Die verunsicherte Emilia wendet sich jedoch ab und kehrt verstört nach Hause zurück. Während das Brautpaar sowie Emilias Eltern, Claudia und Odoardo Galotti, sich auf die Hochzeit vorbereiten, taucht Marinelli auf. Zunächst schmeichelt er dem Grafen Appiani. Dann teilt er ihm mit, dass er im Auftrag des Prinzen sofort nach Massa reisen müsse. Der Graf wird wütend und widersetzt sich der Anordnung des Prinzen. Er werde auf keinen Fall nach Massa reisen, sondern in Guastalla bleiben und heiraten.

Marinelli berichtet Prinz Hettore vom Scheitern des Plans. Der Prinz ist wütend und enttäuscht. Marinelli versichert ihm, er werde Emilia auf jeden Fall bekommen. Er, Marinelli, habe bereits für einen zweiten Plan gesorgt. Zur selben Zeit überfallen Marinellis Handlanger die Kutsche mit der Hochzeitsgesellschaft. Dabei wird Appiani tödlich verletzt.

Ein Diener Marinellis bringt Emilia auf das Schloss des Prinzen, angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit. Emilia ist erregt und in großer Sorge um ihre Mutter sowie den Grafen. Sie will sich umgehend auf die Suche nach ihnen machen. Doch der Prinz beruhigt Emilia und nötigt sie zu bleiben. Wenig später trifft die aufgebrachte Claudia Galotti, Emilias Mutter, im Schloss ein. Sie hat den Grafen Appiani sterben sehen und scheint das niederträchtige Spiel zu durchschauen. Der Prinz war nicht in Marinellis Plan eingeweiht. Jetzt befürchtet er, der Mord könne ihm angelastet werden.

Inzwischen ist auch Gräfin Orsina auf dem Schloss eingetroffen. Die frühere Geliebte des Prinzen verlangt eine Erklärung von ihm. Der Prinz weicht ihr aus und schickt Marinelli vor. Von diesem erfährt die Gräfin Orsina, dass die vermeintlich gerettete Emilia und ihre Mutter beim Prinzen sind. Die Gräfin weiß, dass der Prinz in Emilia verliebt ist. Sofort erkennt sie die Zusammenhänge. Sie klagt den Prinzen des Mordes an Appiani an. Am nächsten Tag will sie den Fall an die Öffentlichkeit bringen.

In diesem Moment trifft Emilias Vater Odoardo auf dem Schloss ein. Er ist auf der Suche nach Frau, Tochter und Schwiegersohn. Die Gräfin Orsina unterrichtet ihn von den traurigen Ereignissen. Odoardo ist klar, welches Schicksal Emilia erwartet, wenn der Prinz sie zu seiner Geliebten macht. Die Gräfin Orsina sinnt derweil auf Rache wegen ihrer verschmähten Liebe. Deshalb drängt sie Odoardo einen Dolch auf. Damit soll dieser den Prinzen töten, um Emilia und Appiani (und nebenbei auch die Gräfin Orsina) zu rächen.

Odoardo schickt seine Frau mit der Gräfin Orsina in die Stadt. Er selbst bleibt im Schloss, wo sich auch Emilia aufhält. Von hier will er sie später in ein Kloster bringen. Odoardo hofft, dass der so erzwungene Verzicht auf Emilia für den Prinzen eine schlimmere Strafe sei als sein eigener Tod.

Der Prinz und Marinelli versuchen zu verhindern, dass Odoardo Emilia wegbringt. Deshalb denkt sich Marinelli eine Geschichte aus. Er gibt vor, ein enger Freund Appianis gewesen zu sein. Von Appiani wisse er, dass es einen Nebenbuhler gegeben habe. Emilia habe diesem ihre Gunst geschenkt. Der Nebenbuhler sei für den Überfall und den Tod des Grafen verantwortlich.

Odoardo ist erschüttert. Aber er ist auch sofort von der Ehrlosigkeit seiner Tochter überzeugt. Emilia soll vor Gericht gestellt werden. Bis zur Verhandlung soll sie beim Kanzler des Prinzen in der Stadt wohnen, getrennt von Mutter und Vater. Odoardo willigt unter der Bedingung ein, dass er seine Tochter zuvor noch einmal sehen darf.

In der zentralen Szene des Dramas begegnen sich Emilia und Odoardo. Emilia ist ruhig und gefasst. Sie hat längst geahnt, dass ihr Verlobter tot ist. Jetzt erhält sie Gewissheit. Es gelingt Emilia, ihren Vater von ihrer Unschuld zu überzeugen. Da sie jedoch nicht weiß, wie sie sich dem Prinzen in Zukunft entziehen soll, will sie lieber sterben. Odoardo nimmt ihr den Dolch aus der Hand. Doch schließlich lässt er sich von Emilia überreden, sie zu töten.

Der Prinz und Marinelli sind entsetzt über Emilias Tod. Odoardo ist bereit, sich für seine Tat vor Gericht zu verantworten. Der Prinz gibt Marinelli alle Schuld. Er nennt Marinelli einen Teufel und verbannt ihn aus der Stadt.


Das Drama »Emilia Galotti« ist ein Klassiker der Aufklärung. Es findet sich bis heute auf den Spielplänen zahlreicher deutschsprachiger Theater. »Emilia Galotti« überwindet die traditionelle Ständeklausel der Tragödie und gilt deshalb als bürgerliches Trauerspiel. Das Werk veranschaulicht die Machtverhältnisse zwischen Adel und Bürgertum zur Zeit Lessings. Es wird deutlich, welche Macht der Adel über das Bürgertum hatte. Doch sowohl Emilia als auch ihr Verlobter sind dem Freiheitsgedanken verpflichtet. Sie sind nicht bereit, sich dem Prinzen unterzuordnen.

Zusammenfassung von Heike Münnich / Inhaltsangabe.de.

Szenenübersicht

Emilia Galotti – Erster Aufzug

In einem Kabinett des Prinzen
Erster Auftritt
Der Prinz. Ein Kammerdiener.
Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla, sitzt an seinem Schreibtisch und bearbeitet die eingegangene Post. Er stöhnt unter den vielen Klagen und Bittschriften. Darunter ist auch ein Bittbrief einer Emilia Bruneschi. Der Vorname erinnert ihn an die schöne Emilia Galotti, in die er sich vor kurzem verliebt hat. Ein Kammerdiener überbringt dem Prinzen einen Brief seiner Geliebten, der Gräfin Orsina. Den Brief in der Hand, stellt der Prinz fest, dass seine Liebe zur Gräfin verblasst ist. Der Besuch des Malers Conti wird gemeldet. Der Prinz hofft, dass Conti ihn auf andere Gedanken bringen werde.
Zweiter Auftritt
Conti. Der Prinz.
Der Maler Conti ist der Meinung, dass zu viel Auftragsarbeit das eigentlich Künstlerische behindere. Gleichwohl habe er das geforderte Porträt der Gräfin Orsina mitgebracht. Der Prinz erinnert sich kaum an den Auftrag. Conti erwähnt ein zweites Bild, das der Prinz sich ansehen solle. Er geht die Gemälde aus dem Vorzimmer holen.
Dritter Auftritt
Der Prinz.
Allein, monologisiert der Prinz über seine erloschene Liebe zur Gräfin Orsina. Er bedauert den Verlust der Liebe und der damit einhergehenden Leichtigkeit. Dennoch meint er, ohne die Orsina besser dran zu sein.
Vierter Auftritt
Der Prinz. Conti.
Der Maler Conti trägt zwei Gemälde herein. Zunächst zeigt er dem Prinzen das Bildnis der Gräfin Orsina. Der Prinz würdigt das Kunstwerk. Jedoch schmeichle das Bild dem Modell. Die Darstellung sei geschönt und verheimliche den wahren Charakter der Gräfin. Conti ist verärgert. Die Kritik des Prinzen falle nur deshalb so harsch aus, weil seine Liebe zur Orsina zwischenzeitlich erkaltet sei.

Das zweite Bild zeigt Emilia Galotti. Für Conti ist sie die schönste Frau der Stadt. Auch der Prinz ist tief beeindruckt von dem Bildnis. Er behauptet aber, Emilia nur flüchtig zu kennen. An ihren Vater erinnere er sich besser: einen aufrechten Mann, der die Auseinandersetzung mit dem Prinzen nicht scheut. Conti und der Prinz diskutieren Emilias Bildnis als Studie der weiblichen Schönheit. Schließlich kauft der Prinz beide Bilder. Das von Emilia behält er bei sich; die Orsina soll in der Galerie aufgehängt werden.
Fünfter Auftritt
Der Prinz.
Wieder allein, zeigt der Prinz seine Begeisterung für das Porträt von Emilia. Er ist entschlossen, auch Emilia selbst zu besitzen. Dafür ist er bereit, jeden geforderten Preis zu zahlen.
Sechster Auftritt
Marinelli. Der Prinz.
Der Kammerherr des Prinzen erscheint. Er erzählt, dass die Gräfin Orsina in der Stadt sei. Der Prinz zeigt kein Interesse und begründet dies mit seiner bevorstehenden Hochzeit mit der Prinzessin von Massa. Doch die Orsina vermutet, der Prinz habe sich neu verliebt, wie Marinelli berichtet. Der Prinz besteht auf einem Themenwechsel.

Marinelli verkündet die Verheiratung des Grafen Appiani. Seine zukünftige Frau habe weder Rang und Namen. Es handele sich um eine Liebesheirat. Anschließend wolle das Ehepaar das Land verlassen. Der Prinz schätzt den Grafen sehr. Doch er gerät außer sich, als er hört, dass Appiani sich mit Emilia Galotti vermählen will. Verzweifelt gesteht er Marinelli seine Liebe zu Emilia. Marinelli verspricht dem Prinzen, die Trauung zu verhindern. Er schlägt vor, den Grafen als Gesandten nach Massa zu beordern und seine sofortige Abreise zu verlangen. Unterdessen solle der Prinz in sein Lustschloss Dosalo reisen. Dort werde Marinelli ihm Emilia zuführen.
Siebter Auftritt
Der Prinz.
Der Prinz ist aufgewühlt. Er bedauert, dass er in Bezug auf Emilia nicht früher und entschlossen gehandelt hat. Er will sich nicht allein auf Marinelli verlassen, sondern selbst eine Begegnung mit Emilia herbeiführen.
Achter Auftritt
Camillo Rota. Der Prinz.
Camillo Rota, ein Berater des Prinzen, tritt ein. Er wundert sich über die Unruhe und Zerstreutheit des Prinzen. Als er den Prinzen bittet, ein Todesurteil zu unterschreiben, stimmt dieser ungewohnt bereitwillig zu. Dann eilt er aus dem Raum und lässt Camillo Rota irritiert zurück.

Emilia Galotti – Zweiter Aufzug

Ein Saal im Hause der Galotti
Erster Auftritt
Claudia Galotti. Pirro.
Claudia Galotti, Mutter von Emilia, begegnet dem Diener Pirro. Sie erfährt von der unerwarteten Ankunft ihres Mannes Odoardo Galotti in der Stadt.
Zweiter Auftritt
Odoardo Galotti. Claudia Galotti. Pirro.
Die Eltern sind glücklich über die bevorstehende Hochzeit ihrer Tochter Emilia. Claudia erzählt, dass ihre Tochter in der Kirche sei, um für diesen besonderen Tag zu beten. Odoardo ist besorgt, weil Emilia ohne Begleitung unterwegs ist.
Dritter Auftritt
Pirro. Angelo.
Angelo tritt auf. Im Gespräch mit Pirro wird deutlich, dass die beiden eine gemeinsame kriminelle Vergangenheit haben. Angelo wird als Mörder gesucht und für seine Ergreifung ist eine Belohnung ausgesetzt. Angelo horcht Pirro aus. Er fragt nach Einzelheiten bezüglich der Fahrt der Hochzeitgesellschaft auf das väterliche Gut. Pirro erzählt, dass Emilia, ihr Verlobter und ihre Mutter allein in der Kutsche sein werden. Angelo geht ab und Pirro ahnt, dass er die Familie verraten hat. Er fürchtet ein Unglück.
Vierter Auftritt
Odoardo und Claudia Galotti. Pirro.
Ungeduldig wartet Odoardo auf die Rückkehr seiner Tochter. Er schätzt seinen künftigen Schwiegersohn Appiani. Über dessen Entschluss, nach der Hochzeit die väterlichen Güter im Piemont zu bewirtschaften, ist er erfreut. Anderenfalls bliebe Appiani von der Gnade des Prinzen abhängig. Odoardo betrachtet die Residenzstadt mit Argwohn. Er verachtet die Nähe zum Hofe und Höflinge wie Marinelli, die dem Prinzen zu Diensten sind. Claudia erzählt ihrem Mann von der kurzen Begegnung zwischen dem Prinzen und Emilia. Sie ist stolz, dass ihre Tochter dem Prinzen gefällt. Odoardo dagegen ist wütend äußerst besorgt. Er fürchtet die Wollust und Rücksichtslosigkeit des Prinzen. Um einen Streit mit seiner naiven Frau zu vermeinen, reitet er zurück auf sein Gut Sabionetta.
Fünfter Auftritt
Claudia Galotti.
Claudia fragt sich, wo Emilia bleibt. Sie überlegt, ob der Prinz ein Auge auf ihre Tochter geworfen hat, um ihrem Mann zu schaden.
Sechster Auftritt
Emilia und Claudia Galotti.
Verängstigt stürzt Emilia herein. Aufgelöst erzählt sie ihrer Mutter, dass der Prinz sich ihr in der Kirche genähert und ihr seine Liebe gestanden habe. Ihr habe der Mut gefehlt ihn zurechtzuweisen. Deshalb sei sie geflohen, doch er habe sie an der Hand festgehalten. Emilia ist voller Scham und will ihrem zukünftigen Mann die Begegnung gestehen. Doch ihre Mutter hält sie davon ab. Claudia ist erleichtert, dass ihr Mann bereits weg ist und nichts von dem Vorkommnis erfährt.
Siebter Auftritt
Graf Appiani. Emilia und Claudia Galotti.
Der Graf tritt herein. Er ist ernst und feierlich. Dies sei der wichtigste Tag in seinem Leben. Die Heirat mit Emilia und die Aufnahme in ihre Familie bedeuten ihm viel. Voller Verehrung spricht er von Odoardos Tugendhaftigkeit. Emilia macht sich für die Hochzeit zurecht. Sie will einfach und natürlich wirken, wie bei der ersten Begegnung mit Appiani. Die kostbare Kette, ein Geschenk von Appiani, wird sie nicht tragen. In ihren Träumen hat sie sie mit Tränen in Verbindung gebracht.
Achter Auftritt
Graf Appiani. Claudia Galloti.
Der Graf klärt Claudia über den Grund für seine ernste Haltung auf. Er ärgere sich über seine eigene Schwäche. Seine Freunde hätten von ihm verlangt, den Prinzen aus Achtung über seine bevorstehende Heirat zu informieren. Er habe zugestimmt und nun müsse er sein Versprechen einlösen.
Neunter Auftritt
Pirro. Marinelli. Graf Appiani. Claudia Galloti.
Pirro meldet die Ankunft des Marchese Marinelli. Er will den Grafen in einer dringen den Angelegenheit sprechen.
Zehnter Auftritt
Marinelli. Appiani.
Marinelli drängt Appiani seine Freundschaft auf, die dieser ablehnt. Dann unterrichtet Marinelli den Grafen von der großen Ehre, die ihm zuteil werde. Der Prinz habe ihn ausgewählt, um als sein Bevollmächtigter an den Hof von Massa zu reisen. Marinelli verlangt von Appiani, seine Hochzeit dafür aufzuschieben. Appiani weigert sich. Er sei ein freier Mann und kein Befehlsempfänger. Er verspottet Marinelli, woraufhin dieser ihm droht.
Elfter Auftritt
Graf Appiani. Claudia Galloti.
Nach Marinellis Abgang fühlt Appiani sich stark und gut. Zudem hat sich der Besuch beim Prinzen erledigt. Claudia hat den lauten Wortwechsel gehört und erkundigt sich besorgt, ob alles in Ordnung sei. Der Graf kann sie beruhigen.

Emilia Galotti – Dritter Aufzug

Ein Vorsaal auf dem Lustschloss des Prinzen
Erster Auftritt
Der Prinz. Marinelli.
Der Prinz ist unzufrieden mit dem Ausgang des Gesprächs zwischen Marinelli und Appiani. Er unterstellt, Marinelli habe sich nicht genug bemüht. Marinelli fühlt sich ungerecht behandelt. Tatsächlich hat er nach dem Scheitern des ersten Plans sofort einen neuen ausgedacht: Emilia Galotti soll auf das Lustschloss des Prinzen in Dosalo entführt werden. Die Entführung muss allerdings wie eine Rettung aussehen. Deshalb werden gekaufte Räuber die Kutsche mit der kleinen Hochzeitsgesellschaft überfallen. Ein Vertrauter Marinellis wird den Opfern zur Hilfe kommen und Emilia im Lustschloss in Sicherheit bringen. Noch während des Gesprächs zwischen dem Prinzen und Martinelli fallen Schüsse. Der Prinz ist überrascht von Marinellis Entschlossenheit und spürt eine unbestimmte Angst.
Zweiter Auftritt
Marinelli. Angelo.
Angelo berichtet seinem Auftraggeber Marinelli von den Ereignissen rund um die Kutsche. Graf Appiani war offenbar auf einen Überfall vorbereitet. Er tötete Angelos Helfershelfer Nicolo. Im Gegenzug griff Angelo den Grafen an. Der schleppte sich mit tödlichen Verletzungen in die Kutsche und sei wohl inzwischen tot. Emilia werde gerade zum Schloss gebracht. Angelo erhält die vereinbarte Belohnung in Gold und will damit über die Grenze flüchten.
Dritter Auftritt
Der Prinz. Marinelli.
Der Prinz und Marinelli beobachten Emilia Galotti, die auf das Schloss zueilt. Nach dem gescheiterten Antrag in der Kirche fürchtet der Prinz eine neuerliche Begegnung mit ihr. Emilias Angst war so offensichtlich und hatte sich sogar auf ihn übertragen. Deshalb soll Marinelli sie zunächst empfangen. Er selbst sei zu aufgewühlt, um mit ihr zu reden.
Vierter Auftritt
Marinelli. Marinellis Bedienter Battista. Emilia.
Die aufgeregte Emilia wird von Battista in den Saal geführt. Sie sorgt sich um ihre Mutter und ihren Verlobten. Als sie sich an die Schüsse erinnert, will sie sofort zurück und nach ihren Liebsten sehen. Marinelli versucht Emilia zu beruhigen. Er schickt Battista los, um die Mutter und den Grafen Appiani herzubringen. Marinelli erwähnt den Prinzen. Erst jetzt begreift Emilia, dass sie sich in dessen Schloss befindet. Sie reagiert überrascht und argwöhnisch.
Fünfter Auftritt
Der Prinz. Emilia. Marinelli.
Emilia bangt um ihre Mutter und den Grafen. Sie hat eine böse Ahnung und misstraut dem Prinzen. In einer langen Rede bittet der Prinz Emilia um Vergebung für sein stürmisches Vorgehen in der Kirche. Er bemüht sich, Emilia von seiner Ehre zu überzeugen. Dann führt er sie mit sich weg. Emilia sträubt sich. Marinelli ist entschlossen, dafür zu sorgen, dass die beiden ungestört bleiben.
Sechster Auftritt
Battista. Marinelli.
Battista verkündet mit großer Eile die Ankunft von Emilias Mutter. Claudia sei auf der Suche nach ihrer Tochter. Die aufgebrachte Frau schreie unentwegt und habe viele Menschen um sich versammelt. Zudem scheine sie einen Verdacht zu haben. Marinelli will Claudia empfangen. Er setzt darauf, dass das Werben des Prinzen um Emilia deren Mutter schmeichelt. Es sei wichtig, sie für die Zukunft auf seiner Seite zu haben.
Siebter Auftritt
Claudia Galotti. Battista. Marinelli.
Claudia Galotti wirft Battista vor, ihre Tochter entführt zu haben. Doch dieser versichert ihr, Emilia gerettet zu haben. Marinelli soll Claudia zu ihrer Tochter bringen. Unterdessen hindert Battista das Volk daran, Claudia zu folgen.
Achter Auftritt
Claudia Galotti. Battista. Marinelli.
Claudia ist außer sich, als sie in Marinelli den Mann erkennt, mit dem Graf Appiani am Morgen in Streit geraten war. »Marinelli« ist auch das letzte Wort des sterbenden Appiani gewesen, erinnert sich Claudia. Im selben Moment durchschaut sie die gesamte Intrige. Als sie hört, das Emilia allein mit dem Prinzen ist, fürchtet sie um die Ehre ihrer Tochter. Claudias ganze Wut richtet sich gegen Marinelli. Sie beschimpft ihn als Kuppler und feigen Mörder. Im Nebenraum hört Emilia das Schreien ihrer Mutter und ruft nach ihr.

Emilia Galotti – Vierter Aufzug

Die Szene bleibt
Erster Auftritt
Der Prinz. Marinelli.
Der Prinz ist schockiert über den Mord an Appiani. Er hat Sorge, damit in Verbindung gebracht zu werden. Die Intrige sei zu durchschaubar. Er gibt Marinelli die Schuld am Tod des Grafen. Er selbst hätte dem zugrunde liegenden Plan nie zugestimmt. Nach allem, was geschehen ist, müsse er auf das Liebesglück mit Emilia verzichten. Erneut klagt er Marinelli an. Dieser setzt sich zur Wehr: Den Prinzen treffe eine Mitschuld am Scheitern des Plans. Es sei nicht abgesprochen gewesen, dass dieser Emilia am Morgen seine Liebe gesteht. Nur deshalb wirke das Ganze wie ein abgekartetes Spiel.
Zweiter Auftritt
Battista. Der Prinz. Marinelli.
Battista meldet die Ankunft der Gräfin Orsina, des Prinzen ehemaliger Geliebter. Der Prinz ist entsetzt. Er will die Gräfin nicht sehen und verlangt von Marinelli, sie wegzuschicken. Marinelli hält das nicht für klug. Er schickt den Prinzen in ein Versteck, von wo aus er dem Gespräch unbemerkt lauschen kann.
Dritter Auftritt
Die Gräfin Orsina. Marinelli.
Die Gräfin ist im Glauben gekommen, dass der Prinz sie erwarte. Am Morgen hatte sie in ihrem Brief um eine Unterredung auf dem Lustschloss gebeten. Der Prinz habe zwar nicht geantwortet, aber sie habe seine Abreise nach Dosalo als Einverständnis angesehen. Als die Gräfin im Nebenzimmer eine Frauenstimme hört, will sie nachsehen, wer beim Prinzen ist. Marinelli hält sie zurück. Die Gräfin beginnt über ihre verlorene Liebe zu philosophieren. Marinelli fühlt sich unwohl, denn Frauen, die ihren Verstand einsetzen, sind verpönt. Das weiß auch die Gräfin. Am Ende besteht sie auf einer Unterredung mit dem Prinzen.
Vierter Auftritt
Der Prinz. Gräfin Orsina. Marinelli.
Der Prinz kommt aus seinem Versteck, um Marinelli zu unterstützen. Er eilt an der Gräfin vorbei und erklärt, Besuch zu haben und beschäftigt zu sein. Dann bittet er sie zu gehen.
Fünfter Auftritt
Die Gräfin Orsina. Marinelli.
Gräfin Orsina ist fassungslos über die Offenheit des Prinzen: Sie sei ihm nicht einmal mehr eine Notlüge wert. Wenigstens Marinelli solle ihr eine Erklärung oder eine Lüge anbieten. Danach sei sie bereit zu gehen. Um sie zu beruhigen, erzählt Marinelli von der Rettung Emilia Galottis und ihrer Mutter vor den Räubern. Der Prinz kümmere sich jetzt um die Frauen. Die Gräfin ist über die morgendliche Begegnung des Prinzen mit Emilia in der Kirche informiert. Sofort schlussfolgert sie, dass Graf Appiani im Auftrag des Prinzen ermordet wurde. Marinelli wehrt den Verdacht ab. Die Gräfin vermutet, dass auch Marinelli an der Intrige beteiligt ist. Auf jeden Fall will sie die Sache an die Öffentlichkeit bringen.
Sechster Auftritt
Odoardo Galotti. Gräfin Orsina. Marinelli.
Emilias Vater Odoardo erscheint in dem Augenblick, als die Gräfin gehen will. Odoardo ist in großer Sorge um Frau und Tochter und verlangt sie zu sehen. Marinelli versucht das Zusammentreffen hinauszuzögern. Die Gräfin zwingt ihn jedoch, Odoardo sofort zu melden. Äußerst ungern lässt Marinelli die Gräfin und Odoardo allein zurück. Er warnt Odoardo davor, den geisteskranken Reden der Orsina zu glauben.
Siebter Auftritt
Die Gräfin Orsina. Odoardo Galotti.
Odoardo erkennt schnell, dass die Gräfin keinesfalls verrückt ist. Sie teilt ihm mit, dass der Graf Appiani nicht nur verwundet, sondern tot sei. Odoardos Verzweiflung wird noch größer, als er von Emilias Begegnung mit dem Prinzen in der Kirche erfährt. Die Orsina behauptet, dass der Überfall und die angebliche Rettung zwischen Emilia und dem Prinzen abgesprochen waren. Doch Odoardo hat keinen Zweifel an der Ehrenhaftigkeit seiner Tochter. Er glaubt an Emilias Entführung auf das Lustschloss. Er sinnt auf Rache am Prinzen. Da Odoardo kein Gewehr bei sich hat, lässt er sich von der Gräfin einen Dolch aufdrängen.
Achter Auftritt
Die Gräfin Orsina. Odoardo und Claudia Galotti.
Claudia Galotti fliegt auf ihren Mann zu. Sie beteuert ihre eigene Unschuld und die ihrer Tochter. Sie schildert, wie verstört Emilia von der Kirche nach Hause gekommen sei. Doch Odoardo überkommen Zweifel. Er ordnet an, dass Emilia nicht in die Stadt zurückkehrt. Er werde sie mit aufs Land nehmen.

Emilia Galotti – Fünfter Aufzug

Die Szene bleibt
Erster Auftritt
Marinelli. Der Prinz.
Durchs Fenster beobachten Marinelli und der Prinz Odoardo. Er geht unschlüssig auf und ab. Marinelli glaubt, dass Odoardo dem Prinzen für die Rettung seiner Tochter und Frau danken wird. Doch der Prinz fürchtet, dass Odoardo sein Spiel durchschaut hat. Beide ziehen sich zurück, um sich für eine Begegnung mit Odoardo zu wappnen.
Zweiter Auftritt
Odoardo Galotti.
Odoardo ist allein im Saal. In einem Monolog ruft er sich zur Ruhe und denkt nach. Schließlich verzichtet er auf Rache. Stattdessen beschließt er, Emilia mit aufs Land zu nehmen. Für den Prinzen werde die grausamste Strafe darin bestehen, das Objekt seiner Begierde am Ende doch nicht zu besitzen. Auch den Mord an seinem geliebten Schwiegersohn will Odoardo nicht rächen. Darüber werde Gott richten.
Dritter Auftritt
Marinelli. Odoardo Galotti.
Odoardo erklärt Marinelli, dass Emilia nicht in die Stadt zurückkehre. Er wolle seine Tochter zu sich nehmen. Marinelli spricht sich dagegen aus. Er will den Prinzen entscheiden lassen.
Vierter Auftritt
Odoardo Galotti.
Odoardo is wütend. Keiner habe das Recht, ihm seine Tochter vorzuenthalten. Doch wieder mahnt er sich selbst zur Ruhe. Gegebenenfalls will er sich dem Kampf mit dem Prinzen standhaft stellen.
Fünfter Auftritt
Der Prinz. Marinelli. Odoardo Galotti.
Odoardo Galotti verkündet dem Prinzen, dass Emilia fortan in einem Kloster leben soll. Der Prinz ist dagegen, erkennt aber das Recht des Vaters an, über seine Tochter zu bestimmen. Erneut mischt sich Marinelli ein. Er behauptet, ein sehr enger Freund des verstorbenen Grafen Appiani gewesen zu sein. Für dessen Tod sei ein Nebenbuhler verantwortlich, mit dem Emilia sich eingelassen hat. Odoardo ist entsetzt über die Vorstellung, dass seine Tochter ihre Ehre verloren habe. Er spricht sich dafür aus, sie vor Gericht zu stellen. Bis zur Verhandlung soll sie von ihrer Familie getrennt werden und im Haus des Kanzlers Grimaldi in Guastalla wohnen. Doch zuvor will Odoardo unbedingt unter vier Augen mit seiner Tochter reden.
Sechster Auftritt
Odoardo Galotti.
Odoardo kämpft mit sich, wie er sich verhalten soll. Er zweifelt an Emilias Rechtschaffenheit. Dann wieder sieht er in ihr ein unschuldiges Opfer. Als er sich zum Gehen wendet, erscheint Emilia.
Siebter Auftritt
Emilia. Odoardo.
In dieser Schlüsselszene begegnen sich Emilia Galotti und ihr Vater Odoardo. In dem Dialog gelingt es Emilia, ihren Vater von ihrer Unschuld zu überzeugen. Sie tritt Odoardo ruhig und gefasst gegenüber. Sie weiß, dass sie nichts mehr zu verlieren hat. Odoardo bestätigt ihre Ahnung, dass ihr Verlobter tot ist. Emilia gibt zu erkennen, dass sie die Intrige durchschaut hat. Sie will fliehen, doch Odoardo hält das für unmöglich: Emilia sei für immer in den Händen des Räubers. Jetzt wird Emilias starker und unbeugsamer Charakter deutlich: Sie besteht auf ihr Recht auf Selbstbestimmung. Sie lasse sich zu nichts zwingen, weder von Vertretern des Adels (noch von ihrem Vater). Unter keinen Umständen werde sie in die Kanzlei von Garibaldi ziehen. Die unsittlichen Verhältnisse dort lassen sich nicht mit ihrer christlichen Haltung vereinbaren. Lieber möchte sie sterben und ihre Unschuld bewahren. Odoardo fördert den Dolch zutage und gesteht, dass er schon nahe daran war, den Prinzen damit zu töten. Emilia verlangt den Dolch von ihrem Vater, um sich selbst zu töten. Damit würde sie sich der drohenden Verführung durch den Prinzen entziehen. Ihre Tugend und ihre Unschuld würden so gerettet. Odoardo übergibt ihr den Dolch, doch bevor sie zustechen kann, entreißt er ihn ihr wieder. Mit Worten provoziert Emilia ihren Vater, sie zu töten. Odoardo sticht zu und Emilia sinkt sterbend in seine Arme.
Achter Auftritt
Emilia. Odoardo. Der Prinz. Marinelli.
Der Prinz und Marinelli treten hinzu. Sie sind entsetzt. Emilia stirbt in Odoardos Armen. Danach ist Odoardo bereit, sich der Justiz zu stellen, die dem Prinzen untersteht. Doch es tröstet Odoardo, dass sich der Prinz dereinst für seine Taten vor Gott wird verantworten müssen. Der Prinz ist verzweifelt. Er nennt Marinelli einen Teufel und verbannt ihn aus dem Fürstentum.
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Kurze Zusammenfassung

Das Trauerspiel hat fünf Aufzüge.

Der Prinz von Guastalla hat Emilia Galotti gesehen und begehrt
sie leidenschaftlich. Um sie zu gewinnen, muss er seine Mätresse Gräfin Orsina verabschieden und Emilias Heirat mit dem Grafen Appiani verhindern. Der Kammerherr Marinelli lässt den Grafen überfallen, umbringen und Emilia auf das Lustschloss des Prinzen bringen. Die Orsina erkennt die Hintergründe der Ereignisse und klärt Emilias Vater Odoardo auf. Emilia spürt, dass sie der Verführung durch den Prinzen weder entgehen noch widerstehen kann; sie will sich töten. Das übernimmt ihr Vater, der sich danach der himmlischen und der irdischen Gerechtigkeit stellt. Der Prinz verbannt Marinelli.

Das historische Vorbild war Virginia aus der literarischen Vorlage des Titus Livius (59 v. Chr. bis 17 n. Chr.).

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Gotthold Ephraim Lessing lebte von 1729 bis 1781, zeitweise als freier Schriftsteller in Sachsen, Berlin, Breslau, Hamburg und zuletzt als Bibliothekar in Wolfenbüttel.

Lessing ist der wichtigste Vertreter der deutschen Aufklärung, die er dem Einfluss des französischen Klassizismus entzog. Er lernte die deutsche Kleinstaaterei ausgiebig kennen und verurteilte sie samt der absolutistischen Herrschaftsform.

Mit dem bürgerlichen Trauerspiel »Emilia Galotti« setzte Lessing neue Maßstäbe für das Drama, überwand die poetischen Prinzipien Gottscheds und schuf ein politisches Stück mit sozialen Konturen.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.

Aufbau des Dramas

Lessings bürgerliches Trauerspiel folgt der aristotelischen Dramaturgie, bringt Züge der klassizistischen französischen Tragödie und Merkmale des englischen bürgerlichen Trauerspiels zusammen.

Es variiert die drei Einheiten (Einheit des Ortes, der Zeit und der Handlung) nach modernen Erfordernissen; die Einheit der Handlung wird besonders beachtet.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.

Wichtige Personen

Emilia Galotti:

  • Titelfigur
  • die schöne, junge Frau fühlt ihre Tugend von der Leidenschaft bedroht

Gräfin Orsina:

  • Mätresse des Prinzen
  • schön, intelligent und zu allem entschlossen

Prinz von Guastalla:

  • absolutistischer Herrscher und Mäzen
  • verantwortungsbewusst und verantwortungslos, liebenswert und rücksichtslos gleichermaßen
  • getrieben von seiner Begierde

Odoardo Galotti:

  • autoritärer, soldatischer Pflichtmensch
  • arm, ehrlich und bieder
  • Tugend­ und Moralauffassungen bürgerlicher Prägung

Marinelli:

  • verbrecherischer und intriganter Hofmann
  • skrupelloser Politiker

Graf Appiani:

  • ländlich, sittlich, tolerant
  • Repräsentant des »Natürlichen« und des aufgeklärten Adels mit Neigung zu bürgerlicher Toleranz

Claudia Galotti:

  • lebenserfahrene, aber leichtgläubige, um die Sitten bei Hof wissende Ehefrau Odoardos
  • ohne dessen rigorose Moralität
  • auf Emilias gesellschaftliche Stellung bedacht

Conti:

  • Maler
  • Beispiel für das Mäzenatentum des Prinzen
  • kümmert sich um seine Existenz
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.

Stil und Sprache

Die klare und präzise Sprache ist auf die vollkommene Wirkung des einzelnen Wortes bedacht.

Es wird mit nichtsprachlichen Bestandteilen gearbeitet, auch mit Satzzeichen, die zur akustischen Strukturierung des Textes beitragen.

Eine besondere Rolle spielt das »Scharnier«, durch das Wörter und Sätze miteinander verzahnt werden.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.

Interpretationsansätze

Die Ablösung der feudalistischen Macht durch das Bürgertum wirkt sich auf die menschlichen Gefühle und Leidenschaften aus. Obwohl unter Adligen spielend, werden bürgerliche Ziele behandelt: Natürlichkeit, Freiheit und Selbstverwirklichung.

Der historische Stoff der Virginia bildet die Grundlage eines Stücks aus naher Vergangenheit, das sich spezifisch deutscher Probleme annimmt, wie z. B.: der fehlende Aufstand nach dem Tod Emilias, die Grenzen der Handlungsfähigkeit der Figuren sowie die Vernichtung bürgerlichen Denkens durch absolutistische Macht.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.

Zitate und wichtige Textstellen

Prinz, die Kunst geht nach Brot.
Conti, Emilia Galotti, I, 2

Perlen aber, meine Mutter, Perlen bedeuten Tränen.
Emilia, Emilia Galotti, II, 7

Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert.
Emilia, Emilia Galotti, V, 7

Rezeptionsgeschichte

Viele Zeitgenossen begrüßten das Stück und versuchten sogar, es fortzusetzen; andere hatten Vorbehalte gegen Emilias Schicksal und die italienische Einkleidung.

Nach der Französischen Revolution von 1789 veränderte sich die Wirkung, denn man sah die deutschen Zustände nun unter dem Aspekt der Absicht Lessings und verglich sie mit den gesellschaftlichen Ergebnissen in Deutschland.

Das Stück wirkt bis heute, steht aber im Schatten anderer Stücke Lessings.

Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Emilia Galotti«.
Veröffentlicht am 25. Januar 2010, zuletzt aktualisiert am 2. März 2020.