Erich Hackl, Jahrgang 1954, ist ein österreichischer Erzähler, Hörspielautor und literarischer Übersetzer. Zentrale Themen seines Werkes sind der deutsche Nationalsozialismus und der Austrofaschismus in Österreich. Seine bekannteste Erzählung ist »Abschied von Sidonie«. Hackl erhielt zahlreiche Literaturpreise sowie Auszeichnungen für sein gesellschaftspolitisches Engagement.

Biografie

Erich Hackl, Jahrgang 1954, ist ein österreichischer Erzähler, Hörspielautor und literarischer Übersetzer. Zentrale Themen seines Werkes sind der deutsche Nationalsozialismus und der Austrofaschismus in Österreich. Seine bekannteste Erzählung ist »Abschied von Sidonie«. Hackl erhielt zahlreiche Literaturpreise sowie Auszeichnungen für sein gesellschaftspolitisches Engagement.

Studium und Lehrtätigkeit

Erich Hackl wurde am 26. Mai 1954 im oberösterreichischen Steyr geboren. Nach dem Abitur studierte er in Salzburg, Salamanca und Malaga Germanistik und Hispanistik.

Von 1977 bis 1979 war Hackl Lektor für deutsche Sprache und österreichische Literatur an der Universität von Madrid. Anschließend ging er als Deutsch- und Spanischlehrer nach Wien. Von 1981 bis 1989 unterrichtete Hackl am Institut für Romanistik der Universität Wien.

Tätigkeit als Schriftsteller und Herausgeber

Seit 1983 arbeitet Erich Hackl als freier Schriftsteller und literarischer Übersetzer. In seinen Erzählungen und Hörspielen stellt er Fragen nach Tätern, Opfern und Mitläufern und ihren Handlungsoptionen.

Als Übersetzer aus dem Spanischen hat sich Hackl vor allem mit lateinamerikanischer Literatur beschäftigt. Zudem hat Hackl zahlreiche Werke österreichischer und lateinamerikanischer Schriftsteller als Herausgeber betreut.

Erich Hackl ist seit 1997 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Erich Hackls Anliegen

Die meisten Erzählungen Erich Hackls basieren auf historischen Ereignissen und tragen dokumentarischen oder halbdokumentarischen Charakter. Ein Schwerpunkt seines Schaffens ist die Auseinandersetzung mit dem österreichischen Nationalsozialismus und den Ereignissen nach dem sogenannten »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938.

Bei seiner Arbeit recherchiert Hackl in Ortsarchiven, fördert bisher unbekanntes dokumentarisches Material zutage und spricht mit Zeitzeugen. Dabei geht es ihm vor allem darum, vergessenen Opfern des Faschismus eine Stimme zu geben, und Verbrechen, die bis heute verschwiegen werden, bekannt zu machen.

Werke von Erich Hackl (Auswahl)

1984
»Erinnerungen an einen Aufstand. Steyr – Februar 1934«
Hörspiel
1985
»Blauer Winkel«
Hörspiel
1986
»Tod einer Wunschmaschine«
Hörspiel
1987
»Auroras Anlaß«
Erzählung
1989
»Abschied von Sidonie«
Erzählung
1991
»König Wamba«
Märchen
1995
»Sara und Simón«
Erzählung
2000
»Die Hochzeit von Auschwitz«
Erzählung
2007
»Als ob ein Engel«
Erzählung
2010
»Familie Salzmann«
Erzählung
2014
»Drei tränenlose Geschichten«
Erzählungen

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)

1980 Preis des Literaturwettbewerbs der Kulturinitiative »Junges Steyr«
1981 Nachwuchsstipendium für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
1987 Literaturpreis des ZDF-Kulturmagazins »Aspekte«
1988 Erster Preis des Drehbuchwettbewerbs »Genf-Europa« der Union der europäischen Rundfunkorganisationen (EBU) für »Abschied von Sidonie«
1990 Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung für »Abschied von Sidonie«, gemeinsam mit Karin Brandauer, der Regisseurin der TV-Verfilmung
1991 Literaturpreis des Verbandes evangelischer Büchereien
1994 Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur
2002 Solothurner Literaturpreis
2003 Preis der Stadt Wien für Publizistik und Literatur
2004 Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln
2010 Ehrendoktorat der Universität Salzburg
2013 Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich
2014 Staatspreise für literarische Übersetzung
2015 Willy und Helga Verkauf-Verlon-Preis für österreichische antifaschistische Publizistik

Zitate von Erich Hackl

»Ich glaube nicht, dass sie besonders glücklich sind, und der Hinweis darauf, dass sie in Einklang mit ihren Ideen und Werten handeln und leiden, macht sie eher verdächtig, und mich dazu, weil ich diese Werte teile. Ihnen blüht vieles, nur nicht der Erfolg. Aber Hauptsache, sie sind nie das, was sie gerade sein sollen.«
Erich Hackl über die Menschen, von denen er erzählt; Quelle: http://www.deutscheakademie.de/de/akademie/mitglieder/erich-hackl/selbstvorstellung

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