Biografie

Der Schriftsteller und Journalist Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren. Kästner sagte von sich selbst, dass er »aus ganz kleinen Verhältnissen« stammte. Trotzdem machte er 1919 sein Abitur und schrieb sich mit einem Stipendium der Stadt Dresden an der Universität Leipzig für Germanistik, Geschichte und Philosophie ein. Er promovierte 1925 und wurde Redakteur bei einer Leipziger Tageszeitung.

1927 ging Kästner nach Berlin, wo er für verschiedene Zeitungen arbeitete.

1929 veröffentlichte er »Emil und die Detektive«, das erste seiner humoristischen und scharfsichtigen Kinderbücher, zu denen zum Beispiel auch »Das fliegende Klassenzimmer« oder »Das doppelte Lottchen« gehörten, und die ihn weltberühmt machten.

1931 erschien der Roman »Fabian – Geschichte eines Moralisten«, eine Warnung vor den damaligen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Bei der öffentlichen Bücherverbrennung im Mai 1933 durch die Nazis – wo auch seine eigenen Werke verbrannt wurden – war Erich Kästner unter den Zuschauern. In den folgenden Jahren wurde er mit Veröffentlichungs- und Schreibverboten belegt und mehrmals verhaftet. Zwischenzeitlich schrieb er »Drei Männer im Schnee«, das 1934 im Ausland veröffentlicht wurde, und seine sogenannte Gebrauchslyrik: liebevoll ironische oder zeitkritische Gedichte, die zum Beispiel unter dem Titel »Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke« veröffentlicht wurde.

Nach dem Krieg ging Kästner nach München, wo er seine journalistische und schriftstellerische Arbeit fortsetzte. Bei den Nürnberger Prozessen gegen Kriegsverbrecher war er Prozessbeobachter.

Nach seiner letzten Veröffentlichung »Der kleine Mann und die kleine Miss« (1967) zog Kästner sich 1969 aus dem Literaturbetrieb zurück. Er starb 1974 in München.

Wichtige Daten und Ereignisse

1899Geburt am 23. Februar 1899 in Dresden
1919Abitur und Beginn des Studiums in Leipzig
1925Promotion
1927Umzug nach Berlin
1945Umzug nach München
1974Tod am 29. Juli 1974 in München

Werke von Erich Kästner (Auswahl)

1929»Emil und die Detektive« (Kinderbuch)
1929»Lärm im Spiegel«
1929»Leben in dieser Zeit« (Hörspiel)
1931»Pünktchen und Anton« (Kinderbuch)
1931»Fabian – Geschichte eines Moralisten« (Roman)
1933»Das fliegende Klassenzimmer« (Kinderbuch)
1934»Drei Männer im Schnee« (Roman)
1936»Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke«
1949»Das doppelte Lottchen« (Kinderbuch)
1948»Kurz und bündig«

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)

1956Literaturpreis der Stadt München
1957Georg-Büchner-Preis
1959Großes Bundesverdienstkreuz
1960Hans Christian Andersen Preis
1970Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
1974Goldene Ehrenmünze der Landeshauptstadt München
2008Internationaler Preis der jungen Leser, Auswahlliste (Stiftung Lesen)

Zitate von Erich Kästner

»Es gibt nichts Gutes
außer: Man tut es.«
Erich Kästner: Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke, 1936
»Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.«
Erich Kästner: Lärm im Spiegel, 1929
»An allem Unfug, der passiert,
sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.«
Erich Kästner: Das fliegende Klassenzimmer, 1933
»Man kann sich auch
an offenen Türen den Kopf einrennen.«
Erich Kästner: Kurz und bündig, 1948
»Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel,
sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten.
Die Karikatur, ein legitimes Kunstmittel,
ist das Äußerste, was er vermag.
Wenn auch das nichts hilft,
dann hilft überhaupt nichts mehr.«
Erich Kästner: Fabian, 1931

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