Traumnovelle

Gattung/Textsorte
Erscheinungsjahr
1926
Originalsprache
Deutsch

Über das Werk

Als eines seiner späteren und bekanntesten Werke wurde Schnitzlers »Traumnovelle« 1926 vollständig veröffentlicht, nachdem die sieben Kapitel bereits 1925 einzeln in der Berliner Zeitschrift »Die Dame« abgedruckt wurden. Zu diesem Zeitpunkt hat sich Schnitzler bereits sein ganzes Leben mit medizinischen Themen beschäftigt – so auch mit der Psychoanalyse. In diesem Zusammenhang setzt sich der österreichische Arzt und Schriftsteller vor allem auch mit den Theorien Sigmund Freuds auseinander; zum Beispiel veröffentlicht er eine Rezension über Freuds Übersetzung der Hysterie-Arbeiten von Charcot in der »Internationalen Klinischen Rundschau«, einer von Schnitzlers Vater herausgegebenen Zeitschrift.

Zudem konzentriert sich Schnitzler (ebenso wie Freud) auf den Bereich der Hysterie, beschäftigt sich intensiv mit Freuds Traumdeutung und rezipiert dessen Werke. Umgekehrt nimmt auch Freud Schnitzlers Texte zur Kenntnis. Allerdings unterscheiden sich die Ansichten der beiden Männer in einigen Punkten stark, was insbesondere die Traumdeutung betrifft. So ist Freud der Auffassung, dass Träume hauptsächlich Erlebnisse aus der Kindheit enthielten, für die Zukunft bedeutungslos seien und daher nicht dazu beitragen könnten, innere Konflikte zu bewältigen. Es handele sich vielmehr um psychische und unbewusste Erinnerungen der träumenden Person, die mit realen Vorgängen der letzten Tage und Aspekten aus dem Langzeitgedächtnis vermengt und aufgrund dessen sehr vielschichtig seien. Man müsse den Trauminhalt daher zunächst analysieren.

Schnitzler distanziert sich von dieser Auffassung; für ihn besteht im Gegensatz dazu die Möglichkeit, Träume bewusst wahrzunehmen, Konflikte zu verarbeiten und Lösungsansätze zu entwickeln. Dies zeigt sich auch in seiner »Traumnovelle«: Hier verarbeiten Albertine und Fridolin ihre inneren Konflikte im Traum (Albertine) und in traumähnlichen Zuständen (Fridolin) – dadurch wird ein Umdenken sowie eine Lösungsfindung in Bezug auf die Ehe ermöglicht.

Veröffentlicht am 21. September 2011. Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2022.

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