Daniel Kehlmann, geboren 1975 in München, ist ein deutsch-österreichischer Schriftsteller. Seinen internationalen Durchbruch hatte er 2003 mit dem Roman »Ich und Kaminski«. Sein Roman »Die Vermessung der Welt« von 2005 wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Der vielfach ausgezeichnete Autor lebt in Berlin und Wien.

Biografie

Daniel Kehlmann wurde am 13. Januar 1975 in München geboren. Ab 1981 wuchs er in Wien auf. Nach dem Besuch der Jesuitenschule »Kollegium Kalksburg« studierte er in Wien Philosophie und Literaturwissenschaft.

1997, im Alter von 22 Jahren, veröffentlichte Kehlmann seinen Debütroman »Beerholms Vorstellung«. Mit seinem dritten Roman »Ich und Kaminski« gelang ihm 2003 der internationale Durchbruch als Schriftsteller. Sein Roman »Die Vermessung der Welt« aus dem Jahr 2005 stellt den Mathematiker Johann Carl Friedrich Gauß (1777–1855) und den Naturforscher Alexander von Humboldt (1769–1859) in den Mittelpunkt. Das Werk zählt zu den erfolgreichsten Büchern der deutschen Nachkriegszeit.

Zuletzt veröffentlichte Kehlmann 2017 den Roman »Tyll«. Das Epos vom Dreißigjährigen Krieg entfaltet sich um die legendäre Figur des Till Eulenspiegel. Es wurde von der Kritik wohlwollend aufgenommen.

Kehlmann hatte mehrere Poetik-Dozenturen inne, unter anderem in Mainz, Wiesbaden, Göttingen und Frankfurt. Seine Essays und Rezensionen erscheinen in maßgeblichen Zeitungen und Zeitschriften. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Unter den zahlreichen Preisen, mit denen Kehlmann ausgezeichnet wurde, sind der Candide-Preis, der Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Kleist-Preis 2006. Am 3. September 2018 wird ihm der Frank-Schirrmacher-Preis verliehen. Mit der Vergabe werde Kehlmanns »virtuose Beherrschung der deutschen Sprache ebenso gewürdigt wie seine subtile Analyse der deutschen Vergangenheit und Gegenwart«, heißt es in der Begründung der Frank-Schirrmacher-Stiftung.

Werke von Daniel Kehlmann (Auswahl)

1997
»Beerholms Vorstellung«
Roman
1998
»Unter der Sonne«
Erzählungen
1999
»Mahlers Zeit«
Roman
2001
»Der fernste Ort«
Novelle
2003
»Ich und Kaminski«
Roman
2005
»Die Vermessung der Welt«
Roman
2009
»Ruhm«
Roman
2011
»Die Geister in Princeton«
Drama
2012
»Der Mentor«
Drama
2013
»F«
Roman
2016
»Du hättest gehen sollen«
Erzählung
2017
»Tyll«
Roman

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)

1998Förderpreis des Kulturkreises beim BDI
2000Stipendium des LCB
2005Candide-Preis
2006Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung
2006Heimito von Doderer-Literaturpreis
2006Kleist-Preis
2007WELT-Literaturpreis
2007Grand prix du Livre des dirigeants
2008Per-Olov-Enquist-Preis
2008Thomas-Mann-Preis
2012NESTROY-Preis für »Die Geister in Princeton«
2018Frank-Schirrmacher-Preis

Zitate von Daniel Kehlmann

»Wir sind immer in Geschichten. Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt! In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.«
Daniel Kehlmann: »Ruhm« (2009)

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