Günter Grass

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, der Stadt, in der auch zwei seiner Hauptwerke, »Die Blechtrommel« und »Katz und Maus«, angesiedelt sind. Grass ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren, gehörte der berühmten »Gruppe 47« an und wurde 1999 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Geboren am
16. Oktober 1927
Gestorben am
13. April 2015
Günter Grass
Günter Grass

Biografie

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, der Stadt, in der auch zwei seiner Hauptwerke, »Die Blechtrommel« und »Katz und Maus«, angesiedelt sind. Seine Eltern betrieben – wie die Familie Matzerath in Grass‘ berühmtesten Roman »Die Blechtrommel«  ein Lebensmittelgeschäft.

Grass wurde im Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten eingeschult und beendete 1944 seine Schullaufbahn ohne Abitur. Zwei Schulverweise (einer vom Conradinum) zeigten Grass bereits früh als rebellischen Geist. Von der Schulbank musste er direkt, wie es auch Grass‘ Figuren in seinem Werk »Katz und Maus« ergeht, zum Arbeitsdienst.

Grass ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren, gehörte der berühmten »Gruppe 47« an und wurde 1999 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte Günter Grass zunächst ein Studium der Malerei und Bildhauerei an den Kunstakademien Düsseldorf und Berlin. 1956 erschien sein erstes Buch, der Lyrikband »Die Vorzüge der Windhühner«. Grass übersiedelte dann nach Paris, wo er mit dem Lyriker Paul Celan Freundschaft schließ.

Seinen literarischen Durchbruch erlangte er 1959 mit dem Roman »Die Blechtrommel«, dessen eindringliche Hauptfigur Oskar Matzerath ins literarische Gedächtnis der Nation eingegangen ist – nicht zuletzt durch die Verfilmung des Stoffes durch Volker Schlöndorff im Jahre 1980.

1961 erschien »Katz und Maus. Eine Novelle«. Im gleichen Jahr begann Grass auch damit, sich für Willy Brandts Wahlkampf zu engagieren.

Weitere wichtige Romane und Erzählungen des Autors sind u. a. »Hundejahre« (1963), »Der Butt« (1977), »Die Rättin« (1986) und »Beim Häuten der Zwiebel« (2006), um nur wenige Werke aus dem umfangreichen Schaffen von Günter Grass zu erwähnen, der über sein erzählerisches Werk hinaus nicht nur als Dramatiker und Lyriker tätig war, sondern auch als Bildhauer einige bedeutende Skulpturen hervorgebracht hat.

Von 1983 bis 1986 fungierte Grass als Präsident der Berliner Akademie der Künste, aus der er 1988 aus Protest austrat.

In der jüngsten Zeit geriet der vielfach ausgezeichnete Autor durch seine erst 2006 von ihm bekannte Zugehörigkeit zur Waffen-SS in die öffentliche Diskussion – besonders pikant durch den moralischen Rigorismus, den er stets gezeigt hatte, wenn es um die NS-Vergangenheit von Kollegen ging. Gleichwohl blieb seine Anerkennung als einer jener deutschsprachigen Autoren, deren Werk zum literarischen Kanon der Gegenwart gehört, von dieser Diskussion weitgehend unberührt.

Günter Grass starb am 13. April 2015 in Lübeck.

Werke

  • 1956
    Die Vorzüge der Windhühner
    Lyrikband
  • 1959
    Die Blechtrommel
    Roman
  • 1961
    Katz und Maus – Eine Novelle
    Novelle
  • 1963
    Hundejahre
    Roman
  • 1977
    Der Butt
    Roman
  • 1995
    Ein weites Feld
    Roman
  • 2011
    Was gesagt werden muss
    Gedicht