Der am 24. Januar 1776 in Königsberg geborene Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit und wegen seiner vielseitigen Interessen in Malerei, Musik und Literatur eine treibende Kraft der Romantik.
Der studierte Jurist war von der Aufbruchstimmung zu Beginn des 19. Jahrhunderts begeistert und verfasste davon inspiriert seine ersten Stücke, die allerdings nie verlegt wurden. Seine künstlerischen – und zunächst musikalischen – Neigungen lebte Hoffmann wegen seiner Anstellung bei verschiedenen Gerichten in Posen (Poznań), Plock (Płock) und Warschau nur in der Freizeit aus.
1802 wurde er aufgrund »ungebührlicher Karikaturen« (Neubauer, 62) über die in Posen stationierten Offiziere nach Plozk strafversetzt. Im selben Jahr heiratete er Mischa Rorer-Trzcinska. Dafür löste er seine Verlobung mit Minna Doerffer. Im Alter von 29 Jahren änderte er seinen Vornamen Wilhelm in Amadeus, um den 14 Jahre zuvor verstorbenen Mozart zu ehren.
Als während des Kriegs mit Frankreich am 28. November 1806 französische Truppen in Warschau einmarschierten, begann eine dunkle Zeit im Leben Hoffmanns. Denn unter französischer Herrschaft wurden alle preußischen Beamten entlassen, da die Franzosen ihnen misstrauten.
1807 zog Hoffmann nach Berlin um, erlebte dort jedoch Arbeitslosigkeit und Krankheit. Außerdem starb seine einzige Tochter Caecilia im Alter von zwei Jahren. 1808 jedoch erhielt er eine Stelle als Musikdirektor am Bamberger Theater, die allerdings nicht von Dauer war. Er lebte anschließend hauptsächlich von Gesangs- und Musikunterricht. Dabei lernte er die 15-jährige Julia Marc kennen, für die er eine hoffnungslose Leidenschaft hegte.
Mit der Arbeit an verschiedenen deutschen Bühnen rückte die Literatur zunehmend in den Mittelpunkt. Erste Erfolge stellten sich 1815 mit der Geschichten-Sammlung »Fantasiestücke in Callot’s Manier« (»Ritter Gluck«, »Der goldene Topf«) ein. Auch spätere Werke bestanden oft aus einer Sammlung von Erzählungen, so beispielsweise die 1817 veröffentlichten »Nachtstücke« (»Der Sandmann«, »Das steinerne Herz«) oder auch »Die Serapionsbrüder« von 1821 (»Das Fräulein von Scuderi«, »Zacharias Werner«). Sein bekanntestes Werk ist der Roman »Die Elixiere des Teufels« von 1816.
E. T. A. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 in Berlin und hinterließ über 50 Romane und Erzählungen, ein Dutzend Bühnenstücke sowie knapp 20 Instrumental- und Gesangswerke.