Inhaltsangabe

Franz Kafkas Roman »Das Schloss« entstand 1922 und erschien posthum 1926. Schauplatz ist ein Dorf, das zu Füßen eines Schlosses ohne nähere geografische Bestimmung liegt und von dort aus beherrscht wird. Im Mittelpunkt der nur sechs Tage umfassenden Handlung steht ein Fremder namens K. Er folgt einer angeblichen Einladung aus dem Schloss und ist von weither angereist, um als Landvermesser zu arbeiten, doch alle Versuche, mit der Schlossbehörde in Kontakt zu kommen, scheitern. Allmählich beginnt K., sich wie die anderen Dorfbewohner der undurchsichtigen Macht des Schlosses zu beugen.

K. erreicht am späten Abend das Dorf, wo er im »Gasthaus zur Brücke« ein bescheidenes Nachtquartier findet. Er ist von der Schlossbehörde als Landvermesser eingestellt worden. Vergeblich sucht er am nächsten Morgen einen Weg, der zum Schloss führt. Die Dorfbewohner wollen nichts mit ihm zu tun haben und weichen seinen Fragen aus.

Am Ende des Tages stellen sich zwei Männer als seine Gehilfen vor: Artur und Jeremias, die ihm von nun an auf Schritt und Tritt folgen und sogar über seinen Schlaf wachen. Kenntnisse in Landvermessung haben sie nicht. Ein Bote namens Barnabas bringt K. einen Brief, der von Kanzleivorstand Klamm stammen soll, und der K. in seinem Amt bestätigt.

Im Gasthaus »Herrenhof«, in dem ausschließlich Schlossbeamte verkehren, begegnet K. der Geliebten Klamms, dem Schankmädchen Frieda. Zwischen K. und Frieda entwickelt sich eine Liebesbeziehung und Frieda trennt sich von Klamm. Damit werden K.s Hoffnungen zunichte, Frieda könne ihm den Weg zu den Schlossbehörden ebnen.

Von seiner Gastwirtin erfährt K., dass Klamm grundsätzlich für niemanden aus dem Dorf zu sprechen sei. Auch die Brückenwirtin ist vor vielen Jahren Klamms Geliebte gewesen und leitet daraus für sich – ebenso wie für Frieda – eine erhabene Stellung ab. Der Dorfvorsteher, K.s direkter Vorgesetzter, behauptet, dass ein Landvermesser nicht gebraucht werde und die Ausschreibung ein Missverständnis gewesen sei.

K. besteht auf einer Anstellung im Dorf und darf schließlich als Schuldiener arbeiten. Er wird mit Frieda und den Gehilfen behelfsmäßig in einem der beiden Klassenzimmer der Dorfschule untergebracht. Neben seinen Aufgaben als Schuldiener sucht K. weiterhin beharrlich den Kontakt mit Klamm und wartet im Herrenhof viele Stunden vergeblich auf ihn. Ein Verhör durch Klamms Dorfsekretär Momus lehnt er ab und ignoriert dessen Warnungen ebenso wie die der Brückenwirtin. Über den Boten Barnabas will K. eine Unterredung mit Klamm erzwingen. Die lästigen und undurchsichtigen Gehilfen werden von K. entlassen.

Von Barnabas’ Schwester Olga erfährt K. zu seinem Entsetzen, dass Barnabas im Schloss selbst nur ein Bittsteller sei und über keinerlei Rechte verfüge. Olga vertraut K. das dunkle Familiengeheimnis an: Seit Olgas und Barnabas’ Schwester Amalia vor drei Jahren einen Schlossbeamten, von dem sie sich gedemütigt fühlte, abgewiesen hat, versucht die ganze Familie, im Schloss den Fehler wieder gutzumachen. Da der Fall dort aber nicht aktenkundig sei, könne man nichts für die ehemals angesehene Familie tun, die vom Dorf inzwischen mit Verachtung gestraft wird.

Als K. von Olga kommt, teilt sein früherer Gehilfe Jeremias ihm mit, dass Frieda K. verlassen habe und jetzt mit ihm im Herrenhof wohne und arbeite. Barnabas erscheint mit der Botschaft, dass Klamms Sekretär Erlanger ihn im Herrenhof erwarte. K. eilt in das Gasthaus und während er nächtens darauf wartet, dass der schlafende Erlanger aufwacht, kommt es zu einer Aussprache zwischen ihm und Frieda. Frieda entscheidet sich für Jeremias, der ihr aus Kindertagen vertraut ist.

Auf der Suche nach Erlanger betritt K. versehentlich das Schlafzimmer des Sekretärs Bürgel. Dieser erklärt ihm, warum es für einen Hilfesuchenden günstig sei, einem scheinbar nicht zuständigen Sekretär und insbesondere in der Nacht sein Anliegen anzuvertrauen. K. schläft während Bürgels Ausführungen ein und wacht erst auf, als Erlanger am frühen Morgen nach ihm ruft.

Nach einer kurzen Unterredung, in der es um Frieda und Klamm geht, verlässt Erlanger den Herrenhof. K. bleibt zurück und schläft bis zum Abend im Schankraum. Beim Aufwachen trifft er das Zimmermädchen Pepi an, das Frieda vorübergehend im Ausschank vertreten hat. Pepi versucht, Frieda zu verleumden, doch K. widerspricht. Vor der Tür wartet der Fuhrmann Gerstäcker auf K., um ihn als Pferdeknecht einzustellen.

Hier endet der Roman, der ebenso wie »Der Verschollene (Amerika)« und »Der Prozess« als Fragment in Kafkas Nachlass erhalten blieb.

Kafka schildert eine trostlose und skurrile Welt, die von einer undurchschaubaren Macht gesteuert wird. Der Autor problematisiert und wirft in seinem Werk Fragen auf, die der Leser anhand eigener Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten beantworten kann. Eine eindeutige Interpretation ist unmöglich. Allein für die Institution des »Schlosses« finden sich in der Sekundärliteratur unterschiedlichste Interpretationsansätze, je nachdem ob man sich dem Roman unter einem soziologischen oder politischen Blickwinkel, einem philosophischen oder einem theologischen nähert.

Textgrundlage für die Inhaltsangabe ist:
Franz Kafka, »Das Schloss«, Kritische Ausgabe,
herausgegeben von Malcolm Pasley,
Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 1981


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Kapitelübersicht

Das Schloss – Kapitelübersicht

1. Kapitel – Ankunft (1. und 2. Tag)An einem Winterabend erreicht K. das »Gasthaus zur Brücke« unterhalb des Schlosses, das dem Grafen Westwest gehört. K. wird ein Schlafplatz in der Wirtsstube zugewiesen. Schwarzer, Sohn eines Unterkastellans aus dem Schloss, versucht ihn von dort zu vertreiben. In einem Telefonat mit dem Schloss bestätigt sich aber, dass K. der neue Landvermesser ist.

Am nächsten Morgen sucht K. vergeblich einen Weg zum Schloss, das sich im Tageslicht als eine Gruppe armseliger Bauten entpuppt. Sowohl der Wirt als auch der Dorflehrer weichen seinen Fragen nach dem Grafen aus. Erschöpft vom langen Weg durch dicken Schnee ruht er sich im Haus des Gerbermeisters Lasemann aus, wo er widerwillig und unfreundlich aufgenommen wird. Er begegnet dort einer blassen Frau, die behauptet, aus dem Schloss zu sein. Der Nachbar, Fuhrmann Gerstäcker, lehnt es ab, K. auf seinem Schlitten ins Schloss zu bringen, fährt ihn aber zum Wirtshaus. Zwei Männer, die vom Schloss kommen, werden K. als seine Gehilfen Artur und Jeremias vorgestellt. Sie haben keine Kenntnisse in Landvermessung.
2. Kapitel – Barnabas (2. Tag)K. ruft im Schloss an und erfährt, dass er es niemals werde betreten dürfen. Ein Bote namens Barnabas überbringt K. einen Brief: K. sei in die herrschaftlichen Dienste aufgenommen, der Dorfvorsteher sei sein Vorgesetzter und Barnabas werde den Kontakt zwischen dem Schloss und K. halten. Laut Barnabas stammt der Brief mit der unleserlichen Unterschrift von Kanzleivorstand Klamm. K. trägt Barnabas eine Antwort auf und begleitet ihn durch die Nacht. Doch statt zum Schloss kommen sie zu Barnabas’ Haus, wo dessen Schwestern Olga und Amalie die kranken Eltern pflegen. K. ist enttäuscht von den ärmlichen Verhältnissen. Er begleitet Olga in das Wirtshaus »Herrenhof«, um Bier zu holen. Dort verkehren ausschließlich Schlossbeamte. K. versucht trotzdem, ein Zimmer zu bekommen, verzichtet aber, als er erfährt, dass Klamm der zur Zeit einzige Gast ist.
3. Kapitel – Frieda (2. und 3. Tag)Im Schankraum begegnet K. Frieda. Sie ist stolz darauf, nicht mehr Stallmagd im »Gasthaus zur Brücke«, sondern Klamms Geliebte und Schankmädchen im »Herrenhof« zu sein. Sie lässt K. durch ein Guckloch in der Wand den schlafenden Klamm beobachten. Frieda schickt Klamms Knechte und Diener hinaus und Frieda und K. lieben sich die ganze Nacht auf dem Fußboden des Schankraums. Als Klamm am nächsten Morgen nach Frieda ruft, antwortet sie, sie sei beim Landvermesser. K. missfällt das, denn er hoffte sich Friedas Verbindung zu Klamm zunutze machen zu können. Frieda folgt K. ins »Gasthaus zur Brücke«. Die beiden verschlafen den ganzen Tag in K.s Kammer; K. steht dabei wie schon in der Nacht unter andauernder Beobachtung seiner Gehilfen.
4. Kapitel – Erstes Gespräch mit der Wirtin (4. Tag)Am nächsten Morgen sitzt K.s Gastwirtin an seinem Bett. Sie setzt sich für Frieda ein. Sie behauptet, die einstige Beziehung zu Klamm werde Frieda immer etwas Besonderes sein lassen. K. ist bereit, Frieda zu heiraten, will aber zuvor mit Klamm sprechen. K. erfährt, dass Klamm mit niemandem aus dem Dorf sprechen kann. Als K. auf seinem Ansinnen beharrt, hat er die Wirtin, Frieda und seine vermeintlichen Gehilfen gegen sich. Die Wirtin warnt K. vor der Familie des Barnabas. K.s Unwissenheit sei gefährlich. Vermutlich habe Klamm die Liebesbeziehung zwischen K. und Frieda geplant.
5. Kapitel – Beim Vorsteher (4. Tag)Der gichtkranke Dorfvorsteher liegt im Bett und wird von seiner Frau Mizzi gepflegt. Er erklärt K., dass kein Landvermesser gebraucht werde. Diese Antwort habe er bereits vor Jahren auf eine Anfrage aus dem Schloss gegeben. Die Stelle sei nur ausgeschrieben worden wegen Missverständnissen zwischen verschiedenen Abteilungen. K.s Auftauchen fache den alten Streit darüber wieder an. Der Vorsteher erkennt K. nicht als Landvermesser an. Der Brief von Klamm habe keine amtliche Bedeutung und sei keine Berufung, sondern ein privates Schreiben. K. besteht nach der kostspieligen Anreise auf einer Anstellung, muss sich jedoch erfolglos verabschieden.
6. Kapitel – Zweites Gespräch mit der Wirtin (4. Tag)Im Gasthaus wartet ungeduldig die Wirtin auf K. Sie verrät ihm, vor mehr als zwanzig Jahren Klamms Geliebte gewesen zu sein, bis dieser sie nach drei Besuchen nicht mehr rufen ließ. Sie bewahrt Andenken an diese Zeit und ist zu K.s Verwunderung noch immer stolz auf das einstige Verhältnis. Bald darauf habe sie ihren Mann geheiratet und seitdem im Gasthaus hart gearbeitet. K. besteht weiterhin auf einer Unterredung mit Klamm, schlägt aber das Angebot der Wirtin aus, sich für ihn einzusetzen.
7. Kapitel – Der Lehrer (4. Tag)Der Lehrer kommt ins Gasthaus, um auf Geheiß des Gemeindevorstehers und gegen seinen eigenen Willen K. eine Stelle als Schuldiener anzubieten. K. fühlt sich gleichermaßen geschmeichelt und gedemütigt. Er soll vorerst mit Frieda in einem der zwei Klassenräume wohnen. K. lehnt ab. Inzwischen bedauert die Wirtin ihre Offenheit K. gegenüber und wirft ihn aus dem Haus. Frieda überredet K., die Stelle als Schuldiener zunächst anzunehmen, um so in Ruhe nach einer Lösung suchen zu können.
8. Kapitel – Das Warten auf Klamm (4. Tag)Sorgfältig gekleidet geht K. zum Herrenhof, wo er im Schankraum auf Pepi trifft, Friedas Nachfolgerin. Da sie zuvor als Zimmermädchen gearbeitet hat, unterstellt K. ihr Verbindungen zum Schloss, was ihre Attraktivität für ihn erhöht. Pepi sagt K., dass Klamm demnächst mit dem Schlitten vom Hof fahren werde. K. eilt hinaus und wartet lange in der Kälte auf Klamm, der nicht auftaucht. Stattdessen erscheint schließlich ein fremder junger Mann, der K. auffordert, mit ihm zu kommen, was K. ablehnt.
9. Kapitel – Kampf gegen das Verhör (4. Tag)K. kehrt zurück in den Schankraum, wo sich Pepi, die Wirtin vom Brückengasthaus und der junge Mann von eben aufhalten. Letzterer stellt sich als Klamms Dorfsekretär Momus vor und will ein Protokoll über K.s Tagesverlauf anfertigen. K. verweigert jegliche Auskunft, obwohl die Brückenwirtin ihn warnt, dass dieses Verhör die einzige Chance sei, auf einem amtlichen Weg an Klamm heranzukommen. Andererseits sei dies ohnehin unmöglich. K. erkennt, dass er eigentlich nicht zu Klamm persönlich will, sondern vielmehr Zugang zum Schloss sucht. Unterdessen beobachten sie durchs Schlüsselloch, wie Klamm wegfährt. K. verlässt ebenfalls den Herrenhof.
10. Kapitel – Auf der Straße (4. Tag)Auf der dunklen Straße trifft K. auf seine herumalbernden Gehilfen und Barnabas, der ihm einen Brief von Klamm aushändigt. Darin lobt Klamm K. und die Gehilfen für ihre gute Arbeit als Landvermesser und bittet sie, darin nicht nachzulassen. Wütend über das Missverständnis trägt K. Barnabas eine weitere Nachricht für Klamm auf und erfährt, dass die erste noch nicht übermittelt wurde. Er verlangt von Barnabas, bei Klamm dringend um eine Unterredung nachzusuchen.
11. Kapitel – In der Schule (4. und 5. Tag)K. kommt in der Schule an, wo Frieda und die Gehilfen eines der Schulzimmer bezogen haben. Es gibt nur einen Strohsack für alle und einen ausgekühlten Ofen, aber heißen Kaffee und etwas Essen. K. will von Frieda wissen, warum sie die Gehilfen so freundlich behandelt und ihnen alle Dummheiten durchgehen lässt. Er selbst möchte sich ihrer erledigen, was Frieda als unmöglich ansieht, da die beiden aus dem Schloss kommen. K. bricht den Holzschuppen auf, um das Zimmer heizen zu können. – Alle schlafen noch, als am Morgen die Kinder und ihre Lehrerin Gisa erscheinen, die sich wegen der Unordnung entrüstet. Der Lehrer will K. wegen des Einbruchs in den Schuppen entlassen, aber K. akzeptiert die Kündigung nicht.
12. Kapitel – Die Gehilfen (5. Tag)K. entlässt die Gehilfen. Frieda ist gleichzeitig erleichtert und beunruhigt, weil sie sie für Abgesandte von Klamm hält. Sie will mit K. auswandern, um sie beide und ihre Beziehung dem zerstörenden Einfluss des Dorfes zu entziehen. K. lehnt das ab und will bleiben.
13. Kapitel – Hans (5. Tag)Während K. und Frieda das Schulzimmer putzen, erscheint Hans Brunswick, ein etwa zwölfjähriger Junge und Sohn der Frau aus dem Schloss, der K. in Lasemanns Haus begegnet war. Es entspinnt sich ein längeres Gespräch, in dessen Verlauf K., der angeblich über gewisse Heilkünste verfügt, anbietet, die kränkliche Frau aufzusuchen. Da Hans’ Vater einer Begegnung zwischen K. und seiner Frau nicht zustimmen würde, wird ein Plan verabredet, wie ein Treffen arrangiert werden und K. in Brunswicks Haus gelangen kann. K. verbindet damit die Hoffnung, die Schlossbehörde zu erreichen, da Herr Brunswick nach Aussagen des Dorfvorstehers einer der Befürworter der Einrichtung einer Landvermesserstelle gewesen war.
14. Kapitel – Friedas Vorwurf (5. Tag)Der Lehrer kommt, nimmt die Kündigung zurück und erteilt K. neue Aufgaben, die dieser eifrig erledigt. – Von K. auf ihre Nachdenklichkeit angesprochen, sagt Frieda, das Gespräch mit Hans habe ihr deutlich gemacht, dass K. sie selbst ebenso für seine Zwecke ausnutze, wie er vorhabe, Frau Brunswick zu missbrauchen, um sich dem Schloss zu nähern. Die Brücken-Wirtin habe sie schon früher gewarnt. K. gibt zu, Zugang zum Schloss zu suchen und sich dabei Menschen zunutze zu machen.
15. Kapitel – Bei Amalia (5. Tag)K. kommt seinen Pflichten als Schuldiener nach, während er insgeheim den ganzen Tag auf Barnabas wartet. Abends geht K. zu Barnabas’ Wohnung, um kurz nach ihm zu fragen. Seine Schwester Amalia antwortet, dass er noch im Schloss sei. Amalia wünscht sich eine Beziehung zwischen K. und ihrer Schwester Olga, obwohl K. ihr von der Verlobung mit Frieda erzählt. Er erwähnt auch Friedas ihm unverständliche Feindseligkeit der Barnabas-Familie gegenüber.
16. Kapitel (5. Tag)Olga weiht K. in Barnabas’ Stellung im Schloss ein, die viel unsicherer und geringer ist als von K. angenommen. Man lasse ihn tagelang im Vorzimmer einer Kanzlei warten, bevor ein Schreiber ihm einen längst fertigen Brief aushändigt. Barnabas sei nicht einmal sicher, ob es tatsächlich Klamm sei, dem er im Schloss begegne. K. ist der Meinung, Barnabas sei schon weit gekommen, sei aber zu jung und schwach, um die Möglichkeiten, die sich ihm im Schloss bieten, wahrzunehmen. Olga widerspricht K.s Einmischung und beschließt, ihm die ganze Wahrheit über die Familie zu erzählen.
17. Kapitel – Amalias Geheimnis (5. Tag)Olga erzählt K. Amalias Geschichte: Bei einem Feuerwehrfest vor drei Jahren hatte sich der Schlossbeamte Sortini beeindruckt gezeigt von Amalias Auftreten. Am nächsten Morgen brachte ein Bote einen Brief von Sortini zu Amalia, in dem er sie in demütigenden Worten aufforderte, sofort im Herrenhof zu erscheinen. Amalia zerriss den Brief und bewarf den Boten mit den Fetzen. Seitdem strafe das Dorf die ehemals angesehene Familie mit Verachtung.
18. Kapitel – Amalias Strafe (5. Tag)Olga berichtet weiter: Man enthob den tatkräftigen und verdienten Vater seines Amtes bei der Feuerwehr. Ansonsten geschah zunächst nichts, außer dem Rückzug der Dorfbewohner, die nicht in die Geschichte hineingezogen werden wollten. Aus dem Schloss kam keine Reaktion auf Amalias Handeln, und die eigentliche Strafe war das Ausbleiben derselben. Die Familie schwieg verunsichert und tat nichts, um sich aus der Geschichte herauszuarbeiten, was ihr die Verachtung des Dorfes eintrug.
19. Kapitel – Bittgänge (5. Tag)Amalias Vater begann mit seinen Bittgängen zum Schloss, wo er um Verzeihung nachsuchte. Da aber seitens des Schlosses kein Vorwurf erhoben worden war, konnte man nichts für ihn tun. Der Vater wurde zunehmend geistig verwirrt und später durch tagelanges vergebliches Warten auf die Beamten im Freien schwer rheumakrank. Inzwischen sind Vater und Mutter Pflegefälle.
20. Kapitel – Olgas Pläne (5. Tag)Olga verkauft sich seit Längerem an die Knechte und Diener der Schlossbeamten im Herrenhof, um der Schlossbehörde näherzukommen. Ihr Plan war es, Barnabas ins Schloss einzuschleusen, wo er sich als Bote zur Verfügung halten soll, für den Fall, dass jemand ihm einen Auftrag erteilt. Nach zwei Jahren eintönigen Wartens ist das Überbringen des Briefes an K. die erste Aufgabe, mit der man ihn betraut. Olga sieht darin einen Gnadenakt seitens des Schlosses. K. ist entsetzt, weil er erkennen muss, dass er Barnabas und dessen Einfluss maßlos überschätzt hatte.

Er verabschiedet sich und trifft draußen auf den von ihm entlassenen Gehilfen Jeremias. Von ihm erfährt er, dass Artur im Schloss sei, um K. bei dem Beamten Galater zu verklagen. Galater habe sie beide als Gehilfen eingesetzt, um K. aufzuheitern. Er selbst arbeite jetzt im Herrenhof als Kellner und Frieda habe K. verlassen und sei wieder Schankmädchen.
21. Kapitel (5. Tag, spät in der Nacht)Während K. mit Jeremias über Frieda streitet, kommt Barnabas und teilt K. atemlos mit, dass Erlanger, ein Sekretär Klamms, ihn sprechen will. Vor dem Herrenhof warten schon mehrere Männer auf Erlanger, darunter Gerstäcker. Momus kommt, um K. und den Fuhrmann zu holen. Da Erlanger schläft, soll K. im Gang vor dessen Zimmer warten.
22. Kapitel (5. Tag, spät in der Nacht)Frieda erscheint im Gang und es kommt zu einer Aussprache: Frieda unterstellt K. ein Verhältnis mit Olga und Amalia, aber K. verteidigt sich erfolgreich. Frieda, die inzwischen mit Jeremias ein Zimmer teilt, wendet sich trotz der Liebe zu K. endgültig von diesem ab. Sie bleibt bei Jeremias, ihrem Spielkameraden aus Kinderzeiten und vertraut mit dem Leben im Dorf und im Schloss.
23. Kapitel (6. Tag, vier Uhr morgens)Auf der Suche nach Erlanger betritt K. versehentlich das Zimmer des Sekretärs Bürgel, der unter Schlaflosigkeit leidet und sich interessiert nach K.s Problemen erkundigt. Er erklärt K. weitschweifig, dass nächtliche Verhöre für die Bürger günstig seien, denn die Gespräche würden persönlicher und weniger amtlich geführt. Dies würde zu einer milderen Beurteilung ihres Anliegens führen. Die Antragsteller können sich das besonders dann zunutze machen, wenn sie unangemeldet oder zu einem vermeintlich nicht zuständigen Sekretär kommen. Der übermüdete K. schläft über Bürgels Ausführungen auf dessen Bettkante ein und wacht erst auf, als gegen fünf Uhr aus dem Nebenzimmer Erlanger nach ihm ruft.
24. Kapitel (6. Tag)Erlanger trägt K. auf, dafür zu sorgen, dass Frieda wieder im Ausschank arbeite, um die Möglichkeit auszuschließen, dass Klamm sich durch ihre Abwesenheit gestört fühle. Erlanger verschwindet und K. bleibt schlaftrunken im Gang zurück, wo er Zeuge der morgendlichen Aktenverteilung durch zwei Diener wird. Bei der Verteilung kommt es zu Irrtümern und in deren Folge zu massiven Unruhen. Der zur Hilfe gerufene Wirt macht K. dafür verantwortlich, weil er sich unrechtmäßig im Gang aufgehalten und die Schamhaftigkeit der Sekretäre verletzt habe. K. verteidigt sich mit seiner Unerfahrenheit und Müdigkeit und die Wirtsleute lassen ihn im Schankraum schlafen.
25. Kapitel (6. Tag)K. wacht nach zwölf Stunden Schlaf im Herrenhof auf und trifft auf Pepi. In einem langen Monolog redet diese über Frieda und deren vermeintliche Intrigen: Pepi hält Friedas Beziehung zu Klamm für ein Gerücht, die Verbindung mit K. und deren Abbruch habe sie nur inszeniert, um ihre Person aufzuwerten. Sie, Pepi, werde jetzt nach Friedas Rückkehr wieder die harte Arbeit eines Zimmermädchens antreten müssen. K. verteidigt Frieda und duldet keinen Zweifel an ihrer Integrität und Erhabenheit. Dem Vorschlag Pepis gegenüber, den Winter über in der Mädchenkammer unterzuschlupfen, ist K. trotzdem nicht abgeneigt. Im Flur wartet Gerstäcker auf ihn, um ihn als Pferdeknecht einzustellen.
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