Anne Frank: Tagebuch

Rezeptionsgeschichte

Das Tagebuch erscheint 1946 auf Niederländisch und im Jahr 1950 in Deutschland und Frankreich. Im Jahr 1952 wird es auch ins Englische übersetzt.

Die teure deutsche Hardcoverausgabe verkauft sich zunächst schlecht. Die Veröffentlichung des Tagebuchs in den Vereinigten Staaten im Jahr 1952 macht jedoch ein breites Publikum auf das Buch aufmerksam und mit der preisgünstigeren deutschen Taschenbuchausgabe, die 1955 erscheint, wird das Tagebuch auch in Deutschland ein Erfolg. Zeitungsberichte und Buchbesprechungen aus dieser Zeit machen deutlich, dass Anne Franks Tagebuch „die deutschen Leser so unmittelbar erreichte, wie es keiner anderen Darstellung über den Zweiten Weltkrieg gegen die nationalsozialistische Judenpolitik gelungen war“ (Heimsath, 132).

Im Jahr 1955 wird ein Theaterstück über Anne Frank in New York uraufgeführt, das weltweit auf Tournee geht und im Jahr 1959 verfilmt wird. Das Stück erscheint bald auch auf deutschen Bühnen und wird 1957 zum meistgespielten Theaterstück in Deutschland – dort und weltweit trägt es zur Bekanntheit des Tagebuchs bei.

Heute ist Anne Franks Tagebuch eines der weltweit meistgelesenen Bücher. Anne Frank bildet im kollektiven Gedächtnis das bekannteste Symbol für die Millionen Opfer des Völkermords während der NS-Zeit und steht als Ikone für Menschen- und Kinderrechte. 

Wiederholt wurde von Leugner/-innen des Holocaust die Echtheit des Tagebuchs angezweifelt, woraufhin diese geprüft und zweifelsfrei nachgewiesen wurde.

 

Veröffentlicht am 15. September 2022. Zuletzt aktualisiert am 21. September 2022.