Sommerhaus, später

Figuren

  • Erzählfigur

    Es wird nicht explizit erwähnt, ob es sich um eine männliche oder weibliche Erzählfigur handelt, doch die Handlung und das Verhalten der Erzählfigur deuten darauf hin, dass es sich um eine Erzählerin handelt. Die Erzählerin gehört einer wohlhabenden Künstler-Clique an, die einen unkonventionellen, ausschweifenden Lebensstil hat. Während der Alltag anderer junger Erwachsener von allmählicher Sesshaftigkeit, familiärer Stabilität und einer festen Arbeit geprägt ist, bestimmen Spaß, Drogen, Alkohol und polyamouröse Beziehungen innerhalb der Clique das Leben der Erzählerin. Die Gruppe grenzt sich bewusst von der arbeitenden Bürgerschicht ab. Die Erzählerin kommuniziert offen ihre Abscheu gegenüber solchen Menschen, wie etwa den Vormietern des Hauses.

    Von ihrem Ex-Partner Stein fühlt sich die Ich-Erzählerin sowohl abgestoßen, als auch zu ihm hingezogen. Ihre widersprüchlichen Gefühle bzw. die Tatsache, dass sie sich ihrer Gefühle nicht bewusst ist, zeigt, dass die Erzählerin nicht in der Lage ist, verbindliche Beziehungen einzugehen. Sie weicht Entscheidungen aus und verschiebt sie auf später.

  • Stein

    Stein ist Taxifahrer, ohne festen Wohnsitz. Ob die Entscheidung, keine Wohnung zu haben, bewusst von Stein gefällt wurde oder andere Hintergründe hat, geht aus dem Text nicht hervor. Trotz seines Umherziehens wird sein Äußeres als hübsch, sauber und gepflegt beschrieben. Durch eine Taxifahrt mit der Erzählerin lernen sich die Beiden kennen, es folgt eine sehr kurze Beziehung, während der Stein bei der Erzählerin wohnt.

    Nachdem sich die Erzählerin von ihm trennt, tut der gutaussehende Stein sich wechselnd mit anderen Mitgliedern der Künstler-Clique zusammen und bleibt so im Umfeld der Erzählerin.
    Es wird geschildert, dass Stein, als arbeitender Bürger mit mangelnder Kenntnis über den Kulturbetrieb, nie wirklich dazugehört und innerhalb der Gruppe immer ein Außenseiter bleibt. Er tut alles, um sich in die Clique zu integrieren, nimmt Drogen, trinkt Alkohol, feiert mit ihnen Partys, geht sexuelle Beziehungen mit ihnen ein, fungiert aber letztlich oft als »Mädchen für alles«.

    Stein findet den Lebensstil der Künstler-Gemeinschaft und vor allem deren Drogenkonsum nicht gut und kritisiert dies massiv, als er mit der Erzählerin das Haus besichtigt. Er schließt sich der Clique nur deshalb an, um Kontakt zu der Erzählerin zu haben, für die er starke Gefühle hat. Er kauft das Haus, damit er eine gemeinsame Zukunft mit der Erzählerin außerhalb der Künstler-Clique haben kann.

  • Clique

    Aus dem Text geht nicht genau hervor, aus wie vielen Personen die Bohéme-Clique besteht.
    Die Erzählerin nennt die Namen: Christiane, Anna, Henriette, Falk, Heinze und Toddi. Alle Mitglieder sind Künstler, die Erzählerin schildert Falk als Maler, Anna als Musikerin und Heinze als Schriftsteller. Die Freunde scheinen sich über Kunst und Kultur zu definieren, denn dies sind ihre Hauptgesprächsthemen.

    Die Mitglieder unterhalten untereinander wechselnde Intimbeziehungen und scheinen in dem gleichen Haus zu wohnen. Im Sommer fahren die Großstädter oft aufs Land, in kleine Landhäuser, grenzen sich aber bewusst von den arbeitenden, provinziellen Einheimischen ab und pflegen ein überhebliches, antibürgerliches Verhalten. Sie präsentieren demonstrativ ihre unkonventionelle Art zu leben und zeigen offen ihre Abneigung gegen die konventionelle, in ihren Augen spießige Lebensführung der Landbewohner.

Veröffentlicht am 7. Oktober 2022. Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2022.