Sommerhaus, später

Absatz 19 – 23

Zusammenfassung

Die Erzählerin berichtet nicht detailliert von der Rückfahrt und erzählt stark zeitraffend, dass sie Stein in den nächsten Wochen wenig sieht, der Winter kälter wird und sie mit ihren Freunden feiert, wobei Stein nur manchmal dabei ist. Sie erzählt, dass sie wegschaut, wenn Stein jemanden aus der Künstler-Clique küsst, obwohl es eigentlich normal ist, dass die Freunde sich gegenseitig küssen oder miteinander intim sind.

Stein erzählt den anderen Mitgliedern der Clique nichts vom Haus und die Erzählerin auch nicht. Die Erzählerin berichtet, schon nicht mehr an das Haus zu denken, als sie einen Blick in Steins Kofferraum erhascht und dort Renovierungsmaterialien bemerkt. Als die Clique im Februar zusammen Eislaufen geht und einer der Freunde ins Eis einbricht, müssen Stein und die Erzählerin hysterisch lachen.

Im März sieht und hört die Erzählerin nichts mehr von Stein und er nimmt auch nicht mehr an Feiern der Clique teil. Auf Nachfrage, wo Stein denn sei, erzählt die Erzählerin aber noch immer nichts von Steins Haus. Dann bekommt die Erzählerin Postkarten von Stein, auf denen er in kurzen Sätzen oder kleinen Rätseln über den Fortschritt der Renovierungsarbeiten berichtet und andeutet, dass er auf sie wartet, da sie immer noch die Schlüssel hat. Wenn sich die Karten verspäten, ist die Erzählerin enttäuscht und wartet sehnsüchtig darauf. Sie beschließt, auf eine direkte Aufforderung Steins zu warten, in der er formuliert, dass sie zu ihm kommen soll.

Stattdessen kommt ein Brief mit einem Zeitungsausschnitt, der über den Brand des Hauses und das Verschwinden des Eigentümers berichtet. Die Erzählerin liest den Artikel, während sie mit einem Freund aus der Clique im Bett liegt und reagiert mit Ungläubigkeit. Sie muss den Artikel drei Mal lesen, um seinen Inhalt zu verstehen. Schließlich legt sie den Brief zu den anderen Karten und dem Schlüsselbund in eine Schublade und denkt: »Später.«

Analyse

Dass die Erzählerin Intimität von Stein mit jemand anderem nicht gut erträgt, zeigt, dass sie noch oder wieder Gefühle für ihn hat. Die Renovierungsmaterialien im Kofferraum zeigen, dass Stein das Haus renoviert. Obwohl er schon bei der Hausbesichtigung gemerkt hat, dass die Erzählerin nicht bereit ist, dort als Paar mit ihm zu wohnen, hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Erzählerin hingegen hatte schon gar nicht mehr an das Haus gedacht; ihre Gleichgültigkeit gewinnt immer wieder die Oberhand.

Stein und die Erzählerin erleben wieder einen Moment der Nähe und Einmütigkeit, als sie, offenbar berauscht, zusammen lachen müssen und nicht mehr aufhören können. Dass die Erzählerin entscheidet, auf eine direkte Handlungsaufforderung von Stein zu warten, ist keine richtige Entscheidung, sondern nur ein Vorwand, um weiterhin in Passivität verharren zu können.

Damit legt sie den Grundstein für Steins Entschluss, sie endgültig gehen zu lassen und einen Schlussstrich unter seine Beziehung zur Erzählerin zu ziehen, indem er das Haus in Brand setzt und verschwindet. Sie lässt Steins indirekte Einladung als ungenutzte Chance verstreichen. Die gedankliche und emotionale Konfrontation mit Steins Entscheidung verdrängt sie.

Veröffentlicht am 7. Oktober 2022. Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2022.