Sommerhaus, später

Inhaltsangabe

In »Sommerhaus, später« schildert die namenlose Ich-Erzählerin, wie ihr Freund, der Taxifahrer Stein, mit ihr zu einem verfallenen Haus auf dem Land fährt, das er gekauft hat. Sie erinnert sich an die bereits mehr als zwei Jahre zurückliegende, kurze Beziehung zu Stein und erklärt, dass Stein durch sie Mitglied einer Künstler-Clique geworden ist, jedoch in dieser Gruppe immer Außenseiter blieb. Als sie das Haus besichtigen, wird deutlich, dass Stein noch immer etwas für die Erzählerin empfindet, da er sie indirekt auffordert, ihrer Künstler-Clique und der Stadt den Rücken zu kehren, um mit ihm in dem Landhaus sesshaft zu werden.

Die Ich-Erzählerin ist sich nicht im Klaren über ihre Gefühle für Stein und bleibt distanziert und seltsam unbeteiligt. In den nächsten Monaten renoviert Stein das Haus und schreibt der Erzählerin immer wieder Postkarten, in denen er sie kryptisch über den Fortschritt der Arbeiten informiert und darüber, dass er sich auf ihren Besuch vorbereitet. Weil die Erzählerin explizit von Stein gebeten werden will, zu ihm zu kommen, ignoriert sie seine Postkarten. Schließlich steckt Stein das Haus in Brand; er schickt der Erzählerin einen Zeitungsartikel, der über den Brand des Hauses und das Verschwinden seines Besitzers informiert und gibt ihr somit zu verstehen, dass er nicht mehr auf sie wartet und sein Werben um sie aufgegeben hat. Anstatt sich der Entscheidung Steins bewusst zu werden, verschiebt die Erzählerin die Auseinandersetzung mit dem Verlust auf »später«.

Veröffentlicht am 7. Oktober 2022. Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2022.