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Christine: Christine ist eine junge Frau, die aus dem Kleinbürgertum stammt und zusammen mit ihrem Vater in der Wiener Vorstadt wohnt. Sie kann dem Typus des »süßen Mädels« zugeordnet werden, fügt sich allerdings nicht gänzlich in diese Rolle ein, sondern vertritt das Ideal der ewig währenden, bedingungslosen, aufrichtigen Liebe und stellt unbequeme Fragen. …

Werkdaten

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Über das Werk

Christine:

Christine ist eine junge Frau, die aus dem Kleinbürgertum stammt und zusammen mit ihrem Vater in der Wiener Vorstadt wohnt. Sie kann dem Typus des »süßen Mädels« zugeordnet werden, fügt sich allerdings nicht gänzlich in diese Rolle ein, sondern vertritt das Ideal der ewig währenden, bedingungslosen, aufrichtigen Liebe und stellt unbequeme Fragen. Christine kann als süße, naive und herzliche Frau charakterisiert werden, die an das Gute im Menschen und vor allem an Fritz‘ Treue und Liebe glauben will. Außerdem wird sie als Kind stilisiert, wodurch sie zudem hilflos und verloren wirkt. Ihre zum Scheitern verurteilte Geschichte erscheint dadurch noch tragischer. Sie zerbricht an dem Gedanken daran, dass sich Fritz für eine andere Frau aufopfert und blendet dabei aus, dass Fritz weder sie noch die andere Frau auf dieselbe vollkommene und reine Art hätte lieben können, die sie für Fritz empfindet.

Fritz:

Der junge, großbürgerliche Fritz hat im Verlauf des Textes eine Affäre mit einer verheirateten Frau und eine Liaison mit der naiven, herzlichen Christine, wobei unklar ist, wie tief seine Gefühle für die beiden Frauen tatsächlich gehen. Generell zeigt sein Verhalten sehr ambivalente Züge: Einerseits will oder kann er sich Christine gegenüber nicht öffnen und verweigert ihr den Zugang zu seiner Gedankenwelt, andererseits dringt er in ihre Gedankenwelt ein, besucht sie daheim und stellt ihr persönliche Fragen. Ihre Fragen wiederum beantwortet er entweder gar nicht oder nur unzureichend. Fritz möchte aus seiner Rolle ausbrechen und tief in seinem Inneren scheint er ebenfalls wahrhaftige Liebe fühlen zu wollen, dennoch kann oder will er keinen Ausweg aus dieser Lage sehen beziehungsweise ergreifen. Auch lässt er sich von Theodor führen und nimmt dessen Ansichten weitgehend an, doch weicht er teils von dessen berechnenden Verhaltensweisen ab, indem er Christine gegenüber seine Zuneigung artikuliert. Christines Ideal von der ewigen Liebe zweifelt er dennoch an, außerdem ist er unehrlich und verschweigt wichtige Ereignisse, wie beispielsweise das todbringende Duell.

Mizi:

Wie Christine ist auch Mizi eine junge, kleinbürgerliche Frau aus der Wiener Vorstadt. Sie arbeitet als Modistin und ist noch eindeutiger als Christine dem Typus des »süßen Mädels« zuzuweisen. Sie ist berechnend, emotional unabhängig, sexuell erfahren und wirkt kühl und distanziert. Die Beziehung zu Theodor ist nicht auf Dauer angelegt – Mizi ist sich dessen bewusst und befürwortet es sogar. Ihre Beziehung ist darum unkompliziert und bequem, ihr fehlt allerdings auch eine Tiefe der Gefühle. Sie scheint keine Liebe für Theodor zu empfinden und offenbart eine gewisse Oberflächlichkeit, die sich auch auf alle anderen zwischenmenschlichen Beziehungen überträgt. Auch die Freundschaft zu Christine zeigt, zumindest aus Mizis Sicht, Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit. So nimmt Mizi die Sorgen der Freundin nicht ernst und konfrontiert sie in Momenten größter Verletzlichkeit zusätzlich mit Vorwürfen.

Theodor:

Mizis Liebespartner, der junge, großbürgerliche Theodor, vertritt dieselben Ansichten wie Mizi: Er ist ebenfalls berechnend, emotional unabhängig, sexuell erfahren und wirkt kühl und distanziert. Auch er befürwortet den begrenzten Charakter der Liebelei, bringt keine tieferen Gefühle mit ein und ist darum bemüht, Konfrontationen zu vermeiden, um eine unkomplizierte, harmonische Zeit zu ermöglichen. Aus diesem Grund zieht er die »süßen Mädel« auch den »interessanten Weibern« vor und kritisiert Fritz für dessen Verhältnis zur verheirateten Frau. Den Freund versucht er außerdem von den eigenen oberflächlichen und kalkulierenden Ansichten zu überzeugen, was ihm nur teilweise gelingt. Zumindest Fritz scheint ihm allerdings wichtig zu sein, da er sich Gedanken wegen dessen bevorstehenden Duells macht und Fritz bei den Vorbereitungen behilflich ist.

Ein Herr:

Der Herr wird nicht beim Namen genannt, man erfährt nicht viel mehr über ihn, als dass er von seiner Frau und Fritz hintergangen wird, weshalb er Fritz zum Duell fordert. Den Zweikampf will er nicht, weil er seine Frau liebt und befürchtet, sie und damit ihre Liebe an Fritz zu verlieren, sondern weil er sich vor den gesellschaftlichen Folgen fürchtet: Sollte die Geschichte an die Öffentlichkeit gelangen, wäre nicht nur sein persönlicher, sondern auch der gesellschaftliche Ruf beschädigt.

Hans Weiring:

Hans Weiring, der Vater Christines, erscheint gütig, liebevoll und modern, weil er, anders als die Vaterfiguren im 18. Jahrhundert, keine strenge Erziehung praktiziert, sondern Christine eigenständige Entscheidungen treffen und eine freie Jugend genießen lässt. Er begründet dieses Verhalten damit, dass er seine verstorbene Schwester zu streng behandelt habe. Aus dieser Feststellung zieht er für sich die Konsequenz, seine Verhaltensweisen zu ändern, um dieselben Fehler nicht bei Christine zu wiederholen. Zudem unterstützt er Christine bei Problemen und Sorgen und versucht, ihr Alternativen für ein glücklicheres Leben aufzuzeigen, ohne sie dabei zu etwas zu drängen.

Katharina Binder:

Katharina Binder, die Nachbarin der Weirings, ist mit einem namentlich nicht genannten Strumpfwirker verheiratet und hat sich damit für ein finanziell abgesichertes Leben entschieden. Von jenem will sie auch Christine und deren Vater überzeugen, indem sie einen festangestellten Verwandten als optimalen Lebenspartner für Christine vorschlägt. Sie wirkt darüber hinaus kühl, vorverurteilend und übergriffig, indem sie beispielsweise auch die Freundschaft zwischen Mizi und Christine anprangert. Im Gegensatz zu Hans Weiring legt sie den Fokus nicht auf das emotionale Wohlbefinden, sondern hat stets den gesellschaftlichen und finanziellen Aspekt und Nutzen im Sinn.

Lina:

Lina ist die neunjährige Tochter Katharinas und erscheint in dem Stück nur kurz zu Beginn des dritten Akts. Sie dient hier dazu, den Eindruck von Christine als kindliches Geschöpf weiter zu verstärken. Aus der Unterhaltung mit Christine lässt sich herleiten, dass Lina ein gehöriges, höfliches und fürsorgliches kleines Mädchen ist.

Veröffentlicht am 11. Mai 2022. Zuletzt aktualisiert am 12. Mai 2022.

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