Liebelei

Rezeptionsgeschichte

»Liebelei« ist ein enormer Publikumserfolg: Mit 16 Aufführungen in den Jahren 1895/96 ist es das am häufigsten dargebotene Stück seiner Zeit und verhilft Schnitzler zu seinem Durchbruch als Bühnenschriftsteller. Der österreichische Autor ist damit der erste Vertreter von Jung Wien, dessen literarisches Schaffen am Wiener Burgtheater gespielt wird. So finden beispielsweise die zunächst skeptischen Schriftstellerfreunde großen Gefallen an dem Drama. Auch einige Kritiker loben das Ergebnis – so zum Beispiel Ludwig Speidel oder Redakteure der »Wiener Allgemeinen Zeitung«, die die Authentizität und Modernität des Stückes betonen. Andere Rezensionen beklagen allerdings eine Realität, die entweder zu weit (Ludwig Hevesi) oder nicht weit genug (Kritiker der »Abendpost«) ginge. Vor allem im Hinblick auf die Sprache finden sich sehr gegensätzliche Ansichten über »Liebelei«: Während Albert Leitich eine realistische Darstellung der Menschen in Wien lobend hervorhebt, bemängelt Edmund Wengraf eine zu künstliche Sprechweise der Figuren. Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Kritiken, sowohl bei anderen Schriftstellern als auch beim Publikum und den Kritikern.

Veröffentlicht am 14. Juli 2022. Zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2022.