Auerhaus

Inhaltsangabe

Die Geschichte spielt in der Bundesrepublik Deutschland Anfang der 80er-Jahre in einem schwäbischen Dorf in einer Zeitspanne von circa einem Jahr. Die sechs Freundinnen und Freunde, Frieder, Höppner, Vera, Pauline, Cäcilia und Harry, ziehen in ein altes Haus und gründen eine Wohngemeinschaft.

Der Hintergrund der spontanen Idee ist der Selbstmordversuch Frieders, dessen Therapeut ihm nach Aufenthalt in einer Psychiatrie rät, nicht mehr zu Hause bei seinen Eltern zu wohnen. Kurzerhand beschließen die Jugendlichen, im alten Haus von Frieders Großvater zusammenzuziehen, mit dem primären Ziel, auf Frieder aufzupassen. Beim ersten gemeinsamen Abendessen wird das alte Haus in Anlehnung an den Song »Our house«  der britischen Band »Madness« zum »Auerhaus« ernannt.

In vielen nächtlichen Diskussionen setzen die Heranwachsenden sich mit der Frage der Sinnhaftigkeit ihres Lebens auseinander. Eine Motivation treibt sie an: In erster Linie möchten sie durch viele Gespräche miteinander einen weiteren Selbstmordversuch ihres Freundes Frieder verhindern.  

Anfänglich ist ihre Zeit von einem gemeinsamen Alltag und Erleben geprägt. Heiligabend treffen sie sich nach dem Besuch bei ihren Familien zum gemeinsamen Beisammensein im »Auerhaus« wieder, und an Silvester wird eine große Party gefeiert.   

Langsam verändert sich jedoch die Atmosphäre der Verbundenheit durch Aktionen, mit denen sich die Jugendlichen immer mehr am Rande der Legalität bewegen. Um ihre Haushaltskasse aufzubessern, üben sie sich nach Frieders und Veras Anweisungen zu Hause im Diebstahl. Anschließend geht es in den Supermarkt, um in der realen Welt das Gelernte auszuprobieren. Frieder wird dabei erwischt, aber wieder freigelassen.

Zudem wachsen die privaten Probleme des Ich-Erzählers Höppner immer mehr an. Durch die Sorge um seinen Freund leidet er zunehmend unter Ängsten und Panikattacken. An Neujahr betrügt ihn seine Freundin Vera mit Harry, und beim Deutsch-Abitur versagt er, weil er die Prüfungsaufgabe nicht versteht. Zu guter Letzt wird er bei der Musterung auch noch als tauglich für den Bundeswehrdienst erklärt.  

Schließlich wird das Haus von einer Polizeieinheit gestürmt, da Harry eine Anzeige wegen Drogenbesitzes und -handels bekommen hat. Auch hier kommen die Jugendlichen glimpflich davon. Sie werden zwar erkennungsdienstlich behandelt, können aber wieder nach Hause gehen.

Frieder treibt es jedoch eines Nachts mit einer Aktion auf die Spitze. Nach einem Kinobesuch kurven sie mit Harrys Auto noch ausgelassen durch die Stadt. Frieder findet eine Schusswaffe im Handschuhfach und bedroht damit einen Polizisten, der an der Ampel neben ihnen in einem Polizeiwagen sitzt. Bei der Waffe handelt es sich zwar um eine Attrappe, was für den Polizisten aber nicht ersichtlich ist. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd und nächtlicher Schießerei.

Dieses Ereignis kann als Wendepunkt in der Geschichte betrachtet werden, denn nun wird den Jugendlichen klar, dass sie eine Grenze überschritten haben. Mit dem Beschluss, nicht mehr über den Vorfall zu sprechen, wird das Ende des »Auerhauses« eingeläutet. Die Gemeinschaft zerfällt langsam.

Der Ich-Erzähler Höppner fällt durch das Abitur. Cäcilia verlässt das »Auerhaus« und zieht zu ihren Eltern zurück. Bei der anschließenden Gerichtsverhandlung zur nächtlichen Verfolgungsjagd wird sie freigesprochen. Höppner, Frieder und Pauline werden zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt, die sie in der Küche in einem Altersheim absolvieren. Harry bekommt eine Haftstrafe auf Bewährung und einen Führerscheinentzug von zwei Jahren. 

Das gemeinschaftliche Leben ist längst Geschichte. Kurz vor Ostern, am Gründonnerstag, treffen sich Höppner, Vera und Harry zu einem traurigen Anlass wieder, und zwar zu Frieders Begräbnis. Denn er hat sich schlussendlich nun doch noch das Leben genommen.

Veröffentlicht am 10. Februar 2023. Zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2023.