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Das Urteil

Inhaltsangabe

Georg Bendemann sitzt an einem Sonntag in seinem Zimmer und schaut aus dem Fenster auf eine Brücke. Gerade hat er einen Brief an einen Freund beendet, der in einem fernen Land lebt. Augenscheinlich ist der Freund dort – es handelt sich um Russland – nicht sehr glücklich. Aus Rücksicht darüber hat Georg dem Freund auch bisher nicht mitgeteilt, dass er sich verlobt hat. Er möchte den Freund nicht eifersüchtig machen. Jetzt hat er ihm doch von der Verlobung geschrieben.

 Georg ist als Kaufmann erfolgreich – auch dies hat er dem Freund verschwiegen. Der Erfolg Georgs stellte sich ein, seit er nach dem Tod seiner Mutter das Geschäft des Vaters leitete. Dieser hat sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und bewohnt ein Zimmer im Haus, das er kaum verlässt. Georg besucht ihn in diesem Zimmer. Der Vater zeigt deutliche Züge von Altersschwäche; Georg erzählt ihm von seinem Freund und dass er ihm einen Brief geschrieben habe. An den Freund erinnert sich der Vater nicht. Georg will den Vater zu Bett bringen und nimmt sich vor, sich zukünftig mehr um den alten Mann zu kümmern.

 Da verändert sich die Situation plötzlich. Der Vater rebelliert gegen die Behandlung durch Georg und gewinnt an Macht. Einschüchternd bezeichnet er Georg als schlechten Sohn und behauptet, er selbst habe den Freund seines Sohnes schon längst von der Verlobung unterrichtet. Von der Verlobung und der Verlobten spricht der Vater abfällig. Auch Georg wird ausnahmslos mit abfälligen Worten bezeichnet. Am Ende seiner Tirade verurteilt der Vater Georg zum Tode. Der Sohn nimmt das Urteil anscheinend ohne ein Widerwort an, rennt aus dem Haus und zu jener Brücke, die er am Anfang durch das Fenster gesehen hatte. Er lässt sich hinabfallen.

Veröffentlicht am 13. Mai 2024. Zuletzt aktualisiert am 13. Mai 2024.