Unter der Drachenwand

Rezeptionsgeschichte

Sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik war und ist »Unter der Drachenwand« ein großer Erfolg. Schon kurz nach seinem Erscheinen mit einer Startauflage von 80.000 Exemplaren im Jahr 2018 schaffte der Roman es in die Bestsellerlisten und wurde nur ein Jahr später mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Immer wieder wird von den Rezensenten Arno Geigers »Meisterschaft der Anverwandlung« (so die Jury zur Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises für Geigers Gesamtwerk 2018) hervorgehoben. Meike Fessmann bezeichnet das Verfahren in der Süddeutschen Zeitung als »vollständige Mimikry an den Geist und den Ton der Zeit«. Paul Jandl schreibt in der NZZ: »Was bei Arno Geigers Erkundung der späten Kriegsmonate herauskommt, ist eine beeindruckend genaue und hellhörige Erzählung über dramatische Verluste und über verlorene Jahre.« Die taz spricht von einem »Glanzstück der Gegenwartsliteratur«. Diesem Tenor schließen sich andere Rezensenten nahezu einhellig an. Eine Ausnahme macht Iris Radisch, die in der Zeit zwar ebenfalls den Roman lobt, aber immerhin kritisch anmerkt, es gebe hier eine »allzu einhellige Treuherzigkeit seines kriegsbeschädigten Erzählpersonals, das gegen NS-Ideologie und Führerkult vollständig immun ist.« Es werde die »ungleich schwierigere Innenansicht der Täter […] vollständig ausgespart.«

Veröffentlicht am 28. Juli 2022. Zuletzt aktualisiert am 28. Juli 2022.