Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Glossar

  • Goutieren (»Ich goutiere das«, S. 10)

    Etwas anerkennen, mögen, genießen, zu schätzen wissen, von frz. »gouter« = schmecken
  • Krocket (S. 27)

    Englisches Rasenspiel, das im 19. und frühen 20. Jh. beliebt war und auch heute noch gespielt wird. Farbige Bälle müssen beim Krocket auf einem festgelegten Parcours mit Holzschlägern durch kleine Tore gestoßen werden.
  • Zote (S. 59)

    Obszöner Witz
  • Aushebungsgeschäft (S. 107)

    Der Begriff »Aushebung« ist ein Synonym für Rekrutierung, also die Einberufung von Wehrpflichtigen zum Militärdienst nach vorheriger Musterung.
  • Lärvchen (S. 129)

    Kleine Larve, hier als Synonym für Felix‘ äußere Erscheinung, seine Körperhülle, verwendet.
  • Phrynen (S. 131)

    Phryne war eine berühmte Hetäre im antiken Griechenland, die im 4. Jh. v. Chr. in Thespiai lebte. Hetären waren in der Antike sozial anerkannte und gebildete Prostituierte, die Musikinstrumente beherrschten und gepflegte Konversationen führten. Der Umgang mit ihnen galt für Männer nicht als anstößig.
  • Dortoir des employés (S. 154)

    Frz. Mitarbeiter-Schlafsaal
  • Schlacht von Austerlitz (S. 192)

    Eine der berühmtesten Schlachten der Napoleonischen Kriege. Sie fand am 2. Oktober 1805 im historischen Mähren, einem Teil des heutigen Tschechien, statt. Die Truppen Kaiser Napoleons I. besiegten dabei die feindliche Allianz aus russischen und österreichischen Gegnern.
  • Abbé Liszt (S. 192)

    Der österreichisch-ungarische Komponist, Dirigent und Pianist Franz Liszt (1811–1886). 1865 empfing der tiefgläubige Katholik in Rom die sogenannten »niederen Weihen« und erhielt den Titel eines Abbé, eines niedrigen geistlichen Ranges ohne Verpflichtung zum Zölibat.
  • Alexandriner-Verse (S. 215)

    Der Alexandriner ist ein Vers mit sechshebigem Jambus, der in der Mitte, also nach drei Hebungen, eine Zäsur hat. Zum ersten Mal wurden Alexandriner-Verse in der französischen Klassik (ca. 1660–1680) verwendet. In der deutschen Literatur waren sie vor allem in der Epoche des Barock beliebt, z. B. bei Andreas Gryphius.
  • Rennen in Longchamp (S. 220)

    Das »Hippodrome de Longchamp« ist eine Pferderennbahn im Pariser Bois de Boulogne. Hier finden wichtige Springturniere und Pferderennen wie das Galopprennen »Prix de l’Arc de Triomphe« statt.
  • Abkratzer (S. 233)

    Eigentlich ein neben Haustüren angebrachtes Eisen zum Abkratzen der Schuhe; hier im Sinne von »Geschirr-Abkratzer« verwendet, also ein Mitarbeiter in der Hotelküche, der die Essensreste vom abservierten Geschirr entfernt.
  • Rayon (S. 259)

    Österr. und schweiz. Begriff für Abteilung, Verwaltungseinheit oder -abschnitt; hier ein Ausdruck für den Restaurantbereich und die Tische, für die bestimmte Kellner jeweils zuständig sind.
  • Bacchus (S. 272)

    Römischer Gott des Weines, der Fruchtbarkeit, des Rausches und der Ekstase (griechische Entsprechung: Dionysos)
  • Konstantinopel (S. 286)

    Das heutige Istanbul (offizieller Name seit 1930), vom römischen Kaiser Konstantin dem Großen 330 n. Chr. zur Hauptstadt des Römischen Reiches eingeweiht und nach seinem Tod nach ihm benannt. Davor hieß die Stadt Byzanz.
  • Cutaway (S. 296)

    Kurz »Cut«, ein sehr eleganter Gesellschaftsanzug (Variante des Fracks), der am Vormittag getragen wird und darum vor allem als Hochzeitsanzug beliebt ist.
  • Eozän (S. 338)

    Erdgeschichtliches Zeitalter innerhalb des Tertiärs, vor rund 48 bis 56 Millionen Jahren, in dem sich vor allem die Säugetiere weiterentwickelten. Es zeichnete sich durch eine rasche Klimaerwärmung aus. (Was zu Felix Krulls Zeiten noch keine Rolle spielte: Forschungsergebnisse über das Eozän sind wichtig für die aktuelle Klimaforschung, und das Eozän wird von Wissenschaftlern häufig als Vergleichsmodell für den aktuellen Klimawandel herangezogen.)
  • Moiré (S. 357)

    Von frz. moiré = marmoriert. Edler Stoff, meist Wolle oder Seide, der durch ein spezielles Bearbeitungsverfahren einen wellenartigen, an Marmor erinnernden Glanz erhält.
  • Flagge von Braganza (S. 377)

    Das Haus Braganza ist ein portugiesisches Adelsgeschlecht. Es stellte zwischen 1640 und 1853 die Könige von Portugal.
  • Toiro (S. 434)

    Portug. Stier
Text von Dr. Susanne Niemuth-Engelmann. Veröffentlicht am 6. Januar 2023. Zuletzt aktualisiert am 6. Januar 2023.