Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Titel
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Autor
Gattung/Textsorte
Erscheinungsjahr
1922
Originalsprache
Deutsch
Literarische Epoche oder Strömung

Über das Werk

»Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« ist ein unvollendet gebliebener Roman von Thomas Mann. Er erschien 1954 in seiner letzten Fassung. Die fiktive Autobiografie ist als Parodie des klassischen Bildungsromans angelegt. Sie schildert den Aufstieg des charismatischen Felix Krull. Dank seiner Schönheit, Eloquenz und Unverfrorenheit findet er Zugang zu höchsten gesellschaftlichen Kreisen. Handlungsorte sind der Rheingau, Frankfurt am Main, Paris und Lissabon. Erzählt wird, rückblickend aus der Perspektive der 40-jährigen Hauptfigur, die Zeit von Anfang der 1870er-Jahre bis etwa 1910. Thomas Mann hatte bereits 1905 mit ersten Recherchen und Arbeiten zu dem Roman begonnen. Als Inspiration diente ihm die Biografie des rumänischen Hochstaplers und Heiratsschwindlers Georges Manolescu (1871–1908), die einem breiten Publikum bekannt war. Bis 1937 erschienen mehrere unterschiedliche Fassungen sowie Auszüge des unfertigen Werkes. Während seines Exils in den USA wendete Thomas Mann sich jedoch anderen literarischen Tätigkeiten zu und nahm die Arbeit an »Felix Krull« erst mit seiner Rückkehr nach Europa im Jahr 1952 wieder auf. 1954 erschien »Der Memoiren erster Teil« im Rahmen der »Stockholmer Gesamtausgabe«. Weitere Teile konnten jedoch nicht mehr fertiggestellt werden, da Thomas Mann bereits ein Jahr später in Zürich verstarb. Der Roman ist aber auch als unvollendetes Werk äußerst amüsant und lesenswert. Das Publikum war bereits nach dem Erscheinen der ersten Episoden begeistert. Obwohl sich unter der leichtfüßigen und charmanten Oberfläche der Geschichte tiefe Lebensweisheit und philosophische Erkenntnisse verbergen, lassen sich die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« durchaus auf der Ebene abwechslungsreicher Unterhaltungsliteratur lesen. Darum können sie dem Genre des Schelmenromans zugerechnet werden. Bei so viel »Heiterkeit und Spannung« liegt es nahe, dass auch Drehbuchautoren und Regisseure sich für den Stoff interessierten. Kurt Hoffmann inszenierte den ersten Kinofilm im Jahr 1957. Er ist mit Hauptdarsteller Horst Buchholz ein Klassiker der Filmgeschichte. In den 1980er-Jahren drehte Bernhard Sinkel eine fünfteilige Fernsehreihe, und Detlev Buck schuf 2021 eine Kinoneuverfilmung mit Jannis Niewöhner in der Titelrolle.

Text von Dr. Susanne Niemuth-Engelmann. Veröffentlicht am 30. September 2021. Zuletzt aktualisiert am 6. Januar 2023.