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Inhaltsangabe

George Orwells 1948 erschienener Roman »1984« (im Original »Nineteen Eighty-Four«) schildert als Dystopie die düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaats. Ort der Handlung ist London, die wichtigste Stadt von Landefeld Eins, dem früheren England, das jetzt ein Teil von Ozeanien ist. Der Protagonist Winston Smith soll getötet werden, weil er die Funktionsweise der herrschenden Oligarchie durchschaut. Zuvor unterzieht ihn sein Gegenspieler O’Brien einer Gehirnwäsche, um nicht nur Winston, sondern auch sein Gedankengut auszulöschen.


Teil 1

Mit Hilfe von »Teleschirmen« werden alle Parteimitglieder Ozeaniens von der »Gedankenpolizei« kontrolliert und überall erinnern Plakate mit dem überlebensgroßen Gesicht des »Großen Bruders« die Bürger an die allgegenwärtige Überwachung. Kinder werden früh dem Einfluss ihrer Familie entzogen und in der Jugendorganisation der »Spitzel« infiltriert und zu Denunzianten erzogen. Als heimlicher Gegner des Systems fühlt Winston Smith sich zu der Untergrundbewegung »Die Bruderschaft« hingezogen. In dem hohen Parteifunktionär O’Brien meint er einen Gesinnungsgenossen erkannt zu haben.

Die Partei formt die Vergangenheit und Winstons Erinnerungen an frühere Zeiten sind bruchstückhaft. Im »Ministerium für Wahrheit« wird die Geschichte umgeschrieben. Dort arbeitet Winston in der Dokumentations-Abteilung, wo Zeitungsartikel und andere Schriftstücke »korrigiert« und neu gedruckt werden. Winston vermutet, dass seine Eltern Opfer der ersten »Säuberungswellen« der 50er Jahre waren. Seit jener Zeit ist die Erde unter den drei Supermächten Ozeanien, Eurasien und Ostasien aufgeteilt, die in wechselnden Konstellationen untereinander dauerhaft Krieg führen.

Eine weitere Abteilung des Ministeriums ist mit der Entwicklung von »Neusprech« befasst, der drastischen Reduzierung der bisherigen Sprache mit dem Ziel, den Gedankenspielraum einzuschränken und schließlich das Denken abzuschaffen und sogenannte »Gedankendelikte« auszurotten.

Die Bevölkerung Ozeaniens besteht zu 85 Prozent aus »Proles«, die unterdrückt und ausgebeutet werden. Sie sind aber frei, sich billigen Vergnügungen hinzugeben, und ihr fehlendes politisches Bewusstsein verhindert eine Revolution. Das Leben der Parteimitglieder empfindet Winston als freudlos und schäbig. Obwohl es im täglichen Leben an allem Notwendigen mangelt, verkündet das »Ministerium für Überfülle« die stetige Erhöhung des Lebensstandards. Ein Vergleich mit der Vergangenheit ist unmöglich.

Winston erinnert sich an eine Lüge der Partei, die er vor einigen Jahren entlarvt hat. Er erkennt, dass die Partei ihre eigene Wahrheit erschafft, die im Widerspruch zu objektiv Richtigem steht. Er notiert in seinem Tagebuch, dass Freiheit bedeute, zu sagen, dass zwei und zwei vier sei.


Teil 2

Winstons Leben verändert sich, als die sechsundzwanzigjährige Julia und er verbotenerweise ein Liebespaar werden. Julia hasst die Partei, was sie jedoch perfekt zu tarnen weiß. Sie nimmt zwar an sämtlichen Parteiveranstaltungen teil und trägt die Schärpe der »Junioren Anti-Sex Liga«, findet aber Schlupflöcher zur Befriedigung ihrer persönlichen Bedürfnisse. Sie mag ihre Arbeit in der Roman-Abteilung des »Ministeriums für Wahrheit«, wo Romane in sogenannten »Kaleidoskopen« zusammengemixt oder Vorhandenes nach den Parteirichtlinien umgeschrieben wird.

Anders als Winston hat Julia durchschaut, weshalb die Partei den Sexualtrieb bekämpft und unterdrückt: Einerseits soll eine enge Verbindung zwischen Mann und Frau verhindert werden. Gleichzeitig werde die gestaute Energie benötigt, um die Kriegsbegeisterung und die »Führerverehrung« zu befeuern. Julia leidet nicht unter dem System. Winstons politische Analysen langweilen sie.

Dank Julias Findigkeit gelingt es ihnen, sich unbemerkt von »Teleschirmen« und Mikrofonen zu verabreden. Bei ihren seltenen Treffen auf dem Land genießen sie die Vertrautheit und Sinnlichkeit. Mr. Charrington, dessen Ramschladen in einem schäbigen Viertel der »Proles« Winston von heimlichen Einkäufen kennt, vermietet Winston ein Zimmer. In dem unbewohnten Schlafraum über dem Laden, der mit Dingen aus der Vergangenheit zugestellt ist, können Winston und Julia ungestört zusammen sein.

Beide sind sich des Risikos bewusst, das sie eingehen, doch anders als Winston will Julia nicht akzeptieren, dass sie das Spiel gegen die Partei nicht gewinnen können und beide dem Tod geweiht ist. Als Julia eine Ratte im Zimmer bemerkt, gesteht der entsetzte Winston ihr, dass Ratten ihn schrecklich ängstigen. Trotzdem wird das Zimmer zum Zufluchtsort, das Winston alles andere leichter ertragen lässt.

Der von Winston bewunderte O’Brien nimmt Kontakt zu ihm auf. Als Winston und Julia sich zu Feinden der Partei erklären, bestätigt O’Brien die Existenz der »Bruderschaft« unter der Führung von Goldstein. Er spielt Winston »das Buch« von Goldstein zu. Darin erläutert Goldstein, dass die drei Supermächte sich im Kräftegleichgewicht befinden. Die Kriege dienen nur der Zerstörung von Gütern, um den Wohlstand der Bevölkerung dauerhaft zu verhindern. So werde der Entwicklung von Intelligenz vorgebeugt und das herrschende System abgesichert.

Die Oligarchie fuße auf einem Kollektivismus, dessen Ziele Unfreiheit und Ungleichheit seien. Die Partei habe aus der Geschichte gelernt und sichere ihre Tyrannei durch das Aufzwingen einer Einheitsmeinung, die dauerhafte Formung des Bewusstseins und eine Realitätskontrolle ab. Alle Parteimitglieder werden unentwegt von der Gedankenpolizei überwacht, Abweichler unter ihnen verfolgt und ausgelöscht.

Goldsteins Ausführungen systematisieren lediglich Winston eigene Erkenntnisse, beantworten aber nicht seine drängende Frage nach dem Handlungsmotiv der Partei.

Überraschend werden Julia und Winston in ihrem Zimmer gefangen genommen. Den Überfall leitet Mr. Charrington als Mitglied der Gedankenpolizei.


Teil 3

Winston befindet sich im »Ministerium für Liebe«, das für Recht und Ordnung sorgt. Er wird brutal misshandelt und stundenlang verhört und legt alle geforderten Geständnisse ab, bevor er O’Brien übergeben wird, der ihn seit sieben Jahren überwacht hat. O’Brien diagnostiziert bei Winston eine Geistesstörung, die er mit Hilfe elektrischer Foltermaschinen heilen will. Parteischädliche Gedanken sollen aus der Welt geschafft werden, bevor der Delinquent hingerichtet wird.

O’Brien erklärt Winston, dass der »Große Bruder« die Personifikation der Partei sei, die die Realität ständig neu »erschaffe«. Er foltert Winston, bis dieser das Prinzip der Realitätserschaffung anerkennt und einsieht, dass zwei und zwei drei, vier oder fünf sein könne. Die Fähigkeit, gleichzeitig zwei einander widersprechende Überzeugungen zu haben und beide gelten zu lassen, heißt in der Parteisprache »Doppeldenk«.

O’Brien gibt sich als Verfasser des Goldstein-Buches zu erkennen und Winston erfährt, dass das Handlungsmotiv der Partei die Macht als Selbstzweck sei. Um ihretwillen kontrolliere man den Geist der Menschen und lasse sie körperlich leiden. Die gegenwärtige Diktatur sei auf Hass gegründet. Zunehmend kraftlos, hört Winston dennoch nicht auf, O’Briens Argumentation anzugreifen. Er hält daran fest, dass die Partei die Menschen nicht des Menschseins berauben könne, selbst als er mit seinem Spiegelbild konfrontiert wird – ausgemergelt, geschunden und zerbrochen: denn bisher habe er Julia und seine Liebe nicht verraten.

Während er sich körperlich erholt, entschließt Winston sich, sein Denken dem der Partei anzupassen. Er will allerdings Herr über seine Gefühle bleiben, was O’Brien durchschaut. Deshalb bringt er Winston in das gefürchtete »Zimmer 101«, in dem jeder Gefangene mit dem konfrontiert wird, wovor ihm am meisten graut. Auf Winston warten in einem Käfig ausgehungerte Ratten, die ihm das Gesicht zerfressen sollen. Panisch vor Entsetzen kann Winston die Gefahr im letzten Augenblick abwenden, indem er Julia verrät: Sie solle statt seiner den Ratten ausgeliefert werden.

Nach Winstons Freilassung kommt es zu einer Begegnung mit Julia. Sie gestehen sich gegenseitig, einander verraten und damit ihre Gefühle getötet zu haben. Im »Ministerium für Wahrheit« ist Winston jetzt mit einer sinnlosen Aufgabe betraut, die ihm viel freie Zeit lässt und die Möglichkeit gibt, stundenlang die Nachrichten vom »Teleschirm« zu verfolgen. Seiner Hinrichtung sieht er ohne Angst entgegen: Er wird durchdrungen von Liebe zum »Großen Bruder« sterben.


»1984« ist der meistgelesene Science-Fiction-Roman der Weltliteratur. Beeinflusst von Stalinismus und deutschem Nationalsozialismus entwirft George Orwell im Jahre 1948 ein beklemmendes Zukunftsszenario in einem totalitären Überwachungsstaat, das den Leser zu einem Vergleich mit seiner Gegenwart zwingt. Die Parole »Big Brother is watching you« hat Eingang in das Alltagsleben gefunden, um die zunehmende Überwachung auch in demokratischen Systemen zu kritisieren.


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