Katz und Maus

Prüfungsfragen mit Lösungen

  • Welche Gründe – außer dem Entstehungszeitraum – sprechen dafür, Katz und Maus zur Nachkriegsliteratur zu zählen?

    Katz und Maus schildert fast die gesamte Länge des Krieges und das Verhalten der Menschen zu dieser Zeit. In der Rahmenhandlung kommt sogar die unmittelbare Nachkriegszeit vor. Weil die Novelle auf den Krieg und seine Folgen bezogen ist, lässt sich hier von Nachkriegsliteratur sprechen. Nachkriegsliteratur ist nicht einfach nur Literatur, die zeitlich an den Krieg anschließt. Es handelt sich um Literatur, die sich auch thematisch mit dem Krieg und dessen Folgen auseinandersetzt.
  • Handelt es sich bei Katz und Maus wirklich um eine Novelle?

    Ja, da zentrale Kriterien wie die berühmte „unerhörte Begebenheit“ (Goethe), der zentrale Konflikt und Dingsymbole erfüllt sind. Katz und Maus ist aber eine postmoderne Novelle, also eine Novelle, die durchaus auch ironische Brechungen aufweist. Katz und Maus ist also ein Sonderfall einer Novelle. Sie ist aber auch mit klassischen Vertretern der Gattung Novelle vergleichen.
  • Woran erkennt man, dass Pilenz ein unzuverlässiger Erzähler ist?

    Dies lässt sich bereits auf der zweiten Seite erkennen (6). Pilenz gibt zu verstehen, dass er eine erfundene Figur ist. Durch diesen metafiktionellen Hinweis (also ein Hinweis, der über das Fiktive hinausweist) wird deutlich, dass die Kategorien wahr und falsch für Pilenz nicht gelten. Auch die vielfältigen Widersprüche hinsichtlich der Katze und Mahlkes Adamsapfel deuten auf einen unzuverlässigen Erzähler hin.
  • Was treibt die Handlung an?

    Unabhängig davon, woher die Katze letztlich kam, ist es der Versuch Mahlkes, seinen Adamsapfel zu verdecken, der die Handlung antreibt. Seine Versuche, den Adamsapfel zu verbergen, gipfeln schließlich darin, dass er für immer abtaucht. Mahlke verschwindet schließlich ganz, wollte aber ursprünglich bloß seinen Adamsapfel verbergen.
  • Wie stehen die Turnhalle und die Kirche miteinander in Beziehung?

    Die Kirche, in der Hochwürden Gusewski die Messe hält, ist eine ehemalige Turnhalle (15f). Den Charakter einer solchen konnte die Kirche niemals ablegen, egal wie sehr sie geschmückt wurde. Die Turnhalle hingegen wird von den Schülern „Sakristei“ (76) genannt, weil sie „ihr Licht durch Spitzbogenfenster“ (ebd.) bekommt. Beide Orte sind Orte, an denen Mahlke aktiv ist. Auffallend dabei ist, dass er zwar besser als alle anderen, aber häßlicher turnt und dass er zwar inbrünstiger betet als alle anderen, aber dabei schon in den Verdacht des Götzendienstes kommt. Kirche und Turnhalle sind Orte, an denen Mahlke sich wortwörtlich daneben benimmt.
  • Welche Szene ist der Höhepunkt der Handlung?

    Der Höhe- und Wendepunkt ist der Diebstahl des Ordens durch Mahlke. In der Folge muss er von der Schule und die Wege von Pilenz und ihm trennen sich. Die Handlung danach ist für den Erzähler deutlich schwieriger zu rekapitulieren, da er oftmals nicht dabei war. Nach dem Diebstahl ist also alles anders. Gleichzeitig wird die Katastrophe bereits angedeutet. Denn auch Mahlkes echter Verdienst, sein ehrlich erworbener Orden, verschafft ihm keine Befriedigung.
  • Wie stehen Rahmen- und Binnenhandlung miteinander in Beziehung?

    Die Rahmenhandlung wird immer dann deutlich, wenn Pilenz von seiner Erzählsituation schreibt. Diese liegt etwa fünfzehn Jahre nach dem Ende der Binnenhandlung, die von 1939 bis 1944 reicht. Eine Besonderheit ist, dass Pilenz den vergangenen Charakter der Binnenhandlung betont. So wird die Rahmenhandlung deutlicher vorgestellt.
  • Gibt es Verweise auf andere Bücher von Grass?

    Ja, so kommen Tulla Pokriefke und Störtebecker auch in der Blechtrommel vor. Tulla wird außerdem noch in Hundejahre und Im Krebsgang eine Rolle spielen. Auch Oskar Matzerath, der Erzähler und Held der Blechtrommel kommt bei Katz und Maus vor.
  • Worauf spielt der Adamsapfel an?

    Der Adamsapfel spielt als Adams Apfel auf den Apfel vom Baum der Erkenntnis im Buch Genesis der Bibel an. Der Adamsapfel symbolisiert den Sündenfall des Menschen. Mahlke versucht, seine Sündhaftigkeit zu verdecken – nur wird er dafür selbst zum Sünder. Die Schuld des Menschen ist also nicht zu tilgen.
  • Wie oft nennt Pilenz den Orden beim Namen? Und warum verhält er sich so?

    Streng genommen nennt Pilenz den Orden überhaupt nicht beim Namen. Der Orden heißt Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nur in der Kurzform „Ritterkreuz“ (150) verwendet Pilenz die Bezeichnung. Sonst finden sich nur Bezeichnungen wie „Apparat“ (88), „Metallbonbon“ (89) oder „jene[r] mir unaussprechliche[...] Orden“ (77). Der höchste militärische Orden des Dritten Reichs wird mit einem Tabu belegt. Er darf nicht mit Namen genannt werden, weil er ein Ehrenabzeichen ist, das mit Schande befleckt ist.
Veröffentlicht am 17. September 2022. Zuletzt aktualisiert am 21. September 2022.